Leos erster Arbeitstag nach der langen Zwangspause wäre alles andere als angenehm, hätte Adam nicht eine neue Angewohnheit entwickelt, die alles leichter macht.
Oder:
Fünfmal küsst Adam Leo auf die Stirn und einmal ist es andersherum.
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Wie Adam zu seinem neuen Look gekommen ist und was Leo dazu sagt.
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Adam sinniert darüber, wie er seinen Nachnamen loswerden könnte. Leo hat da so eine Idee...
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Eine Observation auf dem Parkplatz des Standesamtes lässt Leo ganz sentimental werden. Pia beschließt, sich der Sache anzunehmen, denn nachdem Adam und er Jahre gebraucht haben, um endlich ein Paar zu werden, wird sie bestimmt nicht nochmal so lange zusehen, bis sie sich zum nächsten Schritt durchringen können.
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Als Leo jemanden kennenlernt, ist Adam sofort klar: Wenn er Leo das auch noch kaputt macht, war's das mit ihrer Freundschaft. Also heißt es, die eigenen Gefühle wegdrücken und das Richtige tun.
So findet er sich plötzlich in der ungewohnten Rolle des vernünftigen besten Freundes wieder und als ob das nicht schon schwer genug wäre, haben sich scheinbar auch noch alle gegen seine Mission verschworen.
Sogar Leo.
Eine „Die Ärzte“ Songfic in sieben Kapiteln.
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Dummen Ideen konnte Adam noch nie widerstehen und wenn sie in Form von 24 Türchen und einem nackten Leo daher kommen, schon mal gar nicht. Caros Geschenk — ein Erotik-Adventskalender — kommt ihm da gerade recht, um Leo endlich mal so richtig nahe zu kommen.
Gefühle? Wer redet denn hier plötzlich von Gefühlen?
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Eine Reihe über alternative erste Begegnungen von Adam und Leo. Meistens witzig, zuckersüß und nie ganz ernst gemeint.
Die Geschichten hängen nicht zusammen und können alle separat gelesen werden.
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ein bisschen mehr fandom auf tumblr leben, nicht nur auf discord - find ich ne gute idee! also hier eins meiner aktuellen wips (das, an dem ich gestern abend noch ein paar zeilen getippt hab):
Dass Noémie schon länger über einen Hund nachdenkt, ist nichts neues. Das Thema hatten sie das erste Mal angeschnitten, als sie über das Thema Kinder geredet haben.
Es ist eine Unterhaltung gewesen, die Esther nicht nur ein wenig gefürchtet hat. Sie wusste, dass Noémie unglaublich gern und viel Zeit mit ihren Nichten verbringt. Sie hat eine kleine Fotowand von ihnen von Geburt an. Sie besucht jede Schulvorführung und alle ein bis zwei Wochen ist sie in der Regel abends da, um einen kleinen Tantentag mit ihren Nichten zu verbringen. Oder einen Tantenabend, wenn Sarah und Claude mal ausgehen.
Esther wusste recht früh, wie wichtig Noémie ihre Familie ist.
Dass sie selber keine Kinder haben will, war Esther auch sehr früh klar. Mit Babys konnte sie noch nie etwas anfangen. Sie hat nichts gegen Kinder, wirklich nicht. Noémies Nichten sind schlau und charmant, sie haben es binnen kurzer Zeit geschafft, auch Esther um ihre Finger zu wickeln, aber eigene Kinder – nein.
Ihre Pläne sind anders.
Hätte Noémie einen starken Kinderwunsch gehabt, hätte es zwischen ihnen auf Dauer nicht funktionieren können. Eine von ihnen hätte verzichten müssen und das hätte sie nicht gewollt. Bei dem Thema kann sie keine Kompromisse machen.
Als sie eine Hand an ihrer Taille spürt, dreht sie sich um. Noémie legt ihren Kopf auf Esthers Schulter und zieht sie näher zu sich heran.
„Woran denkst du?“, fragt sie, bevor sie einen schnellen Kuss auf Esthers Nacken haucht.
Esther fühlt die Wärme von Noémies Körper durch ihr dünnes Shirt und lehnt sich in die Berührung.
„Du willst diesen Hund adoptieren, oder?“
Noémie hält inne, lacht leise. „Du kennst mich mittlerweile zu gut.“ Der nächste Kuss auf Esthers Nacken ist ein bisschen länger.
Hat jemand aus der Spatort-Künstler*innen-Bubble Lust, sich mit mir zusammen für die zweite Auflage des German Crime Zines zu bewerben?
Ich habe gesehen, dass zb Autor*innen und Künstler*innen sich zusammen mit einer Idee bewerben können und ich liiiiebe Kooperationen!
Ich hab sowohl Erfahrungen in collabs als auch in zines, und wer mal schauen will, was ich so schreib, kann das hier tun. Am liebsten schreibe ich Hörk und würde mich damit auch bewerben wollen. Evtl. noch mit einer zweiten Idee, die nicht Hörk ist oder ein Cross-Over (Bremen, Frankfurt, Polizeiruf mit Vincent, SOKO Leipzig), falls sich zu viele Kreative in Leos Büro äh beim spatort knubbeln.
Wenn das gut klingt, schickt mir einfach eine DM hier auf Tumblr!
„Mir steht doch nicht Migrationshintergrund auf der Stirn“
FAZ 12.03.2026 (x)
Das neue Frankfurter „Tatort“-Team wird mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet. Ein Gespräch mit Edin Hasanovic, der den Kommissar Hamza Kulina spielt, über Klischee-Polizisten, die deutsche Migrationspolitik und Palästina.
Herr Hasanovic, verraten Sie mir, wie man „Tatort“-Kommissar wird? Wird man da angerufen und gefragt, ob man darauf Lust hätte? Oder muss man sich bewerben?
Bei mir war es das Erste. Der Produzent Jochen Laube, mit dem ich schon einmal einen Film gedreht hatte, hat mich gefragt, ob ich mir das grundsätzlich vorstellen könnte. Der Hessische Rundfunk hatte die „Tatort“-Produktion neu ausgeschrieben. Als es dann hieß, wir haben die Ausschreibung gewonnen, musste ich aber noch einmal intensiv nachdenken, ob ich das wirklich machen will.
Weil Sie Angst hatten, dass man Sie auf diese Rolle reduzieren wird? So ist es vielen „Tatort“-Darstellern gegangen.
Ja, das war der Grund. Ich hatte Sorgen, dass ich nicht mehr als Schauspieler, sondern nur noch als „Tatort“-Kommissar wahrgenommen werde, auch innerhalb der Branche. Dass man plötzlich nichts anderes mehr drehen kann. Aber dann habe ich mit Almila Bagriacik gesprochen, die im Kieler „Tatort“ die Kommissarin Mila Sahin spielt. Sie hat mich beruhigt und sagte: Das passiert eher Schauspielern, die mit dem „Tatort“ in die Filmwelt eintreten, aber nicht, wenn man schon seit 20 Jahren Filme dreht. Und tatsächlich: Ich kann mich nicht beschweren. Ich bekomme weiter Angebote, die sehr unterschiedlich sind.
Sie spielen im „Tatort“ nun an der Seite von Melika Foroutan. Das war auch schon so, als Ihre Karriere begann. Man hatte Sie damals für die ZDF-Serie „Kriminaldauerdienst“ engagiert, in der sie ein bosnisches Flüchtlingskind spielten.
Für mich ist das, als würde sich ein Kreis schließen. Ich war dreizehn Jahre alt damals. Melika hat die Polizistin gespielt, und ich habe sie bewundert. Ich dachte: Krass, wie die das hier alles machen, die ganzen Kameras, die bekannten Schauspieler, das will ich auch einmal alles können. Und jetzt sind wir Kollegen auf Augenhöhe. Ich habe lange solche Rollen wie im „Kriminaldauerdienst“ gespielt. Den Gejagten. Den Kriminellen, der wegrennt, der Scheiben einschlägt und so. Und dann gab es auch eine Zeit, in der ich Polizisten spielen durfte. Das hatte ich mehr sehr gewünscht, aber eigentlich waren das immer so Klischee-Polizisten, die die Verdächtigten befragen: Wo waren Sie gestern zwischen 12 und 13 Uhr? Schauspielerisch war das keine Herausforderung. Jetzt, beim „Tatort“, ist es anders. Da darf ich mehr spielen als nur einen Beruf. Und das ist ein Genuss.
Wie wird man als Kind zum Schauspieler? Wie gelangt man so früh in diesen Beruf?
Ehrlich gesagt: Ich wollte das einfach schon immer. Als Kind, mit sieben oder acht Jahren, habe ich angefangen, meine Familienmitglieder nachzuahmen. Damit konnte ich sie zur Weißglut treiben. Ich saß oft still in der Ecke, habe meine Verwandten beobachtet, am Tag darauf habe ich sie dann, einen nach dem anderen, nachgemacht. Ich habe auch gerne Betrunkene gespielt. So richtig klischeehaft, mit Schlangenlinienlaufen. Ich mochte die Reaktionen der Leute, wenn sie gelacht haben, in der Familie, in der Schule. Letztens habe ich mir noch mal meine Zeugnisse angeschaut. Ab der zweiten Klasse steht da jedes Mal: Edin singt, tanzt und spielt sehr gerne.
Aber wie kommt man von dort ins ZDF?
Wir haben mit der Schule die You-Messe besucht. Das war eine Jugendmesse hier in Berlin. Ich war in der siebten Klasse, wir waren mit dem Schülerradio dort. Vor mir lief mein Kumpel Kalle, der war sehr auffällig, groß, trug Iro. Und ich lief hinter ihm her wie so ein kleiner Zwerg. Kalle wurde dort von einer Frau von einer Schauspielagentur angesprochen. Aber er meinte: Nee, für mich ist das nichts, aber gib ihm doch mal einen Flyer. Daran erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen, wie ich mit der S-Bahn nach Hause gefahren bin, mit diesem Flyer in der Hand. Darin stand, was die Agentur macht, wen sie vertreten, wie sie die Schauspieler mit Coaching vorbereiten. Und ich dachte: Das ist es. Das will ich machen. Ganz am Ende des Flyers stand ein Datum für ein Casting, das war der 5. Oktober 2005. Und genau 20 Jahre später, am 5. Oktober 2025, lief der erste „Tatort“ mit mir im Fernsehen.
Sie wurden damals nicht nur für eine Rolle im „Kriminaldauerdienst“ ausgewählt, sondern standen bald darauf auch auf einer Theaterbühne: im Berliner Ensemble, in einer Inszenierung von Thomas Langhoff.
Das war mein großes Glück, dass es gleich in der allerersten Woche zwei Castings gab. Beim Termin für das Berliner Ensemble waren wir 20 Kinder, ich saß genau in der Mitte. Dann haben wir die Texte bekommen. Und wir sollten dann nacheinander nach vorne kommen und den Text vorlesen. Die ganze Zeit hieß es von hinten: lauter, lauter. Ich wollte diese Rolle so sehr. Ich dachte, wenn es jetzt an dieser einen Sache liegt, dass ich einfach nur diesen Text lauter vorlesen muss, dann ist es mir egal, ob ich mich schäme, ob ich Angst habe, ob das alles neu ist, dann bin ich jetzt einfach lauter. So wurde ich besetzt und durfte die Premiere eines sehr brutalen Stücks spielen: „Schändung“ von Botho Strauß. Da wird vergewaltigt, da werden Gliedmaßen abgehackt und Ähnliches. Ich war 13 – das war schon sehr besonders für mich.
Hat das funktioniert, der Einstieg in den Schauspielberuf und gleichzeitig die Schule?
Ja, weil das meiner Mutter sehr, sehr wichtig war. Sie hat damals immer wieder zu mir gesagt: Du musst den Lehrern klarmachen, dass dir die Schule trotzdem wichtig ist, du darfst es nicht schleifen lassen. Das ging auch: Als Kinderdarsteller durfte ich sowieso nur eine begrenzte Zahl an Stunden am Set sein, meistens nachmittags. Anstrengend wurde das Abitur. Da hatte ich gerade meine erste Hauptrolle in dem Kinofilm „Schuld sind immer die Anderen“ mit sechs Wochen Drehzeit in Baden-Württemberg. Da musste ich alle Prüfungen entweder vor- oder nachschreiben. Dementsprechend fielen meine Abi-Noten aus, aber danach fragt ja heute niemand mehr. Und wenn doch, dann habe ich es eben vergessen.
Wie bereiten Sie sich auf eine Rolle wie den „Tatort“-Kommissar Hamza Kulina vor? Treffen Sie Polizisten, lassen Sie sich beraten?
Ich habe mir die Schauspieltechniken angeeignet, ohne jemals eine Schauspielschule besucht zu haben. Ich habe auch einen Coach, den ich immer wieder zurate ziehe. Aber bei Hamza war das nicht nötig. Was die Polizeisachen angeht, brauche ich das nicht. Ich habe wohl jede Polizei-Doku gesehen, die es gibt, das interessiert mich einfach. Ich denke oft: Wäre ich kein Schauspieler geworden, dann wäre ich heute Polizist. Ich weiß, wie Polizisten eine Waffe halten. Und ich weiß auch, wie Polizisten wirken, wenn sie vor dir stehen mit ihrer Weste. Ich glaube, ich hatte noch nie für eine Rolle solch ein genaues, klares Gefühl wie für diesen Hamza. Der ist mir so, so nah am Herzen. Und absurderweise ist er das, obwohl ich selbst ganz anders bin, viel extrovertierter. Trotzdem weiß ich ganz klar, wie er tickt. Letztens etwa stand im Drehbuch, dass Hamza sagt: „Ja, always look on the bright side of life.“ Da wusste ich genau: Nee, das sagt der nicht. Das ist nicht der Typ. Hamza kennt diesen Song nicht einmal.
Die ersten beiden „Tatort“-Folgen mit Ihnen und Melika Foroutan wurden hymnisch gelobt, in den Feuilletons, in den sozialen Netzwerken. Es ist ein regelrechter Hype entstanden. Und nun werden Sie für den ersten Fall „Dunkelheit“ auch noch mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Haben Sie geahnt, dass die Serie so einschlagen wird?
Nein, im Gegenteil: Ich hatte Angst. Ich spürte Druck. Millionen Menschen gucken den „Tatort“, da hat man eine große Verantwortung. Und dann spiele ich auch noch einen Bosnier, eine Figur, bei der es immer wieder auch Parallelen zu meiner eigenen Geschichte gibt. Ich kenne solche Menschen wie Hamzas Mutter, die der Krieg traumatisiert hat. Wie sie da sitzt, im Dunkeln. Das rührt mich. Dem willst du gerecht werden, da geht es nicht um dich selbst. Und ich finde toll, wenn mir Menschen dann schreiben: Endlich sieht man das. Wenn sie sagen: Euch ist gelungen, Menschen zu repräsentieren, die sich sonst nicht so repräsentiert fühlen.
Ihre Mutter ist mit Ihnen nach Deutschland geflohen, als Sie ein Baby waren. Ihr Vater ist im Bosnienkrieg verschollen. Was sind Ihre ersten Erinnerungen an diese Zeit?
Das erste Flüchtlingsheim in Berlin-Weißensee. Damals hatte ich das Gefühl, dort ist alles sehr weit, sehr offen. Und dann das zweite Flüchtlingsheim in Marzahn, ganz im Osten Berlins. Kein guter Ort für Flüchtlinge. Wenn ich heute dorthin komme, merke ich, dass es dort enger und kleiner ist als in meiner Erinnerung. Im Gedächtnis habe ich auch, dass man sich um uns Kinder damals gut gekümmert hat. Dass es Menschen gab, die viel mit uns gespielt haben.
Das Besondere an den neuen Frankfurter „Tatort“-Folgen ist, dass sie sich um Altfälle, sogenannte Cold Cases, drehen. Und dass im Mittelpunkt nicht die Täter, sondern die Opfer und deren Angehörige stehen. Ist Ihnen das wichtig?
Die Perspektive auf die Opfer? Ja. Die Cold Cases? Nein. Ich bin jemand, der wahnsinnig viel True-Crime-Podcasts hört, jede Nacht eigentlich, zum Einschlafen. Aber immer, wenn es dort heißt, dass der Fall ein Cold Case ist, schalte ich ab. Weil ich wissen will, wie es endet. Das aber mag ich an den Rollen von Hamza und seiner Partnerin Maryam: dass sie sich nie damit abfinden, wenn ein Fall ungelöst bleibt. Dass es sie antreibt und triggert, dass sie weitermachen, bis ein Fall wirklich geklärt ist. Der Fokus auf die Opfer und die Hinterbliebenen ist uns sehr wichtig. Greifbar zu machen, welche Folgen solche Verbrechen für die Menschen haben. Gerade beschäftigt mich zum Beispiel der Fall von Gisèle Pelicot sehr. Es beeindruckt mich, wie sie das macht, was für eine Resilienz diese Frau hat, das ist einfach krass. Wie viele, vor allem Frauen, sie damit erreicht und stärkt. Ihr Satz, dass die Scham die Seite wechseln muss, ist unglaublich wichtig.
Sie leben in Berlin, drehen in Frankfurt. Wie würden Sie die Stadt beschreiben?
Frankfurt ist mir nah, weil ich bisher in keiner anderen Stadt häufiger gedreht habe. Ich mag die Weite, die Kontraste, die Hochhäuser. Frankfurt ist filmisch auch noch nicht so auserzählt wie Berlin. Und auch kosmopolitischer. Als wir das letzte Mal gedreht haben, da tanzten die Menschen draußen im Park Zumba. In Berlin gäbe es das vielleicht auch, aber das wären dann Leute, die finden das für ein Wochenende cool. In Frankfurt ist es einfach Standard.
Finden Sie während der Dreharbeiten Zeit, sich die Stadt anzuschauen?
Dafür bin ich nicht der Typ. Wenn ich Drehpausen habe, bin ich einfach froh, im Hotel chillen zu können. Oder ich gehe zum Joggen raus mit meinem Hund. Die Stadt lerne ich durch die Drehorte, durch meine Arbeit und die Menschen, die mir begegnen, kennen. Das war sogar so, als ich in Kapstadt gedreht habe: Da bin ich auch nicht zum Tafelberg gefahren oder habe mir Museen angeschaut.
Nun wird „Fackel“, die dritte „Tatort“-Folge mit Ihnen und Melika Foroutan, ausgestrahlt. Es geht um einen verheerenden Hochhausbrand mit 13 Toten, vermutlich ausgelöst durch billiges Dämmmaterial. Die Angehörigen der Opfer kämpfen verzweifelt um Aufklärung. Mich erinnert die Folge auch an das Attentat in Hanau, wo ein Rechtsextremist neun Menschen mit Migrationshintergrund tötete. Auch deren Angehörige sind unzufrieden mit der Aufarbeitung des Falls. Sie haben für ihre „Tatort“-Figur den Vornamen Hamza ausgewählt – und erinnern damit an eines der Hanauer Opfer: Hamza Kurtović.
Die Tat erschüttert mich. Hamza war so jung, als er ermordet wurde. Sie alle waren so jung. Wenn ich daran denke, kommt mir oft ein Gedanke in den Kopf: Das hätte genauso ich sein können. Meiner Figur Hamzas Namen zu geben, fühlte sich richtig an. Aber ich war mir unsicher, was sein Vater Armin Kurtović davon hält, der die Polizei wegen des Einsatzes in der Tatnacht scharf kritisiert. Darum habe ich ihn kontaktiert. Und dann haben wir uns in Hanau getroffen: Melika, ich und die Familie Kurtović. Armin und seine Frau Dijana haben uns vom Bahnhof abgeholt. Wir sind zum Grab von Hamza gefahren, daneben waren auch die Gräber von Ferhat Unvar und Said Nesar Hashemi. Dort haben sie angefangen, über ihren Sohn zu sprechen. Wir sind zu der Bar gefahren, wo auch Hamza erschossen wurde. Armin hat uns den verschlossenen Notausgang gezeigt. Und auch die Stelle, an der Vili Viorel Păun getötet wurde, der den Attentäter verfolgt hatte. Ich wünsche mir, dass die Familien Gerechtigkeit erfahren, dass jemand Verantwortung übernimmt für die Fehler, die passiert sind.
Ich habe ein Interview gelesen, in dem Sie sagten, dass es Sie irritiert, dass nun ständig darauf hingewiesen wird, dass Sie und Melika Foroutan das erste „Tatort“-Duo spielen, bei dem beide Kommissare einen Migrationshintergrund haben. Was ärgert Sie so daran?
Ich dachte, dass wir eigentlich schon längst weiter sind. Dass das kein Thema mehr ist. Wenn wir uns treffen, dann steht mir doch nicht Migrationshintergrund auf der Stirn. Oder Bosnier. Ich komme doch als Schauspieler hierher, als Berliner. Wir hatten einmal einen Pressetag, da ging es ständig darum. Und ich fragte mich: Was ist daran so spannend, dass wir nicht in Deutschland geboren sind? Es nervt. Ich fühle mich dann, als ob man mich zu einem Alien machen will. Ich hätte meiner „Tatort“-Figur auch einen anderen Namen geben können wie Sebastian Schmitzger. Aber ich will mit ihr auch zeigen: Guckt mal, das ist der Hamza, der redet ohne Akzent. Und der ist gar nicht so kriminell, wie manche Medien oder manche Partei es einem immer wieder reindrücken wollen. Der ist sogar Moslem und betet. Aber das macht nichts. Und auch, dass er keinen Alkohol trinkt und kein Schwein isst, macht nichts. Ihr müsst keine Angst haben.
Deutschland ist in den vergangenen Jahren nach rechts gerückt. Die AfD wirbt mit dem Wort Remigration. Andere Parteien ziehen nach und sagen: Wir müssen die Einwanderung unbedingt weiter begrenzen. Macht Ihnen das Angst?
Nicht mir persönlich. Aber es macht mir Angst um die Entwicklung dieses Landes. Es macht mir Angst um die Leute um mich herum. Und irgendwann kommt dann auch Wut. Ich finde es falsch, ich finde es ungerecht, ich finde es dumm. Es ist sehr leicht, mit den Ängsten zu spielen und so um Wähler zu werben. Aber es ist verkehrt, Probleme auf eine Nation herunterzubrechen. Oder auf eine Religion. Mein Gefühl ist: Vor allem hier in Deutschland dürften wir das nicht, nicht mit dieser Geschichte.
Sie haben im vergangenen Sommer, gemeinsam mit Melika Foroutan, auch zu einer Demonstration gegen den Gazakrieg aufgerufen. Sind Sie ein politischer Mensch? Ist es Ihnen wichtig, sich einzumischen?
Wenn ich etwas wahrnehme, das ich als unfair empfinde, dann fällt es mir schwer, die Füße stillzuhalten. Die Lage in Gaza geht mir sehr nah. Da werden Kinder getötet, das sind keine Kollateralschäden. Dort herrscht eine humanitäre Katastrophe, es werden Häftlinge misshandelt. Es ist falsch, jede Kritik an Israel sofort als Antisemitismus darzustellen. Natürlich darf und soll man Israel kritisieren. Genauso wie man Deutschland kritisieren darf, wie es mit alldem umgeht. Den Menschen, die keine Stimme haben, eine zu geben, finde ich sehr richtig und wichtig.
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Von Irgendwo im Nirgendwo ein Ausblick auf Kapitel 2 von Das eine Show, das andere wir:
"Was ist das?", fragte er neugierig und streckte die Hand nach dem Papier aus.
Es sah aus wie eine Anzeige aus einem Magazin. In bunten Farben prangten die Worte über einem Bild einer Band, die Leo vage bekannt vorkam.
"Ein Casting?"
Adam nickte begeistert. "Ja, nächsten Monat in Köln. Für eine neue Boygroup, oder so."
Leo zog skeptisch die Augenbrauen zusammen.
"Und du möchtest da hin?"
"Na klar! Das ist doch die Chance im Musikbusiness durchzustarten." Adam trat neben ihm und blickte über Leos Schulter mit auf die Anzeige. "So eine Gelegenheit bietet sich nicht noch mal so schnell. Ich muss das machen."
Oder auch: ein fachlich unqualifizierter Post über Wut bei Linda und Liv
Warum sind Linda und Liv so ähnlich und unterschiedlich zugleich, wenn es um Wut geht? Was ist es, dass sie einander so brauchen?
Linda: Die leise Wut.
Linda zieht sich zurück, macht sich klein, schlingt ihre Arme um sich, wenn etwas sie emotional überfordert, ein bisschen wie eine Weste, die sie zuschnürt, um nicht zu explodieren. Ihr Blick bleibt starr, sie bleibt fokussiert, hält sich die Tränen zurück, und wenn sie mal für ein paar Sekunden loslassen kann, so fängt sie sich schnell wieder.
Linda versteckt sich (mehr oder weniger erfolgreich), weil es ihr unangenehm ist, wahrgenommen zu werden. Bloß niemanden zu viel über sie wissen lassen. Sie könnten sie ja abstoßen, oder als "zu viel" betrachten.
Folgendes ist nur mein head-canon: Linda als Einzelkind und ein Elternteil, das sie ständig verhätschelt hat und ihr eingetrichtert hat, keine Schwäche zu zeigen, brav, angepasst, ruhig zu sein. Aber Linda wollte sich nicht anpassen. Sie sah keinen Sinn hinter "anpassen", aber merkte schnell, dass das der einzige Weg war, um nicht jeden Tag mit Bauchschmerzen in die Schule zu gehen. Von lauter Tuba (ein headcanon übernommen aus how to Tatort) zu sanftem, edlem, bravem Klavier.
Linda verstand oft nicht, warum Leute waren, wie sie waren.
Umso mehr fasziniert es sie, das rauszufinden.
Deswegen dreht sich in ihr ALLES, wenn Liv nicht mit ihr redet. Wie soll sie wissen, was Liv braucht? Wie soll sie wissen, wie sie sich verhalten soll, damit Liv bleibt?
Liv: Die laute Wut.
Liv flucht, schreit, wird teilweise körperlich, haut auf den Tisch. Sie will sich bemerkbar machen, weil sie sonst das Gefühl hat, übersehen zu werden. Man hat sie oft unterschätzt, nicht zuletzt wegen ihrer Größe.
Von allen unterschätzt, nur nicht von ihrer Mutter.
Schon früh musste Liv Verantwortung unternehmen, war „die Große“, ihre Bedürfnisse wurden übersehen, sie musste sich um Marie kümmern, während sie doch auch einfach nur ihre Jugend leben wollte. Vor Marie wurde sie noch weniger gesehen, ihre Mutter hatte Männer - Männer, die immer wichtiger waren als Liv - Liv, die so oft weggeschickt wurde, weil sie gestört hat. Sie sollte nicht gesehen, nicht gehört werden. Also wurde sie lauter, rebellisch - einfach, damit sie die Chance eines Blickes, einer Sorge bekam, die sie schon lange gebraucht hatte. Es war niemand da, der ihr half, ihre Gefühle zu regulieren, sie wusste nicht wohin mit all dem Schmerz, der Enttäuschung, dem verletzten Gerechtigkeitsgefühl.
Ich glaube sie ist deswegen so "nervig" (O-Ton Hamsen) geworden; macht Alleingänge - weil sie es immer so gewohnt war. Da war nie jemand, der ihr half.
Sie ist so daran gewöhnt gewesen diese Verantwortung für Marie zu tragen. Das war ihre Aufgabe, Leute zu retten, das will sie tun. Und dann kommt Linda und besucht Marie und Liv verliert die Kontrolle über diese eine Aufgabe, mit der sie sich irgendwann identifiziert hatte.
Linda sieht Liv, versucht, sie zu verstehen, ihr zuzuhören, sie fragt nach ihr, merkt, wenn etwas nicht stimmt, hält ihr Fehlverhalten vor und gibt ihr gleichzeitig - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - eine warme Schulter. (oder Oberschenkel)
Liv merkt, wenn Linda angespannt ist. Weiß, was Linda stört, weiß, sich nicht alles zu Herzen zu nehmen. Sie sagt Linda klar, was ihr nicht passt, aber bleibt. Und das ist genau die Sicherheit, die Linda braucht. Das Umfeld, in dem sie sich und andere besser verstehen lernt.
Keine der beiden ist perfekt, darum geht es nicht. Aber im Zweifel sind sie füreinander da und haben ein Händchen dafür, ihre Fehler gut zu machen und von sich zu lernen.
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Diese Woche nur ein ganz kurzer Auszug zum WIP Wednesday. Hab ja schon erwähnt, dass Maryam auch dazu gehört, sie leitet das Team mit Liv und Leo. ☺️
Im Schnipsel nächste Woche taucht dann auch Leo endlich auf, versprochen!
Aus Kapitel 3: Adam analysiert gern sein Gegenüber, um auf alles vorbereitet zu sein. Alte Angewohnheit... 😭
„Herr Schürk? Kommen Sie bitte.“ Die Polizistin, die ihn aufruft, ist stilvoll gekleidet, strahlt die subtile Eleganz aus, die Adam immer fühlen lässt, als ob er aus dem Altkleidercontainer lebt.
„Maryam Azadi, Kripo Frankfurt“, stellt sie sich vor, als er durch die aufgehaltene Tür geht. Sie lächelt ihm verbindlich zu, ein Ausdruck, der viel überzeugender ist, als das, was Moormann vorhin zustande gebracht hat. Adam weiß instinktiv, dass man mit Azadi 20 Jahre auf höchstem Niveau zusammen arbeiten kann, ohne dass man je die Frau hinter der Polizistin sieht. Moormann ist jünger, hat vielleicht Glück, dass sich die Zeiten langsam auch bei der Polizei ändern. Ihr fehlt die professionelle Gewandtheit, mit der Azadi jede Angriffsfläche ausradiert in diesem von weißen, selbstgerechten Männern dominierten Umfeld.
„Halt einfach die Fresse“ sagen zu dürfen, ist ein Privileg.
Ich kann mit dieser Information nicht alleine umgehen: Auf einer internationalen Germanistik Tagung (AGS Association for German Studies in Great Britain and Ireland) gibt es dieses Jahr einen Vortrag zu „Protectiveness, loyalty and casual touching: male friendship and partnership in Tatort Saarbrücken“!!!
Wow, Anon, das kann ich total verstehen, dass du jemanden zum mit dir Ausrasten brauchst! Das ist ein total interessantes Thema, das ich zu gern wissenschaftlich eingeordnet sehen würde. 👀👀👀
Hier ist der Link zur Konferenz mit dem entsprechenden Programm:
Ich hab' ein bisschen recherchiert und habe herausgefunden, dass die Konferenz wohl leider nur in Präsenz und nur für Mitglieder der Association for German Studies in Great Britain and Ireland stattfindet. Falls also jemand zufällig vor Ort ist, bitte melden. 😆
Unsere beste Chance, den Vortrag zu bekommen, ist dann wohl, die Referentin nach der Konferenz selbst anzufragen. Die meisten freuen sich über Interesse an ihrer wissenschaftlichen Arbeit, da stehen die Chancen wahrscheinlich nicht sooo schlecht.
Vielleicht ist sie sogar hier im Fandom aktiv? Falls ja, kriegen wir das auch hin, Klarnamen und Usernamen auseinander zu halten. Man kann ja auch über Anon Dateien oder Links schicken. Ich würde das dann hier veröffentlichen und wir haben auch jemanden, der Hintergrundinfos regelmäßig im Internetarchiv hochlädt, wenn das gewünscht ist.
Vielen Dank jedenfalls fürs Teilen deines tollen Fundes!!! Aufregend!
Und apropos gibt's natürlich auch noch ein gif, vom besagten casual touching. Und da stellt sich gleich die Frage, was ist denn die Definition von "casual"? Ist das hier schon mehr oder sind wir noch im casual Bereich? Gut, dass sich der Frage mal jemand annimmt!!! 🫶🏼🫶🏼🫶🏼
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Ich find's sooo interessant, wie wir als fans von "wenn es einseitig ist, dann von Leos Seite aus" zu "wenn es einseitig ist, dann von Adams Seite aus" gewechselt sind.
In HdS und KdE stand es spätestens seit dem "deiner Welt vielleicht" Spruch immer so ein bisschen im Raum, dass womöglich nur Leo ernsthafte Gefühle für Adam hat. Sein kleines Nicken im Krankenhaus haben viele als Bestätigung gesehen.
Aber dann. Aber DANN. Dann kam Adam und hat drei verdammte Filme lang auf allen Fronten erst gesehnsuchtet, dann versucht ein besserer Mensch zu werden, nur um schließlich wieder den ganzen Film zu sehnsuchten und das EINZIGE, was Leo ihm zugesteht ist ein "wenn's schiefläuft bist du da".
Diese Wendung ist total spannend, weil ich schon länger die Erwartungshaltung habe, dass Leo auch mal wieder was in ihre Beziehung investieren muss. Adam hat sooo hart an sich gearbeitet (ja, ja, es gab auch viel zu tun, geb ich zu), aber Leo stagniert seit KdE. Dabei gibt's auch ganz viel, woran er mal arbeiten könnte. Adam ernst nehmen, zb, wenn der mal tiefgründig wird. Oder sich ihm öffnen, wenn es ihm nicht gut geht. Ehrlich sein ist ganz weit vorne auf der Liste—ist ihm doch so wichtig? Anscheinend nicht, wenn er derjenige sein muss, der Probleme zugibt.
Jedenfalls hoffe ich, dass NdZ uns da ein bisschen Leo-Entwicklung gibt (das ist mir sogar noch wichtiger als Leo Hintergrundwissen), damit es mal wieder ausgeglichen ist!