Modern Exterior
a sizable one-story white minimalist home with glass exterior and a tile roof.

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Glasschiebetüren auf der Dachterrasse montiert!
Seit Oktober 2013
Heizung in Manhattan
Dass Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber nicht unbedingt der unbegrenzten Realitäten ist, merkt man als Deutscher mit Migrationshintergrund zum Beispiel an der ungewohnten Heizungssituation in Manhattan. Unser Gebäude in der Upper West Side mit über dreihundert Apartments auf neunzehn Stockwerken darf wohl als typisch gelten.
Es ist eine zentrale Warmwasser- oder Heißdampfheizung, mit der zwei gußeiserne Heizkörper in unserem Apartment verbunden sind. Die Ventile an diesen Heizkörpern sind simple Drehventile ohne Thermostatfunktion. Wenn geheizt wird – also wenn die Hausverwaltung beschließt, dass geheizt wird – dann richtig. Die Heizkörper bollern; innerhalb kürzester Zeit wird es im Apartment unerträglich warm, gleichgültig, wie die Außentemperatur ist.
Allerdings nur, wenn die Heizung auch wirklich läuft. Ob sie am Wochenende läuft, wird offenbar am Freitagnachmittag entschieden und kann danach nicht mehr geändert werden. Sollte die Wettervorhersage unrecht haben und es unerwartet kalt oder warm werden am Wochenende, hilft nur schärfster Protest bei der Hausverwaltung, die dann offenbar jemanden schicken muss, der die Heizung nachjustiert.
Ich habe versucht, das Überheizen durch gefühlvolles, millimetergenaues Zudrehen der Ventile zu verhindern. Tatsächlich, wenn man das Ventil fast ganz total zudreht, ist die Temperatur im Zimmer einigermassen erträglich.
Das Bollern der Heizung ist dabei nicht nur temperaturmässig zu verstehen, sondern auch akustisch. Es klackt, ächzt, wummert, wenn die Heizung eingeschaltet ist, und das oft so laut, dass an Schlafen nicht zu denken ist. Wir haben uns wiederholt bei der Hausverwaltung darüber beschwert, und immer hieß es, daran könne man leider nichts ändern. Bis irgendjemand vom Hauspersonal mal an das Ventil fasste und feststellte, dass es fast ganz zugedreht war. Ach so, klar, nein, so geht das natürlich nicht! Er drehte das Ventil wieder vollständig auf, und siehe da, das Klacken, Ächzen und Wummern war verschwunden.
Seither haben wir uns damit abgefunden, dass wir die Temperatur in unserem Apartment eben nur durch gefühlvolles Öffnen und Schließen der Schiebefenster regulieren können.
(André Spiegel)