Seit ich in mich aus einer prekƤren sozialen Lage herausgearbeitet habe, um nach beruflichem Absturz endlich wieder meine Familie versorgen zu kƶnnen, als Pflegefachkraft sozialversicherungspflichtig beschƤftigt im Krankenhaus, habe ich āgelerntā, den Mund zu halten, wenn am Arbeitsplatz rassistische und antisemitische Schlachtrufe ertƶnen. Vornehmlich von aus der DDR migrierten āKollegeInnenā , ich muss leider alte Vorurteile bemühen, die sich über die Jahre nach der Wende vertieft haben. Wie müssen sie erniedrigt, gequƤlt und manipuliert worden sein damit sie über Ā einen jugendlichen Patienten, anlƤsslich dessen Nachnamen, der auf ...-owski endet und der fliessend hochdeutsch spricht,über dessen pubertƤres Verhalten sagen, āda kriegĀ“ich Hakenkreuze in den Augenā; darauf ein Kollege : āder is doch auch nur sonnĀ“ Buchenwaldhemd.ā Ā Ich sitze wie versteinert da, lƤchle wie blƶd aus Verlegenheit, Minuten hinterher schƤme ich mich furchtbar, nicht protestiert zu haben und weiss im gleichen Atemzug, Du hast keine Chance gegen diese unteilbare, ja unzerstƶrbare Dummheit, denn sie folgt keinen Argumenten, sie folgt der MACHT. Sie riechen schon fƶrmlich die geile, ja triebhafteĀ Rechtschaffenheit ihrer Drangsalierung, von oben sanktioniert, damit sich die Aggression durch das Frustrationspotential der eigenen kleinbürgerlichen Ohnmacht eine Bahn nach unten bricht und nicht in die verkehrte Richtung gelenkt wird. Auf die Schwachen geht es im Faschismus und das System weist den Weg dorthin...offizieller Protest hat die Funktion, dem Mob den Gegner zu prƤsentieren.( Ich muss wohl wenigstens meinen edding Ā“rausholen und subversiv āMao ā Rockefeller ā Merkelā an die Stationswand schmieren... )