Ich kann alleine sein, ich kann alleine sein, Ich kann alleine sein.
Die Nacht macht noch vom Dunklen betrunken und ohne mit Gewitter zu zucken, keinerlei Anstalten dem Morgen zu weichen
Ich gehe nach Hause, zwischen Laternen und Funken, in meinem Rucksack trage ich Fragezeichen.
Die schwarze StraĂe hat sich breit gemacht, schlĂ€ft schweigend ihren Rausch aus und zwischen Kreuzungen und Seitengassen tut sich nirgendwo mein Haus auf und ich merke wie ich gehe, merke wie ich mich bewege, aber mein Leben auf der Stelle steht und bloĂ unter mir die Welt sich dreht und unter meinen FĂŒĂen ist die Erde ein Laufband, ich laufe nach vorn komm trotzdem bloĂ hier an.
Meine Welt ist ein Zelt bloĂ aus ewigem Treibsand, alles bleibt gleich ohne Ein- ohne Ausgang
Alle Schritte die ich gehe sind der Sand in meiner Sanduhr, alle StraĂen, alle Wege, alles kommt mir so bekannt vor
Hier zum Beispiel, genau hier war ich schon mal letztes Jahr, ich weiĂ noch wie verletzt ich war
Ich dachte ich wĂ€râ weiter, aber jetzt bin ich schon wieder da und was hab ich nicht alles gemacht seitdem
Ich hab neue Berge bezwungen, hab neue Lieder gesungâ, bin ĂŒber Schatten gesprungen, hab mich zum Lachen gezwungen, hab mich zusammengerissen um mich neu zu entfalten, um langen Atem zu haben, hab ich Luft angehalten, hab mich ins Wasser gestoĂen, um schneller schwimmen zu lernâ, hab meine Sachen verloren, um schneller fĂŒndig zu werden.
Aber alles bleibt dasselbe, ich zum Beispiel sehe jeden Tag gleich aus, lösâ bei mir selbst kein Hype aus, stehâ dann vorm Spiegel, ganz kleinlaut und verharre mit meinen Augen manchmal ein bisschen zu lange auf dem was hinter mir liegt
Und alles bleibt dasselbe, ich zum Beispiel und alle Phrasen die ich jeden Tag sage und alle Fragen die ich jeden Tag habe, wie die Frage danach, wann endlich alles gut wird
Und alles bleibt dasselbe, ich zum Beispiel, wie eine Spieluhr die tanzend immer wieder und wieder um sich selber kreist, immer mĂŒder und mĂŒder die Welt anschweigt im Takt ihrer Lieder bei sich und die Selbe bleibt
Und ich singe ich kann alleine, seit ich weg bin von der Party und dir, war ich noch nie so schlecht darin alleine zu sein.
Und klar, was uns Halt gibt kann uns Fallen lassen, wer uns liebt, kann uns alleine lassen, was uns frei macht, schrÀnkt uns doch bloà ein, wenn wir laut sind, woll'n wir leise sein und ich singe: Ich kann alleine sein.
Ich kann alleine sein, ja, sogar besser als ich dachte, auch wenn ich glaube, dass ich dafĂŒr nicht gemacht bin.
Und unter mein FĂŒĂen bleibt die Erde ein Laufband, es ist so viel passiert, steht trotzdem alles auf Anfang.
Wenn der Weg doch das Ziel ist, dann komm ich vielleicht doch an, ich drossle das Tempo und geh heutâ mal langsam.
Und was sonst das Ziel sein könnte, ich wĂ€râ irgendwann gern stark und ein bisschen weniger ironisch, vielleicht ein bisschen mehr bei mir, nicht ganz so melancholisch.
Ich wĂ€râ irgendwann gern alt und vielleicht ein bisschen weise, ich weiĂ noch nicht wie bald und noch nicht auf welche Weise, ich weiĂ, ich wĂ€râ gern nicht allein und gesund sein wĂ€râ vorzĂŒglich und ich wĂŒnsche mir vor allem ich wĂ€râ dann ein bisschen glĂŒcklich.
Und bis dahin werdâ ich manchmal an dich denken, auch wenn du mich vergisst
Und bis dahin werdâ ich aufhören zu fragen, wann endlich alles gut wird, weil nĂ€mlich lĂ€ngst schon alles gut ist, ja, weil nĂ€mlich lĂ€ngst schon alles gut ist.