Uns war ein bisschen nach Dickens-Schmäh, aber dann doch nicht so arg, was sich mit Armando Iannuccis verschrobenem, aber unglaublich schick besetztem David Copperfield aber schön bedienen lässt. Lädt jetzt halt wieder zu vergleichenden Studien ein.
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@ulrichgebert
Uns war ein bisschen nach Dickens-Schmäh, aber dann doch nicht so arg, was sich mit Armando Iannuccis verschrobenem, aber unglaublich schick besetztem David Copperfield aber schön bedienen lässt. Lädt jetzt halt wieder zu vergleichenden Studien ein.

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Wir konnten dann auch endlich sehr nachträglich Feierlichkeiten zu Mel Brooks' 100. Geburtstag am 28. Juni unterbringen, hoch soll er leben! Mit dem ganz besonders unsinnigen, aber insofern, als Mel einer von nicht mehr allzuvielen Leuten ist, die noch zur Stummfilmzeit geboren wurden ganz passenden Silent Movie. Außerdem spielen gleich drei unserer Lieblingsdiven mit.
Iwan der Schreckliche, diesmal als Ballett, wo er sich genretypisch in einem unmöglichen Liebesdreieck bewegt und damit recht weit von der Filmhandlung weg oder gar den historischen Fakten. Immerhin ist es trotzdem mit Musik von Prokofiev. Dazu läuten -russlandtypisch- beherzt die Glocken, was (sie sind am oberen Bühnenrand) in der 1990-State-of-the-Art-UdSSR-Videoaufzeichnungstechnik im Bolshoi-Theater leider dazu führt, daß die Tänzer so klein und unscharf sind, daß man manchmal gar nicht mehr sagen kann, wer eigentlich wer ist. Sonst wäre es eigentlich recht schön.
Wenn ein Film schon Misery heißt, sollte man jetzt natürlich nicht den allervergnüglichsten erwarten, aber für einen Rob-Reiner-Film ist es ganz außerordentlich garstig und unerfreulich, sogar unter seinen Stephen-King-Verfilmungen, die andere ist ja recht herzig, siehe hier. Ich denke, wir konzentrieren uns fürderhin wieder auf Stanley Kubricks Stephen-King-Verfilmung.
Der berühmte, kultivierte, witzige und zynische Liedtextdichter Lorenz Hart braucht während der Premiere des unerträglich gefühlsduseligen neuen Musicals Oklahoma! -mit Ausrufungszeichen!-, das sein üblicher musikalischer Kollaborateur und Walzerkönig Richard Rodgers mit dem nicht so raffiniert in Naturmethaphern schwelgenden Oscar Hammerstein II. geschrieben hat, dringend einen Drink. Dummerweise hat er den Bartender instruiert, ihm keinen Drink zu spendieren, weil er sich noch mit einer schönen, wenngleich viel zu jungen Frau trifft. Die liebt ihn, aber nicht so, außerdem hatten alle angenommen, daß er sich eher für Männer interessiert, und dann muss er auch noch R&H zu ihrem Erfolg gratulieren. Das Unheil, so scheint es, will unerbittlich seinen Lauf nehmen, aber in Herrn Linklaters charmanter Lesart für passionierte Musicalkenner (also mich) wenigstens nicht so, daß er (in Gestalt des fabelhaft verkleideten Ethan Hawke) sich -mit Unterstützung des Barmanns und des Pianisten- an diesem Abend, obwohl Oklahoma! und die Zusammenarbeit von Rodgers und Hammerstein bekanntermaßen recht erfolgreich wurden, und zu allem Überfluss noch Oscars Nachbarjunge Stevie, der auch Musicals schreiben möchte, vorbeischaut, irgendwie die Show stehlen ließe. Es ist wunderbar.

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Wir wissen aber, wie wir uns zuverlässig aufheitern können und feiern wie angekündigt nachträglich, aber hingebungsvoll den 95. Geburtstag von Leslie Caron, hoch soll sie leben!, sowie die Nacht, in der der Champagner erfunden wurde.
So ein Urlaubsende, zumal mit Rückkehr in ein katerchenloses Haus, hat ja auch etwas melancholisches, weshalb mir Lars von Triers grandiose, aber anstrengende Mentale-Verfassungs-Studie Melancholia total angemessen als Heimkehrfilm erschien. Es ist das Ende der Welt! Verbessert die Stimmung aber natürlich auch nicht. Wir schauen übrigens mehr Lars-von-Trier-Film als das Internettagebuch nahelegt, aber den Beitrag zu Nymphomaniac hat die Tumblr-Zensur völlig geschluckt (hier ist noch ein Hinweis) und The House That Jack Build wurde zwar wieder hergestellt, taucht aber in der Suche nicht auf, sie finden es hier. Irgendwann trauen wir uns auch wieder an Dancer in the Dark, das ist ein Musical mit Joel Grey und Catherine Deneuve, da sind wir ja eigentlich die Zielgruppe.
Hier ein paar Urlaubsimpressionen.
Melden uns aus dem Urlaub zurück, da gibt es sicher auch noch ein paar Bildchen; Dieses Spanien ist ja ein hervorragendes Urlaubsland, wieso sind wir denn da noch nie draufgekommen? Zurück gleich wieder Kulturprogramm: Obwohl es ja -obwohl schön verschroben- streckenweise nicht völlig unsere Musik ist, lassen wir es uns dann doch nicht entgehen, wenn so legendäre Leute wie Nick Cave & The Bad Seeds beim Jazz Open vorbeikommen. Das mit dem Jazz macht Nick dann auch etwas Angst (aber Warren versteht was von Jazz), doch nicht so sehr, daß es seine außerordentliche hypnotische Bühnenpräsenz beeinträchtigen würde.
Jetzt brauchen wir aber wirklich mal Urlaub. Es gab noch einen Film passend zum Reiseziel. Vernunft ist relativ.

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Weil es gerade so schön war mit Jonathan Groff, schauten wir einmal mehr Maria Friedmans wundersame Merrily We Roll Along-Inszenierung, diesmal allerdings nochmal neu aufgezeichnet vom Broadway. Für die Harry-Potter- und Frozen-Fans. Jonathan beginnt, eine unheimliche Ähnlichkeit mit Michael Ball zu entwickeln, aber sie sind natürlich alle ganz reizend und machen das prima, wir sind jetzt bloß halt sehr an die Londoner gewohnt inzwischen...
Konnten uns nach langem Hin- und Her mal wieder mit einer Fernsehserie (und dem Film) anfreunden, wie der letzte Film spielt sie in San Francisco. Schwule haben es dort bei aller Toleranz und Befreiung allem nicht leicht, weil sie halt auch Leute sind.
Aus San Quentin auszubrechen, ist viel einfacher, als gemeinhin angenommen wird. Sofort kommt eine schöne Frau vorbei, die einen mitnimmt und neu einkleidet, und der umsichtige Taxifahrer vermittelt einem einen Gesichtschirurg, nach dessen Operation man aussieht wie Humphrey Bogart. Also muß die schöne Frau wohl Lauren Bacall sein. Sie lenkt ein wenig davon ab, wie unsinnig die Geschichte ist. Unser Held ist -selbstredend!!- unschuldig und macht sich, um dies zu beweisen auf, den wahren Mörder zu finden. Das gelingt ihm zwar, aber -so noir ist doch- letztlich nützt es eigentlich nichts.
Diesmal hat es wirklich überhaupt nichts mehr mit Joseph Conrad zu tun (wie hier ja eigentlich auch nicht). Ich bin jetzt auch gar nicht sicher, aber er scheint mir gar nicht wirklich ein Geheimagent sein. Vielleicht liegt es aber auch an der Erzählstruktur. Andererseits fühlen sich die Zustände im 70er-Jahre-Brasilien durchweg an wie ein Agententhriller. Mit besonders schönen Telefonzellen. Enthält eine der unappetitlichsten Filmszenen, die ich seit langem gesehen habe, sowie den letzte Auftritt von Udo Kier.
Transmann Sam besucht nach Jahren seine Familie und das Haus, in dem er als Mädchen aufgewachsen ist. Fast alle geben sich sehr viel Mühe, aber halt nur fast. Dafür trifft er seine Jugendliebe wieder. Es ist rührender, als man zu hoffen wagte und (natürlich) ist Eliot Page perfekt für die Rolle.

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Down With Love ist immer schön. Jajaichweißichweiß.
Der Roofman ist ein wirklich netter Kerl, begeht aber ständig bewaffnete Raubüberfälle, bevorzugt in MacDonalds-Filialen, in die er über das Dach einsteigt, daher der Name. Er ist total genial im Planen krimineller Aktivitäten, andererseits aber ein fürchterliche Idiot: er seht sich nach Liebe und einer Familie. Das kann natürlich nicht gut gehen, ist aber sehr herzig und selbstverständlich genau so passiert.