Vorwahlen in den USA beginnen
Zweimal wÀhlen auch nicht demokratischer
Dabei geht es nicht um die teilweise Wiederholung der Bundestagswahl in 3 Wochen in Berliner Bezirken - obwohl man sich fragen muss, was das nach mehr als 2 Jahren der Legislaturperiode noch nĂŒtzen soll. Ein Artikel der Nzz.ch beschĂ€ftigt sich mit den gerade beginnenden Vorwahlen in den USA.
Wahlen in den USA
... sind grundsĂ€tzlich so ein Problem, denn wĂ€hlen darf nur, wer sich zur Wahl hat registrieren lassen. Das ist nötig, weil die groĂe Mehrheit der US BĂŒrger keinen Pass besitzt und Personalausweise gibt es nicht. Zur Wahl registrieren muss man sich also selbst aus eigenem Antrieb. Viele vorbestrafte US BĂŒrger haben auĂerdem das Wahlrecht in ihrem Verfahren verloren. Anderen, insbesondere schwarzen BĂŒrgern, wird das registrieren schwer gemacht. Arbeitende Menschen mĂŒssen hoffen, dass die Schlangen in den Wahllokalen nicht zu lang sind, denn gewĂ€hlt wird stets an einem Dienstag.
Aber "im Prinzip" ist der Ablauf der Wahlen durch die Verfassung geordnet. Wer ĂŒberhaupt zur Wahl steht, das bestimmen jedoch die Vorwahlen, bei denen die Kandidaten der (beiden groĂen) Parteien bestimmt werden. Zur Wahl gehen da nur die UnterstĂŒtzer der jeweiligen Partei.
Unterschiede zwischen blau und rot
Die Regeln fĂŒr die Vorwahlen bestimmen die Parteien selbst. So haben die (blauen) Demokraten bei sich in den letzten Jahren einige Ănderungen in den Regeln durchgesetzt.
Sie haben das "Winner takes it all"-Prinzip auf Vorwahlstufe abgeschafft,
die Mitbestimmung des Parteiestablishments als Sicherheitsschleuse installiert,
bei der letzten PrÀsidentschaftswahl 2020 ein koordiniertes Vorgehen der Konkurrenten gegen den extremen Bewerber Bernie Sanders vereinbaren können. (Zitat nzz.ch)
Ob solche Regeln die Demokratie stĂ€rken, ist fĂŒr uns genauso fraglich, wie das Registrierungsverfahren und das praktische Monopol auf die beiden Parteien.
Bei den (roten) Republikanern gibt es vergleichbare Regeln nicht. Die Folge davon ist, dass ein Bewerber wie Trump, zu Beginn politisch unerfahren und letztlich an Parteipolitik wenig interessiert, nun schon zum dritten Mal hintereinander vermutlich das Rennen macht. (Zitat nzz.ch)
Das bedeutet letztendlich, dass auffĂ€llige, lautstarke, extremistische Bewerber chancenreich sind, wenn sie den WĂ€hlern gefallen - und das sind in groĂer Mehrheit poltisch aktive UnterstĂŒtzer dieser Partei. Es reicht also, wenn der Bewerber diese auf seine Seite zieht. Hinzu kommt bei den Republikanern noch das "Winner takes it all"-Prinzip.
Das heiĂt, dass derjenige PrĂ€sidentschaftskandidat wird, der möglichst schnell die Mehrheit der 2400 Delegierte zusammenbekommt. Alternative Kanidaten streichen oft vorzeitig die Segel, wenn ein Kandidat bei frĂŒhzeitigen Vorwahlen hervorsticht. WĂ€hler in den Bundesstaaten, die erst nach dem Super-Tuesday am 5. MĂ€rz wĂ€hlen, haben kaum noch eine echte Wahl. Der auffĂ€llige, lautstarke, extremistische Bewerber hat noch einen weiteren Vorteil, wenn seine Herausforderer eher gemĂ€Ăigt sind und sich in ihren Positionen wenig unterscheiden.
Ein wichtiges Argument haben wir bisher als Gott-gegeben bisher unter den Tisch fallen lassen. Es ist der Net Worth Of The American Presidents , also mit wie vielen Millionen Dollar geht ein Bewerber ins Rennen - ohne eigenes Geld, keine Chance. Das Geld fĂŒr den Wahlkampf sind zum einen Spenden - meist von groĂen Unternehmen. Die Spendenveranstaltungen mit und durch poltisch aktive WĂ€hler dienen vor allem der Mobilisierung. Daneben mĂŒssen die KandidatenInnen ein dickes Millionenpolster selbst mitbringen. Das sind auch fĂŒr die Gewinner keine verlorenen Ausgaben, denn - wenn nicht wĂ€hrend der Amtszeit - so ist doch garantiert, dass sie nach ihrer Amtszeit ein Vielfaches des investierten Geldes mit VortrĂ€gen, BĂŒchern und Beraterhonoraren einstreichen können.
Mehr dazu bei https://www.nzz.ch/meinung/die-vorwahlen-in-den-usa-versprechen-basisdemokratie-in-wahrheit-bestimmen-wenige-ueber-viele-ld.1772656
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