Novemberleben
Es ist November. Und bald habe ich Geburtstag. Letzes Jahr lagst du zu dieser Zeit auch im Krankenhaus. Da wurde ich 18. Und ich glaube fĂźr dich war es fast schlimmer, als fĂźr mich. Du durftest mich nicht mal umarmen, weil dein Immunsystem durch die Chemo zu schwach war und du isoliert liegen musstest. Dieses Jahr bist du wieder nicht da. Du wirst nie wieder da sein und wir werden auch keinen Geburtstag mehr feiern. Denkst du dort oben an mich? Existierst du Ăźberhaupt noch irgendwo? Ich weiĂ es nicht H. Ich finde auf so vieles keine Antwort. Nicht mal auf mich selbst. Manche wĂźrden sagen, warum ich nicht nach vorne schaue, sondern immer in die Vergangenheit. Ich schaffe es nicht, weil ich dann Angst habe, ich vergesse dich. Oder mich? Ich stecke irgendwo fest, im Ăbergang zwischen damals und jetzt. Ich stecke fest im Leben. Kann meine Erwartungen nicht mehr tragen. Kann die Erwartungen der Anderen nicht tragen. Vielleicht schaffe ich das dann im Dezember oder Anfang 2016. Oder in 5 Jahren. Oder nie. Aber nicht im November und erst Recht nicht an meinem Geburtstag. Denn dafĂźr ist da noch zu viel âdamalsâin meinem Leben.














