Diesel: Nicht nur die Abgase - die doppelte Moral stinkt zum Himmel!
Kommentar zu einer verlogenen Diskussion um manipulierte Abgaswerte.
Wer einen Diesel fährt, ist ein besonderes „Cleverle“. Hauptsache Fahrspaß zum günstigen Preis. Die Umwelt geht allen Dieselfahrern dabei buchstäblich am Arsch vorbei. Wichtig ist die Tankquittung und nicht „was hinten rauskommt“. Dieselfahrzeuge waren zu allen Zeiten Dreckschleudern. Früher ein wenig mehr als heute. Neu ist, dass man diesen Dreckschleudern das Rauchen abgewöhnt hat und ihnen ein sauberes Image verschaffte, obwohl die Schadstoffbelastung immer noch erheblich höher ist als beim Benziner. Jeder, der einen Diesel kauft und fährt, weiß das. Wäre er ein hundertprozentiger Umweltfreund würde er einen sparsamen Otto-Motor fahren, ein Elektro-Auto, den Zug nehmen oder sich aufs Fahrrad schwingen. Die moralinsauren hysterischen Entsetzensschreie und Klagefluten oder gar Schadensersatzforderungen entrüsteter Dieselkunden wegen einer manipulierten Software stinken noch mehr wie die Abgase, nämlich nach einer verlogenen doppelten Moral. Als hätten sich die Käufer bei geringfügig anderen Dreckwerten anders entschieden, als würden ihnen die Blumen, Wiesen und Wälder am Straßenrand oder gar die Menschen in den Städten in besonderer Weise am Herzen liegen. Erst recht in den USA, wo der Standartdiesel an der Tankstelle nicht einmal Heizölqualität hat und die Trump-regierung mit Flächendeckendem Fracking die letzten unberührten Naturgebiete vergiftet, inklusive der Schadstoff- Lockerung im Bereich Großkraftwerke. Diese widerwärtige zur Schaustellung der eigenen Arglosigkeit und Brandmarkung eines Sündenbockes für die eigene Gewissenlosigkeit erinnert fast an die Bewohner von Dachau, die nach dem Krieg den Alliierten weiß machen wollten, sie hätten den Qualm der Krematorien für die Rauschschwaden einer Lagerbäckerei gehalten. Dabei hat jeder Dachauer, ja jeder Deutsche bereits 1925 nachlesen können, was Hitler mit dem unwerten Leben, Homos, Zigeuner und Juden vorhatte. Was haben Dieselkunden beim Kauf ihres Autos geglaubt? Dass aus dem Auspuff Bergluft mit einer Prise Veilchenduft rauskommt?
Auch beim Diesel gibt es eine Art „Kollektivschuld“, die auch die trifft, die keine Dreckschleuder zu Hause haben. In diesem Boot hocken alle, die hysterisch aufschreien, wenn mal wieder vier Paar Salando-Schuhe ankommen. Von denen dann zwei Paar zurückgeschickt werden, in Lastwagen, die Tag und Nacht über unsere Autobahnen rollen. In diesem Boot hocken alle, die noch mehr schoppen, konsumieren, einrichten und ausgeben wollen. Zu diesem Zweck rollen LKW-Kolonnen mit fetten Sattelschleppern von tausenden Kilometer Länge quer durch unser Land. Jedes der Ungetüme hat einen 6-8 Zylindermotor mit 12 bis 16 Liter Hubraum. So viel wie sechs Mittelklasseautos. Was da hinten rauskommt sprengt alle Abgassoftwareprogramme. Tendenz steigend. Gefolgt von fliegenden Dreckschleudern, die dafür sorgen, dass wir auch mitten im Winter Mangos oder frische Fische aus dem Victoria-See kriegen. Und natürlich müssen wir uns nach all den heimischen Konsumorgien im Ausland erholen. Möglichst weit weg. Also rein in den Flieger und rauf in die Stratosphäre. Nicht die Dieselabgase privater Fahrzeuge sind das Problem, sondern die Gewissenlosigkeit einer gierigen egomanischen, hedonistischen Gesellschaft, die mit einer Vernichtungsmaschinerie Natur und Umwelt zerstört und als Ablenkungsmanöver den schmierigen Moralapostel raushängen lässt. Vor allem wenn man sich via Winkeladvokaten bereichern kann, um sich dann die nächste Dreckschleuder zu kaufen. Widerlich!!!
Klaus Lelek












