Kein Vaterland
Man empfinde keinen Stolz.
Man empfinde nichts, das binden wĂźrde.
Man will dieses Land nicht verteidigen.
Nicht tragen.
Nicht rechtfertigen.
Man will keine Marionette sein fĂźr eine Politik,
die nimmt und nichts zurßcklässt.
Arbeiten.
Immer arbeiten.
Bis alt.
Bis krank.
Bis kaputt.
Liebe wird verhandelt.
Existenz wird verrechnet.
Menschen werden zu Zahlen.
Und das nennt man Ordnung.
Es ist keine Satire.
Es ist Alltag.
Dieses Land spaltet sich selbst
und nennt es Meinung.
Hetze wird salonfähig,
GleichgĂźltigkeit zur Tugend.
Man geht wählen.
Und sieht zu,
wie Entscheidungen trotzdem woanders fallen.
Ein Kanzler ohne RĂźckgrat,
eine Zukunft ohne Einladung.
Man mĂśchte weg.
Aber wohin?
Die Welt ist ein Schachbrett alter Männer.
Kriege werden gefĂźhrt,
Grenzen verschoben,
Menschen mitgeschoben.
Die USA marschiert ein.
China droht.
Europa rĂźstet.
Russland tĂśtet weiter.
Und alles wird Hintergrundrauschen.
Man ist machtlos.
Man kann nicht fliehen.
Man kann nicht bleiben.
Es ist wie ein Autounfall in Zeitlupe.
Man sieht das Ende.
Man sitzt fest.
Was ist ein Land ohne Menschen,
die daran glauben?
Was ist ein Krieg ohne Ăberzeugung â
nur mit Zwang?
Man schaut weg.
Nennt es Stabilität.
Nennt es Realität.
Ich nenne es Verlust.
Die Alten fĂźhren ihre Kriege.
Und wir stehen hier
ohne Stolz,
ohne Halt,
und fragen uns,
wann alles so verdammt falsch geworden ist.















