Schwarz-rot fĂŒr "Digital only"
BSI und Google bauen "sichere und souverÀne Cloud-Lösungen"
"Das kann doch nicht wahr sein", war mehrmals unser Aufschrei beim Lesen des aktuellen Newsletters von Digitalcourage.de - nicht nur bei obiger Ăberschrift. Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine Kooperationsvereinbarung fĂŒr die Behörden auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene abgeschlossen.
Geht's noch? Die USA ĂŒberziehen uns mit Zöllen und von GAFAM (Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft) wissen wir, dass sie Milliarden mit unseren Daten verdienen und dann reichen wir diese auf dem Silbertablett anstatt endlich eine eigene offene Digitallandschaft zu fördern und zu unterstĂŒtzen.
Fataler "bekannter Fehler"
Es geht aber noch verrĂŒckter: Ein Student aus Indien wartet auf sein Visum fĂŒr die Einreise bis heute und hat mindestens ein Semester, seine hiesige Wohnung und den Flug verpasst, weil das neue digitale Visumverfahren seinen Antrag abgelehnt hat, weil er die "falsche Visumskategorie" ausgewĂ€hlt hat. Nach Tagen vergeblicher Erkundigungen bestĂ€tigt ihm ein Mitarbeiter der Digitalabteilung des AuswĂ€rtige Amts, dass das ein "bekannter Fehler" ist. Er wird nicht das einzige Opfer unseres Digitalisierungswahns gewesen sein ...
Ăhnliches trifft auch uns hier, denn inzwischen bieten viele VerkehrsbĂŒnde das Deutschlandticket ausschlieĂlich ĂŒber ihre eigenen Apps an. Wer spontan ohne Handy Bus oder Bahn fahren will, hat Pech, schreibt Digitalcourage.de. Wer dann ohne Handy oder mit leerem Akku erwischt wird zahlt 60âŹ. FĂŒr den unsinnigen Digitalzwang gibt es noch viele weiter Beispiele ( "ePA fĂŒr alle" , Spartickets nur noch gegen Handynummer oder E-Mail , Busse verkaufen keine Fahrscheine mehr , Mit Zwang in die Cloud , Zwangsdigitalisierung ohne Ende ). Menschen ohne Handy werden aus dem Wirtschaftskreislauf ausgeschlossen.
 Petition "Save Social" im Bundestag ĂŒbergeben
Gegen diese unsinnige Ausgrenzung von Menschen richtet sich eine Petition mit inzwischen 257.000 Unterschriften, die Dr. Eckart von Hirschhausen, Ralph Ruthe, Marc-Uwe Kling, Nina George, Dota Kehr, Rocko Schamoni, Prof. Dr. Herta DĂ€ubler-Gmelin und Jan Delay initiiert und dem Bundestag ĂŒbergeben haben. Die Forderung: Die Digitale Ăffentlichkeit muss demokratisch gestaltet und kontrolliert werden.
Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) stellt fest, dass Tracking und Profilbildung zu Werbezwecken Risiken fĂŒr Verbraucher und Gesellschaft darstellen. Die Verbraucherzentrale fordert deshalb ein neues EU-Gesetz, das Tracking-basierte Werbung grundsĂ€tzlich verbietet.
Mehr dazu bei https://digitalcourage.de/
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