Dank geht raus an Paan! Chris und Schulle haben uns vor einem Monat spontan unter die Arme gegriffen und dieses Konzert aus dem Boden gestampft, gekocht, und den Abend selbst geschmissen. Bit hat die Technik übernommen, Achim chillt in Nepal. Die Reil78 ist ein wunderbarer und wichtiger Ort für uns. Wir haben vor mittlerweile knapp über zwei Jahren unser zweites oder drittes Konzert dort zusammen mit Paan und Mutiny on the Bounty spielen dürfen. Es haben sich aber genau die richtigen Dinge verändert und auch nicht verändert. Immer noch nette Menschen, Fantastisches Essen (Rotkohl, Kartoffelgestampftes und Sauce spezial und vegane Pizza auch noch) (Schönste Küche der Welt übrigens) und eine klasse Atmosphäre. Wir aber dafür besser aufgestellt, sicherer, nicht mehr in Anzug verkleidet. War schön.
Robert und Thuy Vi sind wieder dabei. Zum Glück. Und Jonas von My Name Is Jonas Records aus Wien auch. Das wird was. No Surprising News hat jetzt Tapes. Kaufen! Oder bestellt hier vor: http://nosurprisingnews.blogsport.eu
Nach leckerem Frühstück in der Reil mit warmen Bohnenmus sind wir zügig nach Kassel und haben uns die Stadt vom Herkules aus angeschaut. Dazu gab es Bier und ein paar kalte Füße, weshalb wir die durch den Sportunterricht in der Schulzeit indoktrinierte Lange-Unterhosen-Scham nun aufgehoben haben. Alle haben das Recht auf warme Beine, was dann im sonnigen Casselfornia durch die Öfen und eine 80/90er-Pop-Playlist kein Problem mehr war. Essen war gut, Soundcheck auch.
Kÿhl. Was eine grandiose Band, was ein grandioses Konzert. Verfrickelter, diffuser, rauschiger Screamo, und mit was für einem Sound bei nur einer Gitarre, unmikrofoniertem Schlagzeug und ganz ohne Bass. Lange nicht mehr so beeindruckt gewesen.
Nach dem Konzert noch abgehangen, bisschen gequatscht und dann zum Schlafplatz. Manch einer aufgrund von zappeligen etwas kühlen Beinen dann noch in Leopardenjacket mit dem Veranstalter auf eine 80er-Trash-Party gegangen. Manch anderer ist mitten in der Nacht von einer sich selbst startenden Luke-Skywalker-Action-Figur wachgeworden. Richtig mit Star-Wars-Soundtrack und Bewegung und so. War schon ziemlich geil Alles. Morgens dann vom Doge des Hauses geschleckweckt worden und uns nach einer Portion veganer Currywurst verabschiedet.
Dank der netten Menschen von den Klangfarben Live-Sessions, konnten sowohl wir als auch No Surprising News jeweils ein Lied im Glashaus filmen lassen. Sind Echolot und Ohne Wut geworden, müssten so in ein bis zwei Wochen fertig bearbeitet sein. Das Essen war dermaßen lecker, dass wir uns alle ziemlich vollgehauen haben. Panierter Seitankram mit Ofen- und Süßkartoffeln? „Rotkraut mit Granatapfel“-Salat? Schoko-Pudding-Birne-Chili-Fasern-Nachtisch? Alles vegan? Heftig. Danke. Die Konzerte waren nett, wenn auch wenige, immerhin aufmerksame Menschen im Publikum. Außerdem war ganz geil, dass es am Einlass eine Nebelmaschine gab, die in einen Pappmaché-Drachen eingepflanzt war. Und, dass Sjard und Joni ihre eigenen Boxen hatten, und wir uns wie bei einem verkitschten Ami-Teenie-Film-Battle-Of-The-Bands battlen konnten.
Danach hat Joni die Lichtanlage umgestellt, sein DJ-Set begonnen und durch die dichte neblig-klebrige Atmosphäre provoziert, dass sich ein Teil unserer Reisegruppe quer durch die gesamte Cocktailkarte trinken wollte. „Manchmal ist das Gefühl von Freiheit auch im Zentrum eines Burritos aus Teppich versteckt!“ sagt Jakob. „Manchmal ist das Leben im rechten Winkel stehend auch leichter, weil weniger Rotation!“ sagt Thuy Vi. Gegen drei Uhr dann besser zum Pennplatz. Danke an die WG an dieser Stelle, war übelst gemütlich.
Der Frei*Raum ist ein geiler Laden. Ist wahrscheinlich so mit der einzige Anlaufpunkt in Passau für politische Arbeit und das Drumherum. Alle daran beteiligten Menschen waren sehr gut zu uns, vielen Dank. Bei dem No Surprising News Konzert hat jemand das Finale von Phrasen („UND NICHTS SEHEN!“) mit einem anständigen Rülpser gedoppelt. War zwar mehr Zufall als Avant-garde, aber auch mehr geil als scheiße. Das ist jetzt keine repräsentative Stichprobe des Abends oder des Publikums, schließlich singt Robert sehr laut und aufstoßen muss jeder Mensch. Ein kleines Malheur. No Surprising News hat aber mit einem applaudierendem Presse-Foto-Handshake gedankt und alle waren zufrieden. Waren schöne Konzerte.
Danach noch Turbostaat, Captain Planet, Lichter, Pisse und Basement über die Hausanlage laufen lassen und uns mithilfe eines Sandwichmakers den Mitternachtshunger vertrieben. Außerdem noch einiges im Umsonst-Laden im Eingangsbereich des Frei*Raums anprobiert und für „nicht optimal, aber ich trag das jetzt, bis wir abhauen“ befunden. Gepennt haben wir in einer Haus-WG nahe der Ils. War auch wieder ein smarter Hund dabei!
Allgemein eine wirklich schöne Stadt mit schönen Gebäudefarben. Tragischerweise stand die Altstadt vor zwei Jahren aber auch hart unter Wasser, sodass der neue Anstrich wahrscheinlich nicht erstrangig aus ästhetischen Gründen gemacht wurde.
Graz fiel aus, Mist. Danke an Johannes aus Regensburg, dass er uns quasi aus dem Off-Day-Sumpf gezogen, und in einen Regensburger Proberaum-Komplex gesteckt hat, damit wir dort ein nicht-öffentliches Konzert spielen konnten. Vorher wurden wir noch zu ihm geladen, konnten duschen und Wurzelgemüse-Chili essen, haben dann zusammen die Anlage abgeholt, paar Getränke gekauft und sind zum abgelegenen Raum/Keller/Katakomben-Hybrid gefahren. Hatte starken Industrie-Flair und ganz schön viele zu passierenden Ecken, bis wir dann wirklich am Konzert-Ort standen. Es war unfassbar schön. Schaut euch die Fotos an! Eine uns alle umhauende Mixtur aus Wärme, Gruft, D.I.Y, Kargheit und Liebe, Aufmerksamkeit und Anerkennung. Ohne, dass die Tour beendet ist, können wir einstimmig sagen, dass dieser Abend unsere bisher schönste Erfahrung war, ob für Zinnschauer oder No Surprising News.
Nach den Konzerten standen wir einfach noch etwas in den Räumen rum, haben getrunken und viel gelacht, haben einen Ollie- und einen „Präzise Werfen“-Wettbewerb gemacht (Jonatan Lux siegt) und nebenbei Mahria und Beau Navire gehört. Unser Zeug haben wir abgebaut, aber dort stehen lassen und sind zu Fuß mit Tobi zusammen zu ihm nach Hause gelatscht, um so langsam schlafen zu gehen. Der Weg dorthin war aber auch noch mehr als nur ein Weg - was für imposante Gebäude in Regensburg stehen. Der Gruppe etwas hinterherhinkend hatten vor allem Jakob und Jonatan großen Spaß beim Gaffen. Schöne Stadt, wirklich.
Zu Hause bei Tobi haben er und Jonatan dann gemerkt, dass sie sich von einem Jahre zurückliegenden Hirsch Effekt Konzert schon kennen und sind sich lachend in die Arme gefallen. Das war etwas kitschig, aber auch ganz geil. Dann noch ewig in der Küche erzählt. Der Abend war nicht mehr zu verbessern irgendwann, also ab ins Bett. Morgen geht es nach Wien, das ist etwas weit.
Hier noch ein Mal ein ganz direktes explizites Lob/Dankeschön an alle Beteiligten. <3
Ohne Navigationsgerät aber dafür zielsicher dem stärker werdenden Geruch von Hefe in der Luft folgend, ausgeströmt von der Ottakringer Brauerei, die sehr nah am dasBACH lag, haben wir den Weg nach Wien doch ganz gut gefunden. Jonas hat uns lieb empfangen und uns unsere Wohnung gezeigt. Fußbodenheizung? Ist das noch Punk? Ist das so wichtig? Ne! Ist egal, ist gut. Schön zu wissen, dass wir zwei Nächte hier bleiben werden. Erst Mal mussten wir aber fix zu einer Buchhandlung in der Innenstadt, um dort ein kleines unverstärktes Konzert zu spielen. Jonas hatte dafür ein paar Freunde eingeladen, sehr nette Atmosphäre. Wir haben „Schaltern“ von No Surprising News mit dickem Zinnschauer-Feature, das wir auf der Fahrt im Auto fertig geschrieben hatten, von einem Freund filmen lassen und beide noch ein kurzes Set gespielt. Das Video müsste in ein bis zwei Wochen fertig geschnitten sein. Danach sind wir zu Jonas und Toni nach Hause, haben Penne gegessen und danach die „Durch die Nacht“-Folge mit Oliver Pollack und Hafti gesehen. War nicht verkehrt, aber ohne Baba-Haft im Zentrum des ungeklärten Ungleichgewichts von Schauspiel, Kunstfigur, Azzlack, oder „wirklich so“ wäre es echt lahm gewesen. Dann zu unserer Wohnung.
Gefrühstückt haben wir ausgiebig, mit Pfannkuchen, Hummus, Tonnenweise Veggie-Aufstrich und Saft und so Kram. Robert und Jakob sind dann erst Mal in der Wohnung geblieben während Sjard, Joni, und Thuy-Vi etwas durch Wien geschlendert sind. Gegen Abend haben wir uns dann alle wiedergetroffen und sind ins BACH. Der Sound war gut, die Bühne/Nicht-Bühne sehr passend und The Weight Of Water angenehm Emo.
Bei Zinnschauer haben wir uns schon eine Menge anhören müssen, an Vergleichen, Abstufungen, Lobes- und auch Nicht-Lobes-Hymnen, Analysen, Verbesserungsvorschlägen und so weiter. In Wien hat uns die Beschreibung „einer moderen Version Franz Schuberts oder Hugo Wolfs“ allerdings echt überrascht. Das geht zwar nicht einhundert Prozent Hand-In-Hand mit unserer (musikalischen) Sozialisation, aber sträuben werden wir uns dagegen sicher auch nicht. Wir haben versucht mit unser eigenen Labelei ein bisschen kürzer zu treten und einfach immer nach Phase und Laune ein paar Fünkchen unseres aktuellen Geschmacks in unsere Selbstbezeichnung zu tragen, den Rest aber offen zu lassen. Skramz-Songwriter, wie Performance-Art, wie Pop, ist doch eigentlich echt egal, oder? Hauptsache trve.
Preis für die schönste Bühne geht momentan an München. Rote Vorhänge hinten und an den Seiten, ein rot-gemusterter-kitschiger Teppich, unser roter Verstärker, die Bühne perfekt groß und hoch, Platz für Jonatans Licht, und trotzdem auf Augenhöhe. Das war echt heavy.
Sebi hat den Abend mit seinem Projekt Teacup Exhibition eröffnet. Ziemlich gut gemachte Mischung aus Post-Rock, Loop-Musik, Frickel, Notwist, manchmal leicht ange-Deftones-te Melodien und alles mit einer gesunden Portion Wahnsinn im Sounddesign. Roberts Set war auch sauber, trotz zwei gerissener Saiten. War aber auf der gesamten Tour Saiten-Reiß-Premiere, also alles halb so wild. Unsere Version von Schaltern bockt live, ist nun fest im Set. Danke an alle drei Andis für den Sound, die Veranstaltung und das Essen und die schönen, wenn auch kurzen, Gespräche. Einer der Andis ist von lostname, mit dem wir unsere erste richtige Tour gespielt hatten. <3
Geschlafen haben wir in seiner Wohnung. Gut geschlafen!
München-Cottbus war ne ziemlich haarige Autostrecke. Allerdings war in München ein weiterer guter Freund zur Reisegruppe gestoßen, der seine Dankbarkeit in den fünf Stunden mehr als abgefahren hat. Niko vom La Casa in Cottbus hat uns sehr lieb empfangen und erst Mal vegane Pizza bestellt. Voll geil. Jedoch hatte unsere neu gewonnene Bühnen-Phobie in der im drei Meter hohen Laden bebacksteinten Bühne (circa ein Meter hoch, Steinofen-Ästhetik) einen neuen Trigger gefunden. Hätte Robert darauf gespielt, hätte er sich sicher die Rübe eingehauen. Glücklicherweise sind wir dann auf dem Weg zum Pennraum im Keller durch einen düsteren, sicherlich für Electropartys perfekten, Raum gelaufen, in welchen wir in der nächsten halben Stunde die komplette Anlage trugen, um dort in einer Ecke alles aufzubauen. Beste Idee, das war richtig gut da unten. Es waren einige Menschen da, die überhaupt gar nicht wussten, worauf sie sich da eingelassen haben. „Das kannst du doch mit einer alten Frau nicht machen“, rief jemand als Antwort auf den ersten Schrei aus dem Off. Optimal.
Wir haben danach noch lange oben an der Theke gesessen, erzählt und Diesel getrunken. Durch die vielen Konzerte und unterschiedlichsten Situationen und Umstände können wir nun statistisch signifikant sagen, dass Exzess und Entfernung zum Schlafplatz grob negativ zusammenhängen. Außer es gibt auf dem Weg zum Pennplatz schöne alte Gebäude.
Für das Frühstück haben wir eine Bier-Bank-Garnitur draußen in die Sonne gestellt, den anklopfenden Frühling genossen und sind dann weiter nach Potsdam.
Angenehmste Autofahrt, war nur etwas über eine Stunde. Dabei Sonne, Sonnenbrille, und Schreimusik vorne, hinten entspanntes Schlummern. Wir sind ungefähr zeitgleich mit Tigeryouth angekommen, haben uns me-ga-geil begrüßt und erst Mal einen Kaffee getrunken, unsere Schlafplätze im Gebäude gegenüber (Fuck, direkt nebendran. Exzess vs. Entfernung zum Schlafplatz) ausgecheckt, kurz den alten Arcade-Automaten angeworfen und eingesehen, dass die Spiele früher echt zu schwierig waren, geduscht und dann den Sound gecheckt.
Später waren eine ganze Menge Menschen da, die allesamt sehr still im sitzen zuhörten. Jakobs Einen-im-Tee-Faktor war leicht über dem Durchschnitt, was das Konzert hätte stärker, oder zumindest lustiger machen können. Irgendwo war es beides und für uns ein wirklich schönes Konzert. Danach Party-Planung. Haben wir kurz gestritten, ob es überhaupt noch irgendwas Cooles an Electro-Swing gibt, oder je gab, und ob ironisch auf 80er-Musik abfeiern nicht genau so schlimm ist, wie sie ernst zu nehmen, oder ob ironisch auf 80er-Musik abfeiern nicht genau so geil ist, wie sie ernst zu nehmen. Letztendlich alle ins Archiv für 80s. Gute Entscheidung. Um sieben waren alle Party-People zurück.
Morgens haben wir dann das Cottbusser-Frühstück-Revival mit Bier-Bank-Garnitur in der Sonne zelebriert, leicht verkatert aber gut drauf, haben alles zusammengepackt und sind los.
Letzter Tag mit No Surprising News. Symbolisch unter das Auge tätowierte Tränen in allen Gesichtern. Zum Glück wurde aus dem letzten Abend auch der skurrilste. Eine ausgeräumte Wohnung mit circa zwanzig Quadratmetern und circa 50 Gästen. Wir haben alle drei in der Nische für die nicht vorhandene Einbauküche gespielt. „Dieser Raum, voller Rauch […] Es war viel zu warm“, aber wunderschön. Cool war, dass auch die Gäste nicht wussten, wo das Konzert am Ende stattfinden sollte, und erst in der Nachbar-Wohnung abhängen mussten. Photoshoppten wir den Zuschauern rote Plastikbecher in die Hände wäre es diese eine kitschige High-School-Party gewesen, auf der noch nie jemand war aber jeder fest daran glaubt, dass es irgendwo in Amerika Standard ist.
Dann Abschied. Möglichst schnell und kompromisslos. Extra noch ein paar wichtige Sachen im jeweils anderen Auto vergessen, damit wir uns schnell wiedersehen müssen. Danke Robert, Thuy-Vi, Johnny und Tilmann.
Kein Ende in Sicht by No Surprising News