5 Tipps, wie Sie fĂŒr eine optimale Beleuchtung sorgen
Optimales Licht - ein Muss bei allen SeheinschrÀnkungen
In Deutschland leben rund 145.000 blinde und zwischen 500.000 und 1,1 Millionen sehbehinderte Menschen. Jedes Jahr erblinden ĂŒber 20.000 Menschen neu. Rund 85 % der sehbehinderten Menschen sind dabei Ă€lter als 60 Jahre.
Nach dem Gesetz gilt, grob gesagt, als "sehbehindert", wer weniger als 30% sieht. NatĂŒrlich sind aber auch Menschen mit einer Sehkraft von 40% oder 50% schon deutlich im Alltag beeintrĂ€chtigt. Demnach liegt die Zahl der Menschen mit SeheinschrĂ€nkungen also noch deutlich höher, als in den offiziellen Statistiken erfasst wird.
Eine EinschrÀnkung der Sehmöglichkeiten wirkt sich jedoch nicht nur auf das Wohlbefinden aus, sondern vor allem auch darauf, wie selbststÀndig und sicher der Alltag bewÀltigt werden kann.
Vielen sieht man eine eingeschrÀnkte SehfÀhigkeit gar nicht an, weshalb sie dann auf nur wenig VerstÀndnis treffen. Und einigen - vor allen Àlteren Menschen - ist selbst oft gar nicht bewusst, wie wenig sie tatsÀchlich nur noch sehen können.
Sehbehinderung: So viel Licht wie nötig, so wenig wie möglich
Die LichtverhÀltnisse sind nicht der einzige, aber ein entscheidender Faktor: die Auswahl und Anordnung von geeigneten Lichtquellen können eine RestsehfÀhigkeit optimieren und dadurch SelbststÀndigkeit und Sicherheit deutlich erhöhen.
Lichtquellen finden sich in jedem GebĂ€ude und in allen öffentlichen RĂ€umen - es ist also ein geringer Mehraufwand mit einem groĂen Effekt, wenn diese grundsĂ€tzlich so angelegt und optimiert werden, dass auch alle davon profitieren können.
Sehen können ist eine komplexe Angelegenheit, die Planung einer optimalen Beleuchtung fĂŒr Menschen mit SeheinschrĂ€nkungen dementsprechend auch.
Die 5 wichtigsten Kriterien fĂŒr die Auswahl der Beleuchtung haben wir daher hier einmal fĂŒr Sie zusammengestellt:Â
1. Hell, heller, am hellsten
Menschen mit beeintrÀchtigtem Sehvermögen benötigen so viel Licht wie nötig. Zu wenig Licht strengt an, die Konzentrations- und LesefÀhigkeit nehmen ab, Kopfschmerzen können eintreten und im schlimmsten Fall geschehen UnfÀlle, weil Stolperfallen nicht wahr genommen werden.
Gutes Licht erhöht also die LebensqualitÀt, die SelbststÀndigkeit und vor allem auch die Sicherheit: Mit guter Beleuchtung werden Stolperfallen wie Teppichkanten oder AbsÀtze rechtzeitig erkannt und die Sturzgefahr sinkt dadurch beachtlich.
Wer jedoch denkt, es reicht als Problemlösung aus, einfach die stĂ€rkste Birne in die Fassung zu schrauben, um fĂŒr möglichst helles Licht zu sorgen, der ist schlecht beraten.
FĂŒr Menschen mit SeheinschrĂ€nkungen sieht die Welt nicht nur hĂ€ufig dunkler aus, sie sind zusĂ€tzlich auch in der Regel deutlich blendungsempfindlicher - zu viel Licht wird schnell als grell und schmerzhaft wahrgenommen.
3. Die Lampenform entscheidet ĂŒber das AusmaĂ der Blendung
Die Regel ist: je kleiner die beleuchtende FlÀche - also die Lampe - jeweils ist, desto stÀrker ist dabei auch die Blendung. Die Form der gewÀhlten Lampe spielt also neben der Helligkeit ebenfalls eine Rolle.
4. Dimmen - die erste individuelle Lösung
Bei feststehender Geometrie von Leuchte, Sehobjekt und Körperhaltung ist es als erste MaĂnahme schon hilfreich, wenn zumindest das Dimmen einer Lampe fĂŒr die richtige Helligkeit sorgen kann - so kann zumindest der Helligkeitseindruck individuell gesteuert und optimiiert werden.
5. Tageslicht - Balsam fĂŒr die Seele
Tageslicht mit starkem Blauanteil, wie es Natur- und Vollspektrumlampen liefern, wird nicht nur als sehr angenehmes und wohltuendes Licht wahrgenommen, sondern hat zusÀtzlich noch eine biologische Wirkung.
Der natĂŒrliche Blauanteil sorgt in der Augennetzhaut fĂŒr Lichtreize, die sich positiv "non-visuell" auf den Hypothalamus, die ZirbeldrĂŒse und das RĂŒckenmark und damit das ganze menschliche Hormonsystem auswirken. Nicht nur bei Ă€lteren Menschen kann dies auch helfen, Depressionen vorzubeugen.
Sie merken schon: so einfach ist eine Planung fĂŒr optimale LichtverhĂ€ltnisse gar nicht. Deshalb unsere Empfehlung: nehmen Sie besser eine Expertin oder einen Experten in Anspruch und lassen sich Planung und Einbau durch die Pflegekasse bezuschussen.Â
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