Der berühmte, kultivierte, witzige und zynische Liedtextdichter Lorenz Hart braucht während der Premiere des unerträglich gefühlsduseligen neuen Musicals Oklahoma! -mit Ausrufungszeichen!-, das sein üblicher musikalischer Kollaborateur und Walzerkönig Richard Rodgers mit dem nicht so raffiniert in Naturmethaphern schwelgenden Oscar Hammerstein II. geschrieben hat, dringend einen Drink. Dummerweise hat er den Bartender instruiert, ihm keinen Drink zu spendieren, weil er sich noch mit einer schönen, wenngleich viel zu jungen Frau trifft. Die liebt ihn, aber nicht so, und dann muss er auch noch R&H zu ihrem Erfolg gratulieren. Das Unheil, so scheint es, will unerbittlich seinen Lauf nehmen, aber in Herrn Linklaters charmanter Lesart für passionierte Musicalkenner (also mich) wenigstens nicht so, daß er (in Gestalt des ganz fabelhaften Ethan Hawke) sich -mit Unterstützung des Barmanns und des Pianisten- an diesem Abend, obwohl Oklahoma! und die Zusammenarbeit von Rodgers und Hammerstein bekanntermaßen recht erfolgreich wurden, und zu allem Überfluss noch Oscars Nachbarjunge Stevie, der auch Musicals schreiben möchte, vorbeischaut, irgendwie die Show stehlen ließe. Es ist wunderbar.