Im Bundesprogramm âLokale Allianzen fĂŒr Menschen mit Demenzâ wurden seit 2020 an vielen Orten in Deutschland Netzwerke aufgebaut, die neue U
Das Bundesprogramm âLokale Allianzen fĂŒr Menschen mit Demenzâ verfolgt das Ziel, die Teilhabe und UnterstĂŒtzung von Menschen mit Demenz sowie deren Angehörigen durch die Vernetzung professioneller und informeller Hilfen zu verbessern. Es ist Bestandteil der Nationalen Demenzstrategie und soll die Zusammenarbeit aller verfĂŒgbaren Ressourcen vor Ort stĂ€rken, um bedarfsgerechte Teilhabeangebote zu schaffen. Die Evaluation diente dazu, die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Lokalen Allianzen zu beschreiben und die Bedingungen fĂŒr eine erfolgreiche Netzwerkarbeit zu identifizieren. Der nun veröffentlichte Evaluationsbericht zeigt, dass es ĂŒber das Bundesprogramm gelungen ist, die Aufmerksamkeit auf den Aspekt der sozialen Teilhabe zu lenken und die Zahl der Teilhabeangebote fĂŒr Menschen mit Demenz zu erhöhen. So wurden vermehrt kulturelle Angebote und FreizeitaktivitĂ€ten wie Singen, Wandern, Tanzgruppen oder Museumsbesuche initiiert, aber auch Angebote zur AlltagsunterstĂŒtzung, wie Nachbarschaftshilfen und Angehörigen-Selbsthilfegruppen. Ebenso konnten ĂŒber die Lokalen Allianzen Formen innovativer Ăffentlichkeitsarbeit wie Ausstellungen und FilmvorfĂŒhrungen realisiert werden, um das Thema Demenz zu enttabuisieren. Obwohl diese Angebote von den Nutzerinnen und Nutzern insgesamt sehr positiv bewertet werden, bleibt dennoch die Erreichung der Zielgruppe eine dauerhafte Herausforderung. SchamgefĂŒhle sind bei Menschen mit Demenz und deren Angehörigen nach wie vor weit verbreitet, ebenso mangelt es hĂ€ufig an Wissen ĂŒber bestehende Angebote. Die Evaluation konnte zwei Hauptformen der Zusammenarbeit von Lokalen Allianzen aufzeigen. Die Bilaterale Kooperation zeichnet sich durch eine lediglich punktuelle Zusammenarbeit zwischen der Koordination und einzelnen Partnern aus. Nach dem Förderende beschrĂ€nkte sich die FortfĂŒhrung der Arbeit oft auf einzelne Teilhabeangebote und der Fortbestand der Lokalen Allianz blieb ungewiss. Dagegen arbeiten in Multilateralen Netzwerken mehrere Partner teamorientiert zusammen. Solche âformalisiertenâ Netzwerke weisen eine höhere StabilitĂ€t auf und beinhalten eine gröĂere Chance, Angebote ĂŒber den Förderzeitraum hinaus dauerhaft zu sichern. Die Koordination der Netzwerke ist entscheidend fĂŒr das Funktionieren der Lokalen Allianzen. Die Befragungen ergaben jedoch eine Diskrepanz zwischen den fĂŒr die Koordination zur VerfĂŒgung stehenden Ressourcen und dem tatsĂ€chlichen Aufwand: In rund einem Drittel der untersuchten Lokalen Allianzen musste mehr Arbeitszeit fĂŒr die Koordination aufgewendet werden als im Stellenumfang formal vorgesehen. In einem weiteren Drittel musste die Koordinationsarbeit zudem ohne eine entsprechende Freistellung, neben anderen bereits bestehenden Aufgaben erledigt werden. Die verfĂŒgbaren Ressourcen fĂŒr die Netzwerkkoordination haben sich insofern als erfolgskritischer Faktor der Lokalen Allianzen gezeigt. Zum Ende der Förderung durch das Bundesprogramm waren zudem fĂŒr viele Lokale Allianzen die weiteren Finanzierungsperspektiven noch ungeklĂ€rt. Die Beteiligung und Einbindung der Kommune war eine wichtige Förderbedingung fĂŒr die Lokalen Allianzen. Damit sollte die Etablierung dauerhafter Strukturen unterstĂŒtzt werden. Dies ist vor allem dort gelungen, wo in einem kommunalen Umfeld eine âaktive Altenpolitikâ verfolgt wird, die Kommune die Lokalen Allianzen als integralen Bestandteil der regionalen Versorgungslandschaft betrachtet und diese strategisch und (teilweise) finanziell unterstĂŒtzt. Die Verzahnung einer aktiven kommunalen Seniorenpolitik mit dem Netzwerkansatz der Lokalen Allianzen hat sich als besonders erfolgversprechend fĂŒr die nachhaltige Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Demenz herausgestellt. Der vollstĂ€ndige Evaluationsbericht ist auf der Webseite des Bundesministeriums fĂŒr Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend abrufbar. Eine vollstĂ€ndige Ăbersicht ĂŒber die geförderten Lokalen Allianzen finden Sie auf der InternetprĂ€senz der Netzwerkstelle Lokale Allianzen fĂŒr Menschen mit Demenz














