Warum 2020 so viel mehr war.
Wenn wir uns an dieses Jahr erinnern werden, wird den meisten wohl lediglich ein Thema einfallen. Und ja, die Situation hat weitreichende Folgen und wirkt sich in so vieler Hinsicht auf unser Leben, unsere Gedanken und auf das Zusammenleben in jeglicher Form aus. Jedoch ist es wie mit dem Museums-Gedanken. In dem Buch „The Big Five for Life“ von John Strelecky spricht er von so genannten „Museumstagen“. An diesen Tagen geschehen prägende Ereignisse und wir haben die Wahl, wie wir diese für uns speichern und in unserem imaginären Museum in Erinnerung behalten. Und wenn wir uns eines Tages in unseren letzten Zügen unseres Lebens befinden, gehen wir durch unser Museum und begutachten unsere Lebensereignisse noch einmal (vgl. Strelecky, 2009, S.23 ff.). Jemand der viel Fern sieht, wird wohl viele Bilder hängen haben, in denen man ihn dabei sieht, so Strelecky.
Bezogen auf 2020 also können wir auch darüber entscheiden, welche Bilder hiervon aufgehangen werden in unserem imaginären Museum.
Es ist wahr, diese Ereignisse haben alles entschleunigt, wodurch wir mitunter denken, dieses Jahr „nicht voran gekommen zu sein“. Allerdings ist das ein Trugschluss. Denn wenn wir hinter die Kulissen schauen, ist trotzdem so viel passiert. Wir haben vielleicht einen lieben Menschen in unserem Leben gewonnen, unsere Zoom-Skills erheblich verbessert, die Natur mehr lieben gelernt, können Weinproben organisieren aufgrund der intensiven Studie des Weinregals im Supermarkt, haben die Liebe zum Fahrradfahren oder Joggen entdeckt – mehr oder weniger – oder einfach nur gelernt, mit weniger zufrieden sein zu können.
Wenn ich an 2020 denke, möchte ich folgende Bilder in meinem Museum aufhängen: Bilder meines Bachelorabschlusses, meines Berufsbeginns, die Treffen mit Freunden und Familie, die ich umso mehr geschätzt habe, die Bergtouren mit meinem Vater, die Kitesurfer vom Ostseebad Laboe, die vielen Sommerabende am See, studio l'italiano, die Zusage über den lang ersehnten Masterplatz und  über den Mut, endlich meine Gedanken in diesem Blog zu veröffentlichen.
Mit welchen Erinnerungen möchtet ihr den Raum 2020 eures Museums bereichern?
J.S.
















