1. August 2021
Wiederherstellung des Gaskochvergnügens 24/7
Die Gasflasche für den Herd ist leer. Schon seit drei oder vier Wochen koche ich auf den beiden kleinen Elektroplatten, die mein Herd auch hat. Es macht aber keinen Spaß, und ich kann auch nur kleine Töpfe benutzen. Zuerst hatte ich es vertrödelt, eine neue zu besorgen, dann hatte ich es an einer Tankstelle versucht, die aber meine grüne Flasche nicht annehmen wollte, dann war die Wasserkatastrophe im nahen Ahrtal und ich vermutete, dass andere Leute Gasflaschen gerade dringender brauchten als ich.
Nun habe ich aber nach einem Tiefkühlschrankversehen erhöhten Bratbedarf. Beim Googlen nach abends/sonntags offenen Gasverkaufsstellen finde ich heraus, dass es im Stadtgebiet mehrere rund um die Uhr geöffnete “gas to go”-Automaten gibt. Man kann sogar nachschauen, wie viele Flaschen von welcher Sorte der Automat gerade vorrätig hat.
Zum nächstgelegenen Automaten brauche ich mit dem Auto etwa zehn Minuten, er liegt an einer Waschstraße, die heute, am Sonntag, nicht in Betrieb ist. Ich kann vor dem Automaten parken und stehe niemandem im Weg.
Zuerst bittet der Automat mich die mitgebrachte Flasche (5 Kilo Propangas) in ein Fach zu stellen. Die Türen sehen aus wie an der DHL-Packstation, aber man kann beim Öffnen erkennen, dass das Fach Teil eines Gasflaschenkarussells ist. Der Automat braucht nach dem Schließen der Tür eine Weile, meine Gasflasche zu erkennen und bietet mir dann eine gleich große zum Preis von 9,55 Euro an. Zum Bezahlen lege ich die Karte auf. Die Tür öffnet sich wieder und ich kann eine graue volle Gasflasche entnehmen.
(Angela Leinen)








