Thüringer Rostbratwurst in Trotha
Ein Gastbeitrag von Schleckbert
Wer einmal nach Halle kommt und der Trothaer Straße weiter nach Norden folgt, kommt unweigerlich an einem roten Pavillon vorbei, der neben einem ebenso roten Container steht. Auch die Straßenbahnlinien drei, acht und 12 führen an diesem roten Pavillon vorbei, wer dann noch an der Haltestelle Pfarrstraße aussteigt, wird sicher schon den Duft von Grillgut erschnuppern.
Unter dem Pavillon verbirgt sich ein riesiger holzkohlebefeuerter Schwenkgrill, an dem Montag bis Freitag von neun bis 17 Uhr zwei bis drei Frauen stehen und grillen (Samstag wird von 11 bis 16 Uhr gegrillt).
Auf der Karte stehen die die absoluten Klassiker wie original Thüringer Rostbratwurst, Boulette im Brötchen, Jägerschnitzel, Hamburgern und Cheeseburgern, bis zu etwas ausgefalleneren Burgern wie dem Ost-Burger mit Jagdwurst oder dem Nachoburger.
Der Autor dieser Zeilen ließ sich allerdings bisher noch nicht auf die kreativen Burgerkreationen des Grills ein, sondern blieb wie der Schuster bei seinem Leisten. Wer also etwas experimentierfreudiger ist, kann gerne einen Kommentar hinterlassen!
Also zurück zu den Klassikern auf dem Holzkohlegrill: Wer schon einmal an einem Grill stand wird verstehen, dass selbst so etwas einfaches wie eine Bratwurst schief gehen kann und etwas Geschick und Timing erfordert.
Die drei Frauen am Grill besitzen beides! Routiniert wird das Grillgut gewendet und zubereitet, nebenbei ein Schnack gehalten mit den Kund*innen, manchmal etwas rau und rotzig, aber immer freundlich mit einer Packung trockenem Humor.
Die besagten Kund*innen bestehen aus Leuten aus der Nachbarschaft, Handwerker*innen in ihrer Mittagspause und Durchreisenden die der kleine Hunger packt.
Besonders hervorzuheben sind die Preise, man fragt sich ob der Schwenkgrill in einer Blase existiert, in der die Inflation der letzten Jahre nie angekommen ist: eine Boulette im Brötchen für 3€! Ein Hotdog (absolute Empfehlung) für zwei Euro Fünfzig! Auch Burger und Bratwurst schonen den Geldbeutel.
Bei den Beilagen hört das Lob nicht auf, der kleine Kartoffelsalat ist ebenfalls sehr schmackhaft, kommt aber leider nicht als vegetarische Alternative daher, sondern mit Speck. Die angebotenen vegetarischen Alternativen, wie der Falafelburger können leider nicht punkten (Falafel viel zu crunchy), alternativ gibts ein Brötchen mit Soße für 50cent inklusive dummen Spruch, selbstverständlich lieb gemeint.
Wer also auf Fleisch verzichten mag, ist beim Rostbratwurstgrill leider falsch, die Schwemme der veganen und vegetarischen Produkte ist leider noch nicht unten in Trotha angekommen, schade, aber vielleicht ändert sich das noch.
Wer in der kalten Jahreszeit kommt um sich am Rostbratwurstgrill zu wärmen, kann sich ebenfalls von innen mit Glühwein aufwärmen, es versteht sich von selbst, dass der Glühwein erschwinglich und lecker ist. Bei den Getränken kann man sich wie beim Essen auf bodenständiges und bewehrtes verlassen, Cola, Limo, Wasser und natürlich ein kühles Bierchen aus der Flasche.
Der Geheimtipp, um den Grill anzusteuern kommt hier am Schluss, wer sich bei den grillenden Verkäuferinnen einschmeicheln, will bringt einen oder mehrere Hunde mit. Die Frauen am Grill werden entzückt sein und die Hunde ebenso.
Die Hunde sollten bestenfalls vorher noch nicht gegessen haben, denn sie werden entweder mit vorrätigen Leckerlies vollgestopft oder bekommen gleich eine dicke Bockwurst. Absoluter Pro Tipp, den Hund nur eine Hälfte der Bockwurst verspeisen lassen. Hier müssen gesundheitliche Gründe des Hundes vorgeschoben werden, andernfalls lassen sich die Grillerinnen nicht stoppen. Dann aber versichern, dem Hund später die andere Hälfte zu geben um sich anschließend die Bockwursthälfte mit dem Hundi zu teilen, win-win-win.
Brav anstellen und dann Mahlzeit!















