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Zum neuen Produkt in zwei Tagen - Erfolgsrezept Design Sprint
Mit der Methode des Google Design Sprints haben wir kürzlich nicht nur unser neues Produkt “Suitpaper” entwickelt, sondern verhelfen auch unseren Kunden zu erfolgreichen Lösungen. Das Ganze in Rekordzeit!
Es ist wohl der Traum eines jeden Unternehmers: Ein neues und marktreifes Produkt in kurzer Zeit entwickeln, das sofort funktioniert und erste Umsätze erzielt. Wie aus dieser Traumvorstellung unternehmerische Realität werden kann, haben wir anhand eines Selbstversuchs getestet. Anhand einer agilen Methode, die nicht nur Startups bei der Produktentwicklung einen entscheidenden Vorteil bescheren kann, haben wir es geschafft, in gerade einmal zwei Tagen ein neues Produkt zu launchen. Wie kann so etwas funktionieren? Das war weder Zufall noch Gründerglück, sondern das Zeugnis eines innovativen Ansatzes. Doch von vorn.
Während sich unser Leben immer mehr mit Themen der digitalen Transformation auseinandersetzt, ist die Recruiting-Branche noch immer von Methoden und Verfahren geprägt, die ihre besten Zeiten längst hinter sich haben. Bewerbungsschreiben und Stellenanzeigen sind heute noch nahezu dieselben wie schon vor 30 Jahren. Mit dem Suitpaper soll ein neues Produkt einen Teil zur dringend benötigten Transformation im Recruitingbereich beitragen, indem es sich von alten Konventionen löst, das Augenmerk auf nachhaltige Personalauswahlfaktoren legt und für eine zukunftsfähige Denkweise sorgt.
Es beginnt mit einer Sprint Challenge
„Klassische Bewerbungsdokumente wie wir sie hinlänglich kennen, vermitteln längst nicht mehr das, was beim Einstieg in den Bewerbungsprozess eigentlich vermittelt und beachtet werden sollte. Es braucht eine neue Form der Bewerbung, ein Bewerbungsdokument der Zukunft, das wahrheitsgemäß das beinhaltet, was einen Kandidaten wirklich auszeichnet. So wollen wir die Standards im Recruitingalltag neu definieren!“
Mit dieser unmissverständlichen und auf den ersten Blick zugegebenermaßen recht ambitionierten „Sprint Challenge“ begann unser Selbstversuch, ein neues Produkt zu erschaffen. Das, was wir heute unter dem Namen „Suitpaper“ in den Händen halten, war Ende März nichts anderes als eine optimistisch und revolutionär formulierte Zielvorstellung. Sie gehört zunächst als wesentlicher Bestandteil zur verwendeten Methodik unseres Selbstversuchs.
Ziel jeder Produktentwicklung muss ein MVP sein
Das neue Produkt sollte nämlich anhand der sogenannten „Design-Sprint-Methode“ entwickelt werden und nach kürzester Zeit die Beschaffenheit eines „Minimum Viable Products“ (MVP) erfüllen. Beide zugrunde gelegten Ansätze haben ihren Ursprung in der Start-Up-Welt. Sie repräsentieren das moderne Verständnis von bedarfsgerechter Produktentwicklung. Lean Startup, Agilität und Design Thinking sind in diesem Zusammenhang keine leeren Buzzwords mehr, sondern geben die Kernbotschaft der Methoden wieder: Geringer Kostenaufwand gepaart mit maximalem Wissenstransfer und Ressourceneinsatz sollen die schnelle Marktreife eines minimalistischen, aber funktionierenden Produkts nach sich ziehen. Dabei gilt in erster Linie Hypothesen aufzustellen, Annahmen zu überprüfen und schnell für klare Verhältnisse zu sorgen, ob eine Zielvorstellung realisiert oder verworfen werden kann.
Design Sprints bringen schnelle und erfolgreiche Produktentwicklung in Einklang
Was hat ein Unternehmer also zu verlieren, wenn er innerhalb weniger Tage die Möglichkeit hat, das Potenzial einer anfangs vermeintlich hochgegriffenen Vision zu bestätigen bzw. zu widerlegen? Diese Methode kostet nichts außer eine gewisse Ladung Gehirnschmalz und einen Zehner für bunte Klebezettel. Ohne Zweifel - Mit Hilfe der Design-Sprint-Methode die Entwicklung eines MVPs voranzutreiben ist allemal ökonomischer als die heutzutage immer noch gelebte Praxis in Produktentwicklungsabteilungen dieser Welt: Unternehmen erkranken schlichtweg an einer „Featuritis“, indem sie sich monatelang innerhalb ihrer Projektteams einschließen und von Entwicklungszyklus zu Entwicklungszyklus hecheln. Nach unzähligen Stunden der Entwicklung, Unmengen verwendeter Ressourcen und einer Korrekturschleife nach der anderen wird endlich ein Produkt gelauncht, das letztlich nichts ist als ein großer Kompromiss unterschiedlicher Auffassungen des Projektteams. Der Detail- und Perfektionswahn endet für das Produkt und die ursprüngliche Idee zumeist tödlich.
So entsteht mit dem Design-Sprint ein neues Produkt
So - das stand bei uns bereits weit vor dem Startschuss der Entwicklung unseres neuen Produkts fest - sollte unser neues Baby nicht enden. Aus diesem Grund setzten wir einen zweitägigen internen Design-Sprint-Workshop an. Vom 30. März bis 1. April diesen Jahres reisten wir mit dem gesamten Team nach Berlin, um unsere Mission umzusetzen. Alle Entwicklungsschritte haben wir selbstverständlich in Form eines Videos festgehalten:
https://youtu.be/wBqy1u_b7Fg
Der Grund, weshalb wir unseren Arbeitsplatz für diesen Workshop extra nach Berlin verlegten, liegt in der Beschaffenheit eines sogenannten „War Room“ wie ihn der Design-Sprint-Pionier Jake Knapp in seinem Buch „Sprint“ bezeichnet. Einen solchen Ort zum kreativen Denken, Argumentieren, Skizzieren und Entwickeln fanden wir im Berliner Büro unseres Partners young targets. Das Loft optimierten wir kurzerhand mit allerhand Einrichtungsgegenständen, die zum produktiven Arbeiten gemäß des Design Sprints nützlich sind. Doch nicht nur bei der Auswahl und Ausgestaltung des Ortes orientierten wir uns eng am von Google 2010 erfundenen Original. Auch die Besetzung des Teams richteten wir am Soll-Zustand aus und besetzten die erforderlichen Positionen Produktleiter, Marketer, Zielgruppenversteher, Designer, Entwickler und Moderator gemäß unserer Kompetenzverteilungen im Team.
Gemeinsam durchliefen wir in nur zwei Tagen die fünf wesentlichen Prozessphasen des Design Sprints, für die Google zwischen drei und fünf Tage ansetzt - ein anstrengendes, aber überaus erfolgreiches Programm:
Understand & Map: Erfahrungen, Probleme, Anregungen und Meinungen werden gesammelt, sodass ein gemeinsames Verständnis von der Ausgangslage gezeichnet werden kann. Es geht darum aus einem Bedarf, möglichst uneingeschränkte Ideen, Phantasien und konkrete Handlungsanforderungen für ein zukünftiges Produkt abzuleiten. Jedes Teammitglied visualisiert in nur acht Minuten eigenständig acht unterschiedlichste Entwürfe, wie das zukünftige Produkt beschaffen sein könnte. Die Kreativität wird durch die individuelle Interpretation der Problem-Solution vollständig ausgeschöpft und es entsteht eine Reihe von Alternativen, die Anlass zur konstruktiven Diskussion geben.
Sketch: In der anschließenden Phase entscheidet jedes Teammitglied für sich, welche Eigenschaften seiner acht konstruierten Alternativen weiterverfolgt werden sollen. Alle Teilnehmer erstellen auf Basis der ersten Mappings einen detaillierteren Sketch, der den Charakter eines Mockups oder Click-Dummys hat. Hierbei werden konkrete Funktionen und Optionen ausgearbeitet, die einen klaren Nutzen erfüllen sollen.
Decide: In der wichtigen Phase der Entscheidung werden die ersten Mockups jedes einzelnen Teammitglieds präsentiert und anschließend kritisch diskutiert. Anhand einfacher Punkte- und Bewertungssysteme sollen die besten Eigenschaften unter allen Lösungsvorschlägen ermittelt und für einen gemeinsamen Prototypen aufbereitet werden.
Prototype: Das MVP in seiner eigentlichen Form wird in einer gemeinsamen Teamleistung erstellt. Auf Basis der zuvor priorisierten Produktmerkmale entsteht ein funktionierender Prototyp.
Validate: In der Phase der Wahrheit zeigt sich, ob die bisherigen Arbeiten auch tatsächlich den Bedarf der adressierten Zielgruppe decken und die anfangs aufgestellte Sprint Challenge erreicht werden kann. Durch reelle Testverfahren und Interviews wird an Experten aus der Praxis oder Vertretern der Zielgruppe wichtiges Feedback generiert. Eine Bewährungsprobe für den Prototypen, die das größtmögliche Learning mit sich führen sollte.
Hier wird die Funktionsweise des Design Sprints noch mal in einer Minute erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=QwJwemOX37w&feature=youtu.be
Erfolg garantiert
Im Falle unseres Selbstversuchs entstand innerhalb der fünf Phasen ein kompaktes Blatt Papier namens „Suitpaper“, welches alle relevanten Bewerbungsfaktoren beinhaltet und nahtlos an das bestehende MATCHINGBOX-System angedockt werden kann. Am Ende des Wochenendes beeindruckt es zu sehen, welch erstaunliche Ergebnisse innerhalb kürzester Zeit erzielt werden können. Betrachtet man die Bedarfs- und Lösungsorientierung des neuen Produkts wird der gedankliche und konzeptionelle Erfolg der Leistung deutlich. Die These, dass es innerhalb der eigenen Büroräume keine Wahrheit gebe, bestätigt sich. Zugegeben, das Feedback zu unserem MVP war nahezu durchweg positiv, aber man kann sicher sein, diesen Artikel hätte es auch gegeben, wenn ein verheerendes Urteil herausgekommen wäre. Erfolg und Erfahrungsgewinn der Maßnahme sind dabei jedoch keineswegs von der erfolgreichen Umsetzung des Produkts oder einer durchweg positiven Bewertung abhängig. Das Endprodukt eines solchen Design Sprints ist niemals perfekt. Diesen Anspruch muss ein MVP aber auch keineswegs erfüllen. Erfolgreich ist die Maßnahme dann, wenn am Ende klare Erkenntnisse festgehalten werden können: Entweder das Produkt funktioniert und bietet einen Mehrwert. Oder eben nicht. Falls nicht, ist die Entwicklungsmaßnahme dennoch erfolgreich, sofern daraus für zukünftige Maßnahmen Ableitungen und Rückschlüsse gezogen werden können.
Lesson learned - So können auch Sie von der Design-Sprint-Methode profitieren
Auch unser fest etabliertes Messeradar, welches mittlerweile auf Deutschlands größten Karrieremessen verfügbar ist, basiert auf dieser agilen Methodik. Ein Design Sprint ist natürlich keine Erfolgsgeschichte, die nur im Hause matching box anhand eigener Produkte fortgeschrieben werden kann. Auch in gemeinsamen Kundenprojekten ist ein ähnliches Verfahren denkbar, sodass unsere Kunden ebenfalls von schnell entwickelten Lösungen profitieren können. Wir fassen die Vorteile von Design Sprints noch einmal kompakt zusammen:
Frühzeitiges Produkt-Testing ohne großen Entwicklungsaufwand möglich
Beschleunigtes Lernen erhöht die Effizienz
Produkte für „Early Adopter“ können bereitgestellt werden, während sonst noch entwickelt wird
Erste Umsätze werden nach kürzester Zeit verzeichnet
IT-Abteilung kann sich an einer praktikablen Entwicklungsgrundlage orientieren
Produkt bringt eine Lösung, nicht nur reine Funktionalität (Problem-Solution-Fit)
Nicht die reine Entwicklung eines Angebots, sondern die Deckung eines Angebots steht im Vordergrund (Product-Market-Fit)