13. März 2020
Escalating rather quickly
Wegen der sich ausbreitenden Coronavirus-Infektionswelle werden an meinem Arbeitsplatz schon seit Tagen Maßnahmen diskutiert. Stand zu Beginn dieser Woche war, dass alle MitarbeiterInnen zunächst einmal sicherstellen sollten, dass sie per VPN und Remote Desktop von zuhause aus auf ihre Rechner in der Firma zugreifen können. Mittwoch wurde erwogen, in der kommenden Woche einen Tag mit Home Office für alle anzusetzen, um zu sehen, welche Probleme dabei auftreten.
Nun beschleunigen sich die Ereignisse etwas. Am Donnerstag wird allen MitarbeiterInnen unseres Standorts freigestellt, ab sofort im Home Office zu arbeiten, wovon auch mehrere umgehend Gebrauch machen. Am heutigen Freitag nehme ich – wie sonst auch – an drei täglich stattfindenden fünfzehnminütigen Scrum-Meetings teil, von denen zwei normalerweise in Person im Büro stattfinden. Das dritte ist wegen Teilnehmern eines weit entfernten Standorts ohnehin immer ein Online-Meeting. Als Software verwendeen wir dabei entweder Microsoft Teams oder GoToMeeting mit Audio per Headset und geteiltem Bildschirm, der das Jira-Board des Teams zeigt. Jira ist eine Web-Anwendung zur Projekt- und Aufgabenplanung und das Board stellt – grob gesagt – eine Art To-Do-Liste für das Team dar.
Wegen der Leute, die von zuhause aus arbeiten, finden heute zwei der Meetings online statt und im dritten stelle ich meinen Laptop auf den Tisch, auf dem ein Online-Meeting mit einem Kollegen im Home Office läuft. Wir verwenden einfach das eingebaute Mikrofon und die Lautsprecher des Laptops. Das funktioniert sogar einigermaßen, ist aber insgesamt eher ein lustiger Versuch, diese Person mit einzubinden und uns ist schon klar, dass auch dieses Meeting in der kommenden Woche vermutlich nur noch online stattfinden wird.
Zwischendurch habe ich ein weiteres Gespräch mit meinem Chef und muss tatsächlich kurz überlegen, mit welcher Software das nun abgehalten wird. Wir nutzen hierfür nicht Teams, sondern GoToMeeting, wenn ich das Meeting einrichte, und Zoom, wenn er den Termin ansetzt. In diesem Fall ist es GoToMeeting und ich muss die Sitzung sogar starten und eigens ein Passwort dafür eingeben.
Gegen Ende dieses Calls sagt mein Chef "ah, hier kommt die Meldung, dass die Berliner Schulen auch ab Dienstag geschlossen bleiben." Da dies auch für Kindergärten gilt und die meisten KollegInnen Kinder haben, verbringen fast alle den Rest des Tages mit Vorbereitungen für eine längere Zeit im Home Office.
Wegen des hier bereits geschilderten DNS-Problems packe ich mir eine Liste mit IP-Adressen unserer wichtigsten Services in eine Text-Datei in meiner Dropbox. Außerdem konfiguriere ich meinen Rechner im Büro für Wake-on-LAN, damit er nicht Tag und Nacht laufen muss, sondern "aufwacht", wenn ich mich von außen mit ihm verbinde. Das funktioniert allerdings wohl nicht direkt durch die VPN-Verbindung, sondern ich muss mich zunächst auf einer virtuellen Maschine einloggen, die sowieso immer auf einem der Server im Büro läuft, und kann dann meinen Arbeitsplatzrechner anstupsen, sodass ich mich im zweiten Schritt per Remote Desktop darauf einloggen kann.
(Virtualista)














