Rudi Kaske reagiert mit Wirtschaftskonzepten aus den 70er auf die Wirtschaftswelt des 21. Jahrhunderts. Mit seinen Forderungen wird kein Unternehmer, auch nur einen einzigen Mitarbeiter einstellen â im Gegenteil.
Rudi Kaske wiederholte in der Pressestunde am 14.02. wieder die Gedankenfehler der Welt der Gewerkschaft: Unternehmer mĂŒssten endlich Jobs schaffen, der Gesetzgeber solle die Unternehmer noch hĂ€rter abstrafen und noch strenger kontrollieren. Warum? Weil Regierung und Sozialpartner nicht in der Lage seien, die notwendigen Reformen anzugehen. Den zweiten Teil des Satzes lĂ€sst Kaske aber unter den Tisch fallen.
FĂŒr Rudi Kaske ist die Welt einfach und ĂŒbersichtlich, die Unternehmen sollen einfach mehr Jobs schaffen. Der Gesetzgeber wiederum verlĂ€ngert den KĂŒndigungsschutz, verschĂ€rft das Bonus-Malus-System und erhöht die Kontrollen der Finanzpolizei, damit auch alles abgefĂŒhrt wird, was vom Staat zu kassieren ist. Das Problem dabei? Wir leben nicht mehr in den 70er Jahren und die Zeit der Verstaatlichten ist vorbei â  auch wenn Rudi Kaske diesen Gedanken tief verdrĂ€ngt
Wenn Kaske wirklich Jobs schaffen will, dann sollte er folgendes bedenken:
Jobs entstehen und Betriebe investieren, wenn der Faktor Arbeit wieder leistbar wird. Das Kernproblem der Unternehmer ist, dass die Mitarbeiter zu viel kosten und dafĂŒr zu wenig verdienen. Warum? Weil der Faktor Arbeit in Ăsterreich zu teuer ist, wir haben im Europavergleich absurd hohe Lohnnebenkosten.
Statt einer VerschĂ€rfung des Bonus-Malus-System mĂŒssen wir die Lohnkurve abflachen. Die Sozialpartner haben ĂŒber jahrzehntelange Monopolverhandlungen den Faktor Arbeit zu teuer gemacht. Hinzu kommt, dass die Arbeitskosten gegen Ende der Berufslaufbahn am höchsten sind, wĂ€hrend sie in LĂ€ndern wie Schweden ab Mitte 50 zu sinken beginnen. Wir brauchen eine Verschiebung der Lohnkurve, zwischen 40 und 50 Jahren muss die Lohnkurve wieder abfallen, erst wenn Ă€ltere Mitarbeiter leistbar sind, bleiben sie im Job.
Irgendwann mĂŒssen Regierung und Sozialpartner eine völlig verĂ€nderte Arbeitswelt zu Kenntnis nehmen: Wir brauchen ein flexibles Arbeitsrecht und wir brauchen eine Arbeitszeitflexibilisierung, die dafĂŒr sorgt, dass unsere Betriebe in der Hochsaison nicht mit einem FuĂ im HĂ€fân stehen. Denn natĂŒrlich werden flexible Arbeitszeitmodelle bereits gelebt â aber in einer rechtlichen Grauzone, weil die Sozialpartner das Thema blockieren!
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Arbeitszeiten: Ein schlechter Kuhhandel zwischen Sozialpartnern, Bund und LĂ€ndern.
Wir kennen das Prinzip aus den vergangenen Jahren: Die Sozialpartner blockieren, Bund und LĂ€nder kassieren. Von Reformen, die Ăsterreich wieder nach vorne bringen könnten, keine Spur.
Im Regierungsprogramm 2013 war noch von einer Flexibilisierung der Arbeitszeit die Rede, aber auf den von Mitterlehner angekĂŒndigten 12-Stunden-Tag bei der Gleitzeit warten wir bis heute. Fragt man nach, dann bekommt man zu hören, die Anhebung der Tageshöchstarbeitszeit sei von der Gewerkschaft verhindert worden. Der politische Kuhhandel lautet dieses mal: Entweder die sechste Urlaubswoche wird verhandelt oder der 12-Stunden-Tag bei Gleitzeit fĂ€llt unter den Tisch. Was bei diesem âGleichgewicht des Schreckensâ wie immer heraus kommt: Stillstand.
Wir dĂŒrfen uns nicht stĂ€ndig selbst in die Tasche lĂŒgen: Ohne eine Ausweitung erlaubten tĂ€glichen Höchstarbeitszeit wird es nicht voran gehen. Die Arbeitswelt hat sich gewandelt und wir mĂŒssen endlich angemessen darauf reagieren. Die Wirtschaft kann nicht mehr mit der gleichen Starrheit wie noch vor 20 Jahren funktionieren. Wenn wir die in Spitzenzeiten geleistete Mehrarbeit in flauen Wochen durch mehr Freizeit ausgleichen, gewinnen Arbeitgebern und Arbeitnehmer. Wenn der Durchrechnungszeitraum fĂŒr Ăberstunden ein Jahr betrĂ€gt â wie im Metaller-Kollektivvertrag - bedeutet das nicht, dass die Menschen mehr arbeiten mĂŒssen, denn ĂŒbers Jahr wĂŒrde die Wochenarbeitszeit gleich blieben. Diese FlexibilitĂ€t ist im internationalen Wettbewerb dringend nötig und sie dient allen, sie passt nur nicht in die Köpfe alter FunktionĂ€re. Mit ihrer Kurzsichtigkeit und ihrem Lagerdenken schaden die Gewerkschaften und Kammern ihren Arbeitnehmern durch Engstirnigkeit und starre Zwangsvertretung in diesem Fall, mehr als sie ihnen nĂŒtzen. Das Arbeitsrecht ist eine wichtige Errungenschaft zum Schutz von Arbeitsnehmerrechte, darf aber nicht als starres Werkzeug der Ăberregulierung in die GeschichtsbĂŒcher eingehen. Dringenden brauchen wir daher vor allem in folgenden Bereichen:
Praktikable Höchstarbeitszeitgrenzen
Verteilung der Normalarbeitszeit - Durchrechnungsmöglichkeiten auf Betriebsebene
Wir brauchen eine Arbeitszeitflexibilisierung, die dafĂŒr sorgt, dass unsere Betriebe in der Hochsaison nicht mit einem FuĂ im HĂ€f'n stehen. Denn flexible Arbeitszeitmodelle werden bereits gelebt â aber in einer rechtlichen Grauzone, weil die Sozialpartner das Thema blockieren.
Wie schon bei der Erreichbarkeit im Krankenstand, ist auch der Jubel der Wirtschaftsseite ĂŒber die EinfĂŒhrung eines 12-Stunden-Tages verfrĂŒht. Es wird keinen generellen 12-Stunden-Tag geben. Das sagen wir auch allen Gewerkschaftsmitgliedern, die sich bei uns melden. Die Vorfreude der Wirtschaft ist also verfrĂŒht, die Angst der ArbeitnehmerInnen nicht berechtigt. Die Situation erinnert mich an die fĂ€lschliche Darstellung bei der Erreichbarkeit im Krankenstand. Da dacht man zuerst auch, dass im Krankenstand alle ans Handy gehen mĂŒssen, was sich letztendlich als Irrtum herausgestellt hat.
Die Schlagzeilen in den Medien, die viele glauben lassen, es wird generell der 12-Stunden-Tag eingefĂŒhrt, sind höchst irrefĂŒhrend. Es wird mit der FSG Tirol und den Gewerkschaften ganz sicher nicht zur EinfĂŒhrung des 12-Stunden-Tages kommen. Die Sozialpartner verhandeln gerade mit den zustĂ€ndigen Ministerien ĂŒber ein gröĂeres Arbeitsrechtspaket, das bereits im Regierungsprogramm vereinbart wurde. Darin gehe es um viele Bereiche, u. a. die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche, die BeschrĂ€nkung von unfairen All-in-VertrĂ€gen, um Verbesserungen im Lohn- und Sozialdumpinggesetz und um Arbeitszeiten in zwei bestimmten Bereichen. Bei aktiven Reisezeiten und bei Gleitzeit soll in Zukunft die Möglichkeit bestehen, die tĂ€gliche Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden auszudehnen.
12 Stunden tĂ€gliche Arbeitszeit soll ausschlieĂlich in Gleitzeitmodellen möglich sein, wenn KollektivvertrĂ€ge oder Betriebsvereinbarungen das zulassen. Eine generelle Erhöhung der Arbeitszeit auf zwölf Stunden tĂ€glich, wie das manche nun in ihren Schlagzeilen behaupten, ist nicht vorgesehen und nicht Thema der GesprĂ€che. Ziel der Gewerkschaften dabei sind lĂ€ngere Freizeitblöcke. SelbstverstĂ€ndlich mĂŒssen auch weiterhin ĂberstundenzuschlĂ€ge ausgezahlt werden. Es geht hier also nicht um lĂ€ngere Arbeitszeiten, sondern um eine andere Verteilung der Arbeitszeit. Gleitzeitmodelle können in Betrieben mit BetriebsrĂ€ten nur im Rahmen von Betriebsvereinbarungen eingefĂŒhrt werden, die Mitbestimmung und die Wahrung der Interessen der BeschĂ€ftigten einer Firma sind also auch bei den neuen gesetzlichen Möglichkeiten gegeben.
Weitere Infos:Â Arbeiterkammer:Â Gegen generellen 12-Stunden-Tag
FREUDE HERRSCHT wird Sozialpartner des Zermatt-Marathon
Es macht uns stolz, dass wir Sozialpartner des einzigartigen Zermatt Marathons sein dĂŒrfen. Der tolle Marathon, welcher am 7. Juli 2012 stattfindet und 1900 Höhenmeter beinhaltet, unterstĂŒtzt unser Anliegen gleich doppelt. Einerseits spendet der Zermatt Marathon fĂŒr jeden Finisher CHF 1.- an den Verein FREUDE HERRSCHT. Auch gibt es fĂŒr die Teilnehmer bei der Anmeldung die Möglichkeit, fakultativ eine Spende fĂŒr FREUDE HERRSCHT zu tĂ€tigen. Wir danken fĂŒr den Support und freuen uns auf den tollen Anlass.