Xanadu (1995), aquatint, gravure printing on deckle edged paper, 215 x 330 mm, 5/20, based on “Citizen Kane“ (1941) by Orson Welles, https://youtu.be/-r0b_XeRkG4
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Xanadu (1995), aquatint, gravure printing on deckle edged paper, 215 x 330 mm, 5/20, based on “Citizen Kane“ (1941) by Orson Welles, https://youtu.be/-r0b_XeRkG4

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Also geht der Algorithmus
Was ist ein Algorithmus?
Ein Algorithmus ist eine List(e), ein Sequenz, eine Frequenz, eine Wiederholung, eine Rekursion, eine Operationskette, eine Schrittfolge und eine Staffelung, also geht der Algorithmus.
Wir gehen nicht nur ins Archiv, wir gehen auch im Archiv. Dort gehen wir nicht nur um, dort umgehen wir auch was.
Painting from the series “Sequences”, City (1994), oil painting on canvas, 150 x 130 cm, based on “Faust” by F.W. Murnau (1926), https://archive.org/details/Faust1926_201706
Comic und Trickfilm als Sequenzen
Im Akkord mit der Wahrnehmung des Zuschauers verwischt ein Film die Übergänge zwischen seinen Einzelbildern. Als simultan sichtbare Bildfolge dekonstruiert der Comic die Filmsequenz. Ihr weites inhaltliches Spektrum reicht von minimalen Gesten bis zu detaillierter Erzählung. Vom Filmstill bis zum Storyboard sind ihre Berührungspunkte zahlreich – es trennt sie der wesentliche Unterschied, dass sich ein Comic räumlich, ein Film zeitlich ausdehnt.
Comic und Trickfilm haben ihren Ursprung in der Zeichnung. Ihre lineare Darstellungreduziert, übersteigert und zeigt zweidimensional, worum es bei einer Sache, einem Vorgang, einer Person wirklich geht. Eine Linie kann eine Beobachtung gekonnt auf den Punkt bringen. Von diesem Punkt aus erobern sich Comic und Trickfilm alle Möglichkeiten in 2D. Sie bringen die Bereiche der visuellen Kunst in Sequenzen. Während eine Filmsequenz durch einzelne Fotos eine bewegte Szene dokumentiert, ist die Bewegung im Trickfilm erfunden — durch Zeichnung, Stop Motion oder Programmieren in der digitalen Animation. Damit verabschiedet sich Tricktechnik von den Hürden in der szenischen Darstellung. Mit unterschiedlichsten Techniken und Materialien kann ein Trickfilm in völliger Freiheit sein Bildfeld sättigen und auflösen.
Trotz beeindruckender Gegenbeispiele hält sich der Ruf des Comics, leicht verdauliche und anspruchslose Unterhaltung zu sein, hartnäckig. Das mag zum Teil der Ansicht geschuldet sein, dass sich Sprache und Bild doppeln und demzufolge eine Darstellung in Sprache und Bild dem Rezipienten das Denken abnimmt. Dem kann man nur eine große Experimentierlust entgegensetzen. Denn die Möglichkeiten des Comic übersteigen eine bloße Dopplung von Erzählformen. Ob sich Sprache und Bild auf der Ebene der Zeichen annähern oder auf literarischer Ebene ergänzen, ihren Konflikt sichtbar machen oder Sprache ganz weglassen (und nur Bilder in sprachlich fassbare Sequenzen bringen) — im Comic muss nichts unhinterfragt bleiben.
Lesbar von links nach rechts, von oben nach unten — erst die Lücke zwischen den Bildern verbindet sie zu einem Narrativ. Ein Comic wie ein Trickfilm ermöglicht ein unbegrenztes Kontinuum an Stilen und Techniken deren Wandel und Kombination auch zur Sprache werden kann. Insgesamt, sollte man meinen, stellen Comic und Trickfilm genügend Möglichkeiten zur Verfügung, ein Schema F weiträumig zu umfahren!