Karma oder der Halt-mal-mein-Bier-ich-versuch-das-jetzt-Effekt
Ich gebe zu, ich glaube nicht an Karma als spirituelle, richtungsweisende Macht. Im Chaos liegt die Ordnung und das Chaos funktioniert ohne Karma wesentlich besser. Dennoch bin ich mit dem Prinzip des Karmas vertraut, es fickt dich! Egal wann, egal wo. In einem Moment denkst du “hey, das ist aber wirklich total gut gelaufen”, nur um im nächsten Moment zu denken, “hätte ich mir das aussuchen können, hätte die Situation meinetwegen beschissener laufen können, dafür hätte dann wenigstens das geklappt wo mein Herzblut dran hing.”
Ich möchte Karma nicht als Sündenbock missbrauchen oder möchte ich gerade das? Ihr seht, ich bin mir noch nicht ganz sicher. Zunehmend fange ich an, schlechte Dinge aufs Karma zu schieben, Dinge für die ich mich nicht verantwortlich sehe oder Dinge bei denen ich mir nicht erklären kann wie ich sie hätte beeinflussen können. Und es hilft! Vielleicht sollte ich ihm bei Zeiten einen anderen Namen geben, Igor oder so. Ich wills mir ja nicht mit den Schicksalsmächten verderben, sollte es sie denn geben. Das Letzte was ich wollte wäre, freudestrahlend heraus zu finden, dass es ein Leben nach dem Tod gibt nur um im nächsten Moment ein mürrisches “Wir haben schon von dir gehört!”, entgegen geschmettert zu bekommen.
Als Sündenbock taugt Karma, sorry, Igor auf jeden Fall. Und sobald sich in ferner Zukunft mal ein Gott unserer Zivilisation vorstellen sollte und die Vorstellung mit den Worten “Ich bin Igor der Allmächtige!”, beginnt. Wisst ihr, ich habe ein Problem!
Daher das Fazit für Heute: Manchmal einfach schlucken ohne zu hinterfragen. Nicht alles Schlechte ist Karma, nicht alles Gute passiert aus einem Grund. Hinnehmen, Fresse halten, weiter leben!