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Die neuen Leinen, ein Jahr später
Vor etwas über einem Jahr bekam ich die neuen Leinen aus Süddeutschland von Murphymotion. Ich hatte sie ausgewählt, da ich nach Leinen mit anderen Verschlüssen gesucht hatte. Die drei Leinen sind handgefertigt, zwei mit Karabinern wie im Bild versehen und eine mit herkömmlichen. Der Grund, weshalb ich neue Leinen gesucht hatte waren die, welche wir vorher nutzten, Marke Hurtta. Von denen war ich sehr enttäuscht gewesen, denn erstens war das Material der Karabiner sehr billig und sie nutzten sich extrem schnell ab und zweitens sprangen die Karabiner immer wieder auf. Erstes war vor allem ärgerlich, da die Leinen nicht gerade billig gewesen waren und man da doch bessere Qualität als billigen Druckguss erwarten kann. Zweites war vor allem eines, richtig gefährlich. Ich stieß dann auf die Leinen von Murphymotion und die gefielen mir vor allem wegen der Verschlüsse richtig gut.
Und wie sieht es aus, ein Jahr später? Haben die Leinen gehalten, was sie versprochen haben? Insgesamt bin ich mit den Leinen sehr zufrieden. Das kann ich nicht anders sagen. Die Verschlüsse sind sicher und springen nicht einfach auf. Von daher kann ich sagen, ich bin zufrieden.
Sehr überraschend ging jetzt vor einer Woche jedoch einer der Verschlüsse kaputt, nicht der, an welchen die Leine befestigt wird, sondern der, mit welchen man die Länge der Leine verstellt. Ich wollte ihn öffnen und knack, die Feder im Verschlussmechanismus brach. Der Verschluss war damit unbrauchbar.
Woran das jetzt liegen könnte, ist schwer zu sagen. Es ist auf keinen Fall schuld von Murphymotion. Es dürfte eher ein Materialfehler sein. Die Verschlüsse sollen Edelstahl sein und eigentlich müssten die lange halten. Doch wer weiß. Nun war die Frage, was tun? Die Leinen sind von Hand gemacht und die Schlaufen sind mit Garn umwickelt und gesichert mit einer Technik, die aus der Seefahrt kommt. Also habe ich mich schlau gemacht und beschloss dann, den Verschluss selbst auszutauschen. Bei YouTube findet man diverse Videos, in welchen erklärt wird, wie man ein Tauende auf diese Art und Weise sichert. Wie man zwei Taue miteinander verbindet, davon gibt es weniger Informationen. Ich bestellte mir über eBay Verschlüsse und ein Garn, welches zum Nähen von Segeln genutzt wird. Als ich dann meinen ersten Versuch startete, hatte ich das richtige Video noch nicht gefunden. Entsprechend sieht mein erster Versuch noch nicht ganz so professionell aus. Aber ich denke, es hält trotzdem, da ich mich in Bezug auf die Technik schon an anderen Videos orientiert hatte.
Wie macht man das richtig, wie muss man vorgehen, dass es genauso aussieht wie die Herstellerin meiner Leinen das gemacht hat? Die korrekte Technik kann man im folgenden Video sehen. Es heißt “palm & needle whipping on a braided rope”, zu deutsch “ein geflochtenes Seil mit Handfläche und Nadel beschlagen.“ Was es mit der Handfläche auf sich hat, sieht man im Video. Es gibt ein spezielles Hilfsmittel, welches es erlaubt, eine dicke Nadel mit dem Garn mittels der Handfläche durch das dicke Seil hindurch zu stechen. Daher der seltsame Name.
Auch ich habe mit einer Nadel gearbeitet, allerdings nicht mit der richtigen Nadel und ich hatte auch nicht das Hilfsmittel für die Handfläche. Trotzdem habe ich die beiden aneinanderliegenden Taustücke durchstochen und damit schon mal gesichert, sodass sie nicht gegeneinander verrutschen können.
Was ich jetzt hier aber gelernt habe, ist eines. Ich könnte nun auch jederzeit meine eigenen Hundeleinen anfertigen. So schwierig ist es nicht. Man muss lediglich entsprechendes Tau, Ringe, Verschlüsse und Segelgarn besorgen, dann ein wenig üben, bis die Technik mit dem Umwickeln sitzt, und es kann losgehen.
Die Leinen von Murphymotion kann ich auf jeden Fall empfehlen und die Dame, welche sie anfertigt, versteht ihr Handwerk. Wie alles, haben die Leinen ihren Preis und wie jede Leine werden auch sie nicht ewig halten. Das Material wird verschleißen und verschlüsseln können, auch wenn das eigentlich sehr unwahrscheinlich ist, kaputt gehen. In der Herstellung dieser Leinen steckt einiges an Erfahrung und handwerklichem Geschick und anders als Leinen aus industrieller Produktion, kann man diese ganz auf seine eigenen Bedürfnisse anfertigen lassen.
Neue Leinen, neues Glück
Mit den Leinen meiner Hunde habe ich schon längere Zeit nicht wirklich Glück gehabt. Ein großes Problem ist bei mir vor allem Little Amiga. Sie ist an der Leine beim Spaziergang sehr lebendig. Sie zieht, dreht sich im Kreis und schüttelt sich und springt. An sich wäre das kein Problem, wenn da nicht immer wieder die Karabiner unvermittelt aufgehen würden. Dieses ist gefährlich.
Anfang 2016 kaufte ich eine Hurtta Leine, gefertigt aus Tau bzw. einem Seil, wie Bergsteiger es nutzen, 8 mm stark. Diese Leine brauchte ich für Mesty. Bei Hurtta wird diese Leine als Reepschnur bezeichnet. Sie ist mit klassischen Karabiner ausgestattet, gefertigt aus Zinkdruckguss. Das sah alles höchst solide aus. Und weil mir das alles so gut gefiel, besorgte ich gleich noch zwei, für Little Amiga und für Floppy. Es ist mir immer am angenehmsten, wenn alle drei Leinen gleich sind und sich nur von den Farben her unterscheiden. So kann ich die Hunde am leichtesten führen und auch direkt an der Leine sehen, wer an welcher Leine hängt.
Nach nicht einmal einem Jahr ging dann der Karabiner an der Leine von Floppy aus seiner Führung. Wohl gemerkt, die Leine ist noch nicht einmal ein Jahr alt und der Hund zieht kaum und ist gerade mal acht Kilo schwer. Das darf nicht passieren. Mehr dazu hatte ich in meinem Beitrag vom 29. Dezember 2016 geschrieben. Da die Karabiner bei Little Amiga so oft ausgegangen waren, hatte ich eine Leine aus den USA besorgt. Die funktionierte auch wirklich gut und der Karabiner mit Schaubverschluss hielt. Nur leider sind Karabiner und Drehgelenk dahinter viel zu wuchtig und zu schwer für einen Hund, der gerade einmal zehn Kilo wiegt. Es musste also eine andere Lösung her. Außerdem hatte sich auch bei Floppy und Mesty schon mehrfach ein Karabiner unversehens geöffnet und war vom Halsband gegangen. Keiner der beiden Hunde hatte sich dabei in irgendeiner Form heftig an der Leine bewegt, nichts dergleichen. Das darf nicht sein!
Und so bemühte ich wieder einmal Google und suchte nach Hundeleinen mit Karabiner aus Edelstahl und einem anderen Schließmechanismus. Dabei stieß ich dann auf einen Onlineshop aus München, Murphymotion. Ich nahm mit der Dame auf, welche neben ihrem Beruf Hundeleinen aus Tau fertigt. Wir verständigten uns und sie fertigte mir drei Leinen an, zwei davon mit Scherenkarabinern und eine mit klassischen Karabinern. Die klassischen Karabiner wählte ich für eine Leine, weil ich bisher mit den Scherenkarabinern überhaupt keine Erfahrung habe. Die Scherenkarabiner, welche ich kenne, funktionieren anders. Ich hatte gedacht, sollte es hiermit bei Little Amiga Probleme geben, dann könnte ich immer noch auf die andere Leine mit den klassischen Karabiner wechseln.
Heute kamen sie dann mit der Post und ich muss sagen, sie gefallen mir sehr gut.
Im Vergleich zu den klassischen Karabinern an den Hurtta Leinen macht dieser Scherenkarabiner einen deutlich robusteren Eindruck. Der Knopf, welcher dafür sorgt, dass der Karabiner nicht aus der Führung gleitet, ist wesentlich dicker und der Verschlussmechanismus wird von einer sehr kräftigen Feder geschlossen gehalten. Das fühlt sich sehr vertrauenerweckend an. Von daher bin ich eigentlich zuversichtlich, dass Little Amiga sich hier nicht wird befreien können.
Damit man sich vorstellen kann, wie die Leinen aussehen, hier noch zwei Fotos, welche mir die Dame aus München vorab schickte. Ähnliche Bilder finden sich auch auf ihrer Homepage.
Diese Leine nutzt jetzt Little Amiga und die darunter nutzt Mesty.
Wie sich die Leinen im Dauereinsatz bewähren, werde ich gegen Ende des Jahres berichten. Ich gehe jedoch schon davon aus, dass diese Karabiner aus Edelstahl deutlich langlebiger sind und zum Jahresende so gut wie keine Abnutzungsspuren aufweisen sollten.