Die letzte Woche meiner Reise ist angebrochen, Zeit fĂŒr einen vorletzten Ortswechsel. Ziel meines kleinen Ausflugs war Amed, ein ruhiger Fischerort im Osten Balis. Putu, der beste Fahrer Balis, war wieder mal pĂŒnktlich an Ort und Stelle um mich dort hin bringen. Vier Stunden ging es die KĂŒste entlang, wo es nach und nach immer weniger touristisch wurde. Nach einem Zwischenstopp an einem Tempel und einem königlichen Garten war Amed erreicht. Der Ort an sich ist nichts besonderes aber mein Homestay fĂŒr 13 Euro die Nacht lag direkt am Meer, so dass ich bei offener BalkontĂŒr die ganze Nacht die Wellen rauschen hören konnte, herrlich! Putu hat Freunde in Amed und lud mich ein mit ihnen zu Abend zu essen. Hier begann meine wahre Bali-Erfahrung. Die Familie lebt lĂ€ndlich und sehr einfach. StĂŒhle gibt es keine, also saĂen wir den ganzen Abend auf dem Boden, ringsum gackernde HĂŒhner auf den BĂ€umen, die sich so nach und nach ihren Schlafplatz suchten. Der Gastgeber fuhr schnell mit dem Roller los um frischen Fisch fĂŒr uns zu holen, wĂ€hrenddessen schauten immer wieder neugierige Nachbarn vorbei um zu sehen, wer denn da mit dem Auto zu Besuch gekommen war. Es dauerte nicht allzu lang bis Arak aus Wasserflaschen die Runde machte, eine Art lokaler Rum, der aus Palmen gewonnen wird. FĂŒr europĂ€ische VerhĂ€ltnisse war er zum GlĂŒck nicht sonderlich stark, so dass ich gut mithalten konnte und dafĂŒr viel Respekt seitens der Nachbarn erntete ;) Zwischenzeitlich war der Fisch fertig. Besteck gab es keins, also aĂ ich ihn wie die anderen auch mit Fingern zusammen mit Reis und scharfem Sambal. Begleitet wurden wir dabei von den Hauskatzen, die uns sehr lautstark wissen lieĂen, dass sie auch Appetit auf Fisch hĂ€tten.... Nach dem Essen holte Putu die Gitarre aus dem Auto und spielte balinesische Songs und ein paar Reggae-Klassiker fĂŒr uns. Zwischenzeitlich fiel der Strom fĂŒr eine Stunde aus, was natĂŒrlich niemanden aus der Ruhe brache. Nachdem wir wieder Licht hatten, kam fĂŒr mich der kurioseste Teil des Abends. Nach und nach wurde ein Hahn aus seinem KĂ€fig geholt und mitten unter uns vom stolzen Besitzer massiert. HahnenkĂ€mpfe sind in manchen Teilen Balis leider noch ein ziemlich groĂes Ding. Um die HĂ€hne fit zu machen, die in kleinen KĂ€figen gehalten werden und sich kaum bewegen können, werden sie zweimal tĂ€glich massiert. Die Einladung zum Hahnenkampf am nĂ€chsten Tag hab ich dankend ausgeschlagen, sie sind blutig und gehen fĂŒr den Verlierer immer tödlich aus.... wirklich nichts was ich live sehen muss. Am nĂ€chsten Tag bekam ich in einem kleinen Dorf auf der RĂŒckfahrt sogar knallbunt gefĂ€rbte KampfhĂ€hne zu sehen, die Balinesen scheuen rund um ihr Federvieh echt keine MĂŒhe. Mittlerweile bin ich wieder zurĂŒck in Ubud fĂŒr meine letzten Tage in Bali. Tempel, Heiler, Musik und der Duft von RĂ€ucherkerzen ĂŒber der Stadt. Wieder bin ich mittendrin in einer ganz anderen Welt.Â