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Aufwachen. Kaffee durch das Loch im Gesicht schĂĽtten.
Fluppe an. Magenrevolte. Fluppe aus. Reicht fĂĽr den Anfang.
Blick durch das Loch in der Wand: Welt. Kein neuer Schnee.
Blick auf den Text: Das Ende. Der Cursor. Ineinander verbissen.

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Berenice Abbott, Solitary drinker, Lafayette Hotel, Greenwich Village NYC, 1948.
The woman who checks her makeup half a dozen times a day to see if her foundation has caked or her mascara has run, who worries that the wind or the rain may spoil her hairdo, who looks frequently to see if her stockings have bagged at the ankle or who, feeling fat, monitors everything she eats, has become, just as surely as the inmate of the Panopticon, a self-policing subject, a self committed to a relentless self-surveillance. This self-surveillance is a form of obedience to patriarchy. It is also the reflection in woman’s consciousness of the fact that she is under surveillance in ways that he is not, that whatever else she may become, she is importantly a body designed to please or to excite.
Michel Foucault, “Femininity and the Modernization of Patriarchal Power” (via chocolate-eggs-and-lacan)
Die Theorie darf sich freilich nicht auf die Wirklichkeit beziehen, aber sie muß mit der Sprache zusammenhängen. Hier liegt ein Einwand gegen Mathematik.
Walter Benjamin: ›Aphorismen‹, in: Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser (Hg.): Walter Benjamin – Gesammelte Schriften, Band II.2, Frankfurt am Main 1991, S. 601f. (via diesebastionbehrisch)

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21-09-2015 “Wenn die Luft oben dünn wird, brennt sie unten schon” - Eine Erinnerung zum fünften Todestag an Martin Büsser (* 12. Februar 1968; †23. September 2010)
silence by sharon b. Via Flickr
“Ganz gleich, woran ich denke, immer denke ich nur an Auschwitz. Auch wenn ich scheinbar von etwas ganz anderem spreche, spreche ich von Auschwitz. Ich bin ein Medium des Geistes von Auschwitz, Auschwitz spricht aus mir. Im Vergleich dazu erscheint mir alles andere als Schwachsinn. Und gewiß, ganz gewiß nicht nur aus persönlichen Gründen. Auschwitz und alles, was damit zu tun hat (aber was hat schon nicht damit zu tun?), ist das größte Trauma der Menschen in Europa seit dem Kreuz, auch wenn es vielleicht Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauern wird, bis sie sich dessen bewußt werden. Wenn nicht, ist sowieso alles egal. Aber warum dann schreiben? und für wen?“
[Imre Kertész: Galeerentagebuch [1992], Zweite Auflage, Reinbeck bei Hamburg 2002, S. 32-33, verfasst im August 1973]
Umgänglichkeit selber ist Teilhabe am Unrecht, indem sie die erkaltete Welt als eine vorspiegelt, in der man noch miteinander reden kann, und das lose, gesellige Wort trägt bei, das Schweigen zu perpetuieren, indem druch die Konzessionen an den Angeredeten dieser im Redenden nochmals erniedrigt wird. Das böse Prinzip, das in der Leutseligkeit immer schon gesteckt hat, entfaltet sich im egalitären Geist zu seiner ganzen Bestialität. Herablassung und Sich nicht besser Dünken sind das Gleiche. Durch die Anpassung an die Schwäche der Unterdrückten bestätigt man in solcher Schwäche die Voraussetzung der Herrschaft und entwickelt selber das Maß an Grobheit, Dumpfheit und Gewalttätigkeit, dessen man zur Ausübung der Herrschaft bedarf. Wenn dabei, in der jüngsten Phase, der Gestus der Herablassung entfällt und Angleichung allein sichbar wird, so setzt gerade in solcher vollkommener Abblendung der Macht das verleugnete Klassenverhältnis um so unversöhnlicher sich durch. Für den Intellektuellen ist unverbrüchliche Einsamkeit die einzige Gestalt, in der er Solidarität etwa noch zu bewähren vermag. Alles Mitmachen, alle Menschlichkeit von Umgang und Teilhabe ist bloße Maske für das stillschweigende Akzeptieren des Unmenschlichen.
Theodor W. Adorno (via unstimmigeharmonie)
Auch wollen wir uns andauernd richtig verstanden wissen. Zumindest haben wir ein elementares Bedürfnis, beurteilt zu werden, und fordern mit dem merkwürdigsten Getue sogar wildfremde Menschen dazu auf, unsere Interpreten zu sein. Je vertrauter oder privater ein Gespräch, um so häufiger verheddern wir uns in Widersprüchen und Unklarheiten. Wir spüren unmittelbar, wie es geschieht, es läßt sich gar nicht vermeiden. Nicht weil wir besonders zerfahren oder nachlässig wären, sondern weil uns die Hoffnung reizt, der andere habe ein Ganzes von uns vor Augen, wenigstens aber ein Phantom davon, in dem sich all unsere abwegigen Bemerkungen, Widersprüche und Gurgeleien ganz von selbst zu einer reicheren, besseren Ordnung verbänden.
Botho Strauß: Die Widmung, Eine Erzählung (via ppaarraaddooxx)

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I need solitude. I need space. I need air. I need the empty fields round me; and my legs pounding along roads; and sleep; and animal existence.
Virginia Woolf, The Diary of Virginia Woolf (via psychedeli-sandwitch)