Cayman liest > Marion Poschmann > Die Kieferninseln > Roman
âââââââââââââââââââââââââ
Erster, nichtssagender Akt
Die Schwarzkiefern, die âOmatsuâ, wie sie nur in KĂŒstennĂ€he und auf dem Inseln Japans wachsen, sie haben schon vieles gesehen, in ihrem langen, sagenumwobenen, magischen Leben, wie die Japaner es so gut wie allem in ihrer Heimat andichten. Doch soetwas wie diese beiden Gestalten, das haben sie wahrlich noch nie gesehen! Und das auch noch an einem Tag wie dem Heutigen!
Ein Tag, ein Abend, welcher von den dicken, grauen Wolken am Himmel regelrecht aufgefressen, einfach verschluckt wird. Den Rest weht der stetige Wind einfach davon, der auch die dicken, grauen Kolosse am Himmel wie in FlieĂbandarbeit davon schiebt...
Es ist weder kalt noch warm, an diesem unwetterluftfeuchten Abend. Das Hotel, auf das Cayman und sein Kollege der Kameramann blicken, wirkt von dieser kleinen Insel aus beinahe wie ein unerreichbarer Ort. Wie ein weitentferntes MĂ€rchenschloss, welches voller magischer Feuer, in einer bergigen, von dunklen BĂ€umen ĂŒberwucherten, fernen Welt erbaut wurde. Doch sind die beiden gerademal fĂŒnf Minuten zu FuĂ ĂŒber die breite HolzbrĂŒcke auf dieses kleine Eiland gelaufen.
Der Wind dröhnt und faucht in der Ferne, lĂ€sst die Kiefern auf der kleinen Insel und auf dem Festland schaukeln und rauschen, fast wie LaubbĂ€ume, als wĂŒrde der Wind der Kiefer ein anderes Dasein, eine andere Erscheinung aufzwingen wollen.
Cayman und der Kameramann sitzen derweil auf einem groĂen, flachen Stein und denken an nichts besonderes.
Cayman schaut den Kiefern beim schaukeln zu und der Kameramann hĂ€lt dem Wetter sein stures Gesicht hin, auf das der Wind sich gezwungenermaĂen zerteilen muss und ihm dies mit einem lauten Fauchen in den Ohren kundtut. Die See unter ihnen, um die Insel, sie wird immer unruhiger und dunkler, schlĂ€gt mit immer gröĂerer Gewalt gegen die massigen FelswĂ€nde und kann doch kaum etwas gegen sie ausrichten, zumindest fĂŒr diesen Moment.
Cayman lehnt sich an die Kiefer hinter sich und fÀngt an seine Taschen zu durchsuchen...
Eine Zeit lang schaut der Kameramann ihm dabei zu, wendet den Blick aber wieder dem dunkelgrauen Meer vor sich zu, schaut dem Wasser zu, wie der Wind es in unendlich viele, kleine, gehetzte Wellen zerzaust, sie gnadenlos vorantreibt, sie immer wieder verschwinden und wiederauferstehen oder an der KĂŒste entlang zu weiĂer Gischt zerschellen lĂ€sst.
Irgendwann aber, da fragt der Kameramann seinen Kollegen dann doch, der immer noch alle seine Taschen durchsucht:
âEy sach mal?! Watt macht du da?! Watt suchst du denn so intensivst?!â
Cayman, der jetzt zu den Innentaschen seiner Jacke kommt, welche er bis eben vollkommen vergessen hatte, meint nachdenklich:
âIch suche die Poernte!â
Der Kameramann fragt:
âHĂ€?! WAS SUCHT DU?!â
Cayman sagt:
âNa die Poernte!â
Der Kameramann fragt verwundert:
âWelche Poernte?! Und wofĂŒr?!â
Cayman antwortet:
âNa fĂŒr diesen Beitrag hier! Mir ist zu diesem Buch leider nichts eingefallen, was auch nur ansatzweise lustig sein könnte und ohne Klischees auskommt! Oder ĂŒberhaupt etwas, das lustig wĂ€re!â
Kurz schweigen beide...
Dann meint der Kameramann:
âWie viele Japaner braucht man um eine GlĂŒhbirne einzuschrauben...â
Cayman sagt sofort:
âNEIN! SOWAS SCHON MAL GAR NICHT!â
Der Kameramann steckt seine nun doch vom Wind kalten HĂ€nde in die Taschen seiner Jacke:
âTja dann kommt jetzt wohl der Beitrag!â
Cayman antwortet:
âJa, das muss dann wohl!â
Wieder schweigen beide, der Kameramann wirkt verÀrgert...
Dann holt er tief Luft und sagt laut, mitten in die Kopfkino-Kamera:
âUND DAS IST ALLES NUR IHRE SCHULD!!! FRAU POSCHMANN!!!!! DAS WILL ICH NUR MAL GESAGT HABEN!!!â
Cayman fragt, nachdem der Kameramann fertig ist:
âBist du nun zufrieden? FĂŒhlst du dich jetzt besser? Können wir dann jetzt den Beitrag starten?â
Der Kameramann antwortet, nachdem er mehrmals tief durchgeatmet hat:
âJa, meinetwegen!â
Cayman liest
Dieses Mal:
âMurakami auf Schlaftablettenâ
Fertigbaukasten fĂŒr KlugschwĂ€tzer
Es gibt eine Gattung BĂŒcher, die wollen offenbar vor allem eines...
NĂ€mlich LANGWEILEN!
Und sie können es sich leisten, glauben sie zumindest, weil sie im Gegenzug dafĂŒr von ihrem Autor mit WISSEN gefĂŒllt worden sind. So kann man dann nicht einfach mit dem Finger auf sie zeigen und argumentieren, dass sie scheiĂe sind, WEIL man ja hinterher eine ganze Ecke schlauer ist, als davor. Oder aber man fĂŒhlt sich zumindest hinterher wie der Typ vom Blauen Sofa oder die Fratzen vom Literarischen Quartett.
HOMO FABER von MAX FRISCH ist da, denke ich als jemand, der zweimal eine umfangreiche Klassenarbeit darĂŒber schreiben musste, ein perfekter Vertreter dieser Gattung. Da ist ein Typ, der als Charakter so spannend ist, wie eine Rolle Raufsertapete, der aus irgendwelchen austauschbaren GrĂŒnden um die Welt reist, pausenlos irgendwelche Leute trifft, an vielen verschiedenen Orten unterwegs ist und am Ende hat man als Leser dann ein offenes, nachdenkliches Ende... Ach und man weiĂ natĂŒrlich nicht, wie es dann mit dem Helden im Anschluss noch weiter geht oder weiter gehen WĂRDE. Weil das ja dann dem Leser und seiner abgetöteten Fantasie ĂŒberlassen wird, weil genau dies, das Ende einfach mittendrin offen zu lassen, die Kritiker und auch die werte Leserschaft nicht selten sehr beeindruckt.
Man darf das aber nicht laut sagen, weil dann all jene Leserschaft und auch selbsternannte âExpertenâ sich selbstbewusst in ihren Sesseln aalen, ihre Lesebrillen mit einer flotten Bewegung von der Nase nehmen, einen leicht hĂ€mischen, ĂŒbertrieben selbstbewussten Gesichtsausdruck aufsetzen...
Und sich dann berufen sehen, dieser dummen, primitiven Lebensform, welche da vor ihnen sitzt und die GroĂartigkeit des Buches, von dem sie sagt, dass es stinklangweilig ist, ausufernd zu erklĂ€ren.
Dann fĂŒhlen sie sich ĂŒberlegen, diese âBildungsleserâ, diese âInstantphilosophenâ, weil sie einem den Inhalt des Buches, seine angeblichen Messages, die es der Welt mitteilen will aber auch seine allgemeine GroĂartigkeit in allen Einzelheiten sezieren dĂŒrfen.
Aber auch wer einfach nur mal schlau dahersprechen, kritisieren oder rezensieren will oder muss, der freut sich wie ein Schneekönig in der Kokainfabrik, wenn er oder sie oder eine Person diffusen Geschlechtes so einen Schinken als Rezensionsobjekt hat.
Denn man kann in den Text solcher BĂŒcher verwenden, als wĂ€re es philosophischer Knetgummi.
Man kann, wie der besagte Deutschpauker mit HOMO FABER, fast alles in vor allem die nichtssagende Handlung interpretieren und so Unmengen von schlauen Fragen, Phrasen und SĂ€tzen zusammenbasteln.
Bei HOMO FABER war in einem Test mal die Frage:
âWalter Faber findet sich in einem Kapitel im schwĂŒl-heiĂen Regenwald wieder, in einem anderen in der von Beton und HochhĂ€usern beherrschten GroĂstadt. â ErlĂ€utere die bedeutlichen Unterschiede beider Landschaftsbilder und deren Gesellschaftliche Relevanz.â
Ja, ist klar...
FĂŒr Leute, die so ein Buch lesen und die anschlieĂend oder wĂ€hrenddessen solche GedankengĂ€nge haben, aber auch Moderatoren von Literatursendungen und Kritiker, ist so etwas natĂŒrlich ein gefundenes Fressen. Denn die stellen sich solche Fragen. Oder aber sie ziehen sie sich dann eben aus dem Ărmel, weil diese Gattung BĂŒcher in sich selbst so derartig nichtssagend ist.
UND JA, GENAU ZU DIESER GATTUNG ZĂHLT DAS NUN HIER PRĂSENTIERTE BUCH.
Stellvertretend fĂŒr dieses âSchlaugeschnackeâ, welches sich nach Veröffentlichung solcher Schinken anschlieĂend immer ĂŒber den Rest der Menschheit ergieĂt, habe ich mir mal schnell die offizielle Rezension... Oder eher âArschkriechereiâ von offizieller Stelle besorgt: VOM DEUTSCHLANDFUNK KULTUR.
Die Dame, welche das Buch nicht rezensiert, sondern es von oben bis unten sprachlich ableckt und beinahe noch einen textlichen Beischlaf ohne VerhĂŒtungsmittel aber mit viel Gleitcreme vollfĂŒhrt, wollen wir mal namentlich nicht weiter erwĂ€hnen... Denn von dieser Sorte Leute, denen bei dieser Sorte BĂŒcher die GlĂŒckshormone aus den Ohren spritzen, die gibt es zuhauf und sie sind mindestens so austauschbar, wie dieser Roman
War das gehÀssig?
Vielleicht sogar zu gehÀssig?
Naja, dann bin ich eben ein unvorstellbares Arschloch.
Dieses hzier rezensierte Buch finde ich trotzdem so derartig langweilig, nichtssagend und obendrein plump und klischeetriefend, das mir persönlich aber auch schon gar nichts anderes ĂŒbrig bleibt. Und ich habe auch schon âWie man reich wirdâ von Donald Trump gelesen, ich weiĂ also, wovon ich rede.
Schlimm genug also.
Ein gestörter Typ mit Bart, der ĂŒber BĂ€rte forscht, verlĂ€sst seine Frau...
An dieser Stelle wĂŒrde ICH JETZT DAS BUCH ZUSAMMENFASSEN... Aber dieses mal machen wir das etwas anders. Zur Veranschaulichung jener gerade beschriebener âLeserklientelâ...
ICH werde das ganze einfach mit mit meiner eigenen, hauptschulgeprĂ€gten Bildungssicht analysieren und bewerten, um halt die Unterschiede, zwischen âPöbelâ und âBildungsbĂŒrgernâ zu unterstreichen.
Hier haben wir den kompletten Beitrag von DEUTSCHLANDFUNK KULTUR:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/marion-poschmann-die-kieferninseln-poetische-raeume-der.1270.de.html?dram:article_id=395544
Und davon nehmen wir jetzt mal einige AuszĂŒge und machen ein âKALKOFES MATTSCHEIBEâ auf Literaturbasis daraus, bloĂ ohne die alberne, rosa Schleife und die plumpen Witze.
ZITAT DEUTSCHLANDFUNK KULTUR vom Beitrag vom 10.09.2017
âWie in ihren frĂŒheren Romanen hat Marion Poschmann nicht nur in der Handlung und in den Figuren eine spannungsreiche Dynamik entfalten lassen, auch ihre Sprache sei bezwingend. Unsere Literaturkritikerin ist begeistert.â
Zugegeben, âDIE KIEFERNINSELNâ ist das erste Buch, das ich von dieser Dame in die HĂ€nde bekomme habe, vor allem habe ich es gekauft, weil ich das Cover schön fand... Ja ich weiĂ, typisch HauptschĂŒler! Werden die Gymnasiasten unter euch sagen... Immer gucken die nur auf die bunten Bilder! Darum hocken die auch fast alle auf den Fluren der ArbeitsĂ€mter und bei RTL2 in den Assisendungen herum und lesen immer nur die BILD! Weil die so wenige aber dafĂŒr sehr groĂe Buchstaben und viele bunte Bilder hat!
Aber, wenn alle BĂŒcher von Frau Poschmann so sind wie dieses hier, dann wundert mich gar nichts mehr.
FĂŒr sie natĂŒrlich die perfekte Einnahmequelle, nichtssagende Geschichten, mit flachen Figuren und platter Handlung... DafĂŒr aber vollgestopft mit Fakten und Wissen! Das ist im Grunde genommen die Formel dieser BĂŒcher.
Und sie wirkt, damals beim SCHWULEN MALERMEISTER... Ăh ich meine... HOMO FABER... (So nannte ein Klassenkamerad das Buch abfĂ€llig) also dem âMENSCHLICHEN FABERâ, wie heute bei dieser Schlaftablette von Roman.
Es wirkt einfach immer!
Dann kann ich mir auch ungefÀhr vorstellen, wie diese Literaturkritikerin drauf ist und wieso sie beim DEUTSCHLANDFUNK KULTUR herumhÀngt. Und auch wie viele Katzen bei ihr zu Hause leben werden.
WEITER IM TEXT!
ZITAT DEUTSCHLANDFUNK KULTUR vom Beitrag vom 10.09.2017
âDer Privatdozent Gilbert Silvester besitzt eine impulsive Natur. Kaum trĂ€umt der nur mĂ€Ăig erfolgreichen Wissenschaftler, dass seine Ehefrau Mathilda ihn betrĂŒgt, verlĂ€sst er wutentbrannt die gemeinsame Wohnung und setzt sich in ein Flugzeug nach Tokyo. Dabei interessiert ihn Japan ĂŒberhaupt nicht â seit jeher pflegt er eher eine Neigung zu KaffeelĂ€ndern.
Die hochritualisierte Alltagskultur mit ihren Teezeremonien, fĂŒr die Mathilda sich begeistern könnte, flöĂt ihm Widerwillen ein. Aber nun ist Gilbert in Tokyo.â
Und da haben wir auch schon das HAUPTPROBLEM dieses Buches...
Die vollkommen wirre Grundgestaltung der Storyline.
Wer sich beim Lesen dieses Abschnittes jedoch jetzt fragt: âWieso?! Klingt doch total logisch!â - Sich vielleicht sogar empört und sagt: âWas soll daran wirr sein?! Das ist total genial! Du bist nur zu doof um die grundlegenden Aussagen dahinter zu begreifen!â - Oder das Buch JETZT SOFORT auf Amazon bestellt hat, weil er oder sie es fĂŒr das GroĂartigste hĂ€lt, was er oder sie jemals gelesen hat... Ja dann... Kann ich euch auch nicht mehr helfen.
Ich könnte euch nun drei Dinge attestieren:
Eins â Ihr habt keine Ahnung von auch nur einigermaĂen guter Storygestaltung
Zwei â Ihr seid SchlauschwĂ€tzer
Drei â Ihr habt unterhaltungstechnisch null Anspruch... Aber das ist okay!
Ach und Vier â Ihr seid höchstwahrscheinlich Nerds und gehört von einem HauptschĂŒler wie mir mal ordentlich vermöbelt und im Papiercontainer versenkt!
ZurĂŒck zur Story des Buches:
Wir haben also einen sehr merkwĂŒrdigen, impulsiven Typen, mit einem sehr englischen Namen, der trĂ€umt, dass seine Frau fremd geht, daraufhin komplett austickt, sie verlĂ€sst, weil ihn das GetrĂ€umte so sehr schmerzt (oder weil er einfach einen Dachschaden hat und mal zum Psychologen sollte) und daraufhin in ein Flugzeug steigt, um in ein Land zu fliegen, das er auf den Tod nicht ausstehen kann...Â
Joa, klingt logisch! Da kann man absolut nichts gegen sagen!
Wenn man beim Lesen beide Augen zu hat.
So wie damals bei DALLAS, als Bobby plötzlich wieder aus der Dusche kam, obwohl er laut altem Drehbuch gestorben war. Seine Frau hatte die danachfolgenden Episoden ohne ihn, dann einfach mal nur getrÀumt.
Danach gingen die Einschaltquoten so weit ich mich erinnern kann, in den Keller.
Aber in einem Buch ist das okay, da staunen sie dann mit ein wenig GlĂŒck alle: âWie tiefgrĂŒndig und mutig dieses ErzĂ€hlweise doch ist, weil sie so herrlich widersprĂŒchlich ist und Raum fĂŒr Interpretationen lĂ€sst!!!â
Der gute Gilbert forscht und unterrichtet ĂŒbrigens an der UniversitĂ€t ĂŒber BĂ€rte und ihrer Bedeutung innerhalb der Menschheitsgeschichte. Immerhin lernt man zwischendurch tatsĂ€chlich interessante Dinge ĂŒber dieses Thema. Die Sache mit der âBildungâ ist bei diesem Buch aber ja auch gar nicht das Problem...
Das einem hier auch sehr unĂŒbliches Wissen vermittelt wird und das Buch immerhin diese Aufgabe auch sehr gut meistert, all das kann in der Tat nicht bezweifelt werden.
Der ganze Rest, aus dem das Buch besteht, aber schon.
Ein offensichtlich seelisch kranker Mann mit Wahnvorstellungen, der einen schlechten Traum hatte, dreht durch, verlÀsst seine Frau, setzt sich ins Flugzeug und fliegt nach Japan, in ein Land das er nicht mag, das ihm sogar Angst macht... Tja... Und weiter?!
ZITAT DEUTSCHLANDFUNK KULTUR vom Beitrag vom 10.09.2017
Mehr aus Zufall hĂ€lt er auf einem Bahnsteig einen jungen Mann davon ab, sich vor einen einfahrenden Zug zu werfen. Aus dieser merkwĂŒrdigen Bekanntschaft ergibt sich eine Pilgergemeinschaft besonderer Natur, bei der der japanische Student Yosa Tamagotchi nach einem geeigneten Ort fĂŒr sein Vorhaben sucht, wĂ€hrend Gilbert Silvester ihn zwar begleitet, aber zugleich den Spuren eines Klassikers der japanischen Reiseliteratur folgt und dabei sich selbst begegnet.
ĂÀÀhhh...
Ja....
Also ich fĂŒr meinen Teil musste einfach recht schnell beim Lesen feststellen:
IN DIESEM BUCH ERGIBT EINFACH NICHTS WIRKLICH EINEN SINN.
Fassen wir das also weiter zusammen:
Wir haben also einen sehr merkwĂŒrdigen, impulsiven Typen, mit einem sehr englischen Namen, der trĂ€umt, dass seine Frau fremd geht, daraufhin komplett austickt, sie verlĂ€sst, weil ihn das GetrĂ€umte so sehr schmerzt (oder weil er einfach einen Dachschaden hat) und daraufhin in ein Flugzeug steigt, um in ein Land zu fliegen, das er auf den Tod nicht ausstehen kann... Â
An einem Bahnhof trifft er einen extrem klischeehaft dargestellten Japaner mit Klischeenamen der allerhölzernsten Gattung. Dieser Klischeejapaner will sich umbringen, WEIL er seiner eigenen EinschÀtzung nach ein Looser ist, seine Eltern nicht enttÀuschen und sein Gesicht nicht verlieren will...
Dieser Klischeejapaner heiĂt Yosa Tamagotchi und ist Student... Aber kein Guter... Ein Weichei... Ein Jammerlappen... Ein Boon...
Und weil das ja noch nicht reicht, greift die Autorin zu einem weiteren âStilmittelâ, damit auch der letzte Depp kapiert, dass dieser Klischeejapaner selbstmordgefĂ€hrdet ist: Der gute Yosa trĂ€gt ein in Japan unter Selbstmördern sehr beliebtes Buch bei sich, aus dem auch gelegentlich zitiert wird, dem âCOMPLETE MANUAL OF SUICIDEâ. Wer nun von der gepflegten Leserschaft gerne vorzeitig ĂŒber die Klinge springen will aber nicht weiĂ wie, hier haben wir die passende Buchempfehlung. Wirklich sehr gelungen, dieses Stilmittel...
Weil Gilbert ihn aber vollschwafelt, kann er seinen neuen Freund Yosa vom Suizid abhalten.
Also derselbe Mann, der seine Frau und das Land verlassen hat, weil er einen schlechten Traum hatte.
VOLLKOMMEN LOGISCH! SOFORT KAUFEN DAS BUCH!
Ansonsten Àndert sich an dieser Figur des platten Klischeejapaners aber auch nicht mehr viel, weder an ihm, noch an Gilbert.
Beide bleiben sehr flach und blaupausenartig, unfertig, klischeehaft-ideenlos und exakt so stiefeln sie dann auf den Pfaden alter, klassischer, japanischer Reiseliteratur durch das Land. Denn Gilbert will aus irgendwelchen GrĂŒnden, die ich mir nicht merken konnte, zu sich selbst finden. Was er da finden will, auĂer einer Einweisung in die örtliche Nervenheilanstalt, war mir aber schon ganz am Anfang sehr schleierhaft.
Jedenfalls hat sich der gute Gilbert das so gedacht und jetzt macht er das also dann auch!
Als Vorlage fĂŒr seine Pilgerreise, hat er sich bei der klasschischen, japanischen Reiseliteratur bedient.
Bei dieser âReiseliteraturâ handelt es sich um die Reisebeschreibungen des Dichters BashĂČ, genauer gesagt:
Um âOku no Hosomichi - âAuf schmalen Pfaden ins Hinterlandâ Â - Geschrieben um 1689
Der Dichter Matsuo BashĆ und sein Begleiter Kawai Sora reisten zu FuĂ vom frĂŒheren Edo â Heute Tokyo, nach Oku, dem nördlichen Hinterland. Das ganze dauerte 156 Tage. Das Ziel war vor allem, wĂ€hrend dieser Reise, auf dieser Route Orte aufzusuchen, die vor allem lyrischer, dichterischer aber auch mystischer Natur sind.
Neben dieser âReiselektĂŒreâ sind aber auch andere japanisch-traditionelle BrauchtĂŒmer und Gepflogenheiten immer wieder Thema und wenn man die schlechte Story um Gilbert und Yosa mal weglĂ€sst, dann kann man in der Tat so einiges ĂŒber die âJapanische Seeleâ lernen. Vor allem aber auch immer wieder kleinere oder gröĂere, wissenswerte BruchstĂŒcke, wie die da drĂŒben denn so âtickenâ.
Genau damit wird dann ab und an auch mal sehr holzhammermĂ€Ăig versucht, dem guten Yosa doch so ein bisschen mehr âTiefgangâ einzuflöĂen. Klappt aber fast nie. Gerne endet es dann in Szenen, die aus einer schlechten Animeserie stammen könnten.
ZITAT DEUTSCHLANDFUNK KULTUR vom Beitrag vom 10.09.2017
Es kommt zu beinahe komischen Reibungen verschiedener semiotischer Systeme. Was stellt die Erfahrung des Fremden mit automatisierten Wahrnehmungsparametern an?
ĂÀÀÀhhh... Ja, ganz genau!
Entweder ICH habe nen Bleistift an der falschen Stelle im Gehirn stecken oder die Rezensentin bei DFK hat zu viele BĂŒcher dieser Art gelesen.
Was in diesem Satzbauwerk, welches selbst schon fast einen eigenen Doktortitel mit sich fĂŒhrt aber stimmt, ist, dass es eben nur âBEINAHEâ zu komischen Reibungen kommt. Aber wirklich âLustigâ wurde es fĂŒr mein Empfinden leider nie. Eher war es so, dass ich mich beim Lesen anschlieĂend fremdgeschĂ€mt habe, meistens fĂŒr die Figuren und ihre Handlungen, wenn man das, was sie dort die meiste Zeit hölzern verrichten, so nennen will.
Automatisierte Wahrnehmungsparameter?
Watt?!
Das nennt man doch âGOOGLE-MAPSâ oder einfach âNAVIâ.
Oder verwechsle ich da etwas?!
Ach so!
Aber nein, es ergibt immer noch keinen Sinn...
AuĂer natĂŒrlich man hat studiert oder gekifft.
Oder zu viel Studiert UND gekifft.
Ach naja... Diese Buchkritiker, die sich dann mit solchen Schlaumeier-Satzbaustein-VorschlaghĂ€mmern ihrer eigenen Hochintelligenz versichern können und mĂŒssen. Aber ist halt in der Literaturszene so, was will man machen.
ICH weiĂ zwar nicht, wo man irgendwelche von diesen âAutomatisierten Wahrnehmungsparameternâ im Buch finden kann oder will oder soll... Bei einer Geschichte, in der zwei kaputte, fast autistisch-wirkende Typen von A-nach-B reisen und der eine den anderen fast pausenlos vom Selbstmord abhalten muss...
Und was die âSEMIOTISCHEN SYSTEMEâ angeht... HieĂen nicht die Bösewichte in Haruki Murakamis Roman âHardboiled Wonderland und das Ende der Weltâ so?.
Egal, Hauptschule eben... Hauptsache man hat uns beigebracht, wie man ausrechnet, wie viele Ziegelsteine und Liter Zement man braucht, um eine Hauswand zu mauern. Weil wir ja alle spĂ€ter was mit Handwerk machen wĂŒrden, weil HauptschĂŒler halt...Das muss der Grund sein, weshalb ich dieses Buch nicht mit Lob ĂŒberschĂŒtte... Und mit Fremdwörtern der höheren QualitĂ€tsstufen.
Na egal, weiter im Text.
ZITAT DEUTSCHLANDFUNK KULTUR vom Beitrag vom 10.09.2017
âNicht nur die Handlung und die Figuren entfalten eine spannungsreiche Dynamik. Wie in frĂŒheren Romanen ist Marion Poschmann in der sprachlichen Gestaltung ihrer poetischen RĂ€ume bezwingend.â
Poetik kommt vor, aber meistens nicht, wenn man die Figuren bei ihrem wirren, langweiligen Treiben begleiten darf. Poetisch wir es dann, auch spannend manchmal, wenn die Autorin ihre beiden Holzfiguren mal beiseite stellt oder sie als bloĂe Instrumende benutzt, um dem Leser dieses oder jenes nĂ€herzubringen.
Dann lernen wir beispielsweise, dass man in Japan die einheimischen Kiefern in mĂ€nnlich und in weiblich unterscheidet: Die Rotkiefer â Akamatsu ist weiblich und die Schwarzkiefer â Omatsu ist mĂ€nnlich.
Die Rotkiefer wĂ€chst meistens auf dem Festland und in WĂ€ldern und die Schwarzkiefer eher in KĂŒstennĂ€he.
Das sind jene Momente, in denen das Buch durchaus interessant ist und einen fesseln kann.
Nicht aber das Theater, welches die beiden Figuren veranstalten, das pendelt zwischen nervig â langweilig â peinlich â holzhammerartig hin und her, kann sich nicht entscheiden, fĂ€hrt falschherum in die Sackgasse, geht nicht ĂŒber Los und zieht keine zehntausend Mark ein. Verstanden? Ich nĂ€mlich nicht!
Weiter!
ZITAT DEUTSCHLANDFUNK KULTUR vom Beitrag vom 10.09.2017
âAm Ende gelangt Gilbert Silvester allein zu den ikonographischen kleinen Felseninseln am KĂŒstenrand in Matsushima mit ihren windschiefen Schwarzkiefern. Er hat lĂ€ngst begonnen, Briefe nach Hause zu schicken. â
Also ERST meiner Alten daheim eine Szene machen, weil ICH schlecht gepennt habe, ihr vorwerfen, sie hĂ€tte mich betrogen, sie dann einfach stehen lassen, in einem Flugzeug nach Japan fliegen, alle Kontaktversuche meiner Ollen abblocken und ihr dann auch noch, zumindest anfangs âBöse Briefeâ schreiben und sie anfangs am Telefon mit Psychoterror zu ĂŒberziehen...
Und sich am Ende der Geschichte wĂŒnschen, dass sie ZU MIR NACH JAPAN kommt!
Exakt das tut Gilbert nÀmlich.
Ja, dieser Mann hat mal Eier in der Hose!
Da weià Frauchen noch, wo daheim der Hammer hÀngt!
Nein, jetzt mal ehrlich: WAS.FĂR.EIN.ARSCHLOCH
In seinem letzten Brief an seine Frau, schwafelt der liebe Gilbert, der definitiv in eine psychiatrische Einrichtung gehört, seine Frau und den Leser von oben bis unten mit GedankengĂ€ngen ĂŒber die Schönheit der Natur und die Gegebenheiten der Kiefern voll.
Ich dachte am Ende nur noch: HOFFENTLICH HAT SIE LĂNGST DIE SCHEIDUNG EINGEREICHT.
Und nein, der kaputte Gilbert Àndert sich nicht, er hinterfragt seine eigene, bekloppte Denkweise nicht, kommt nicht auf die Idee, sich Tabletten dagegen verschreiben zu lassen oder mal eine Urschrei-Therapie zu machen. Er bleibt der selbe Kackboon, der selbe Donald-Trump-Charakter wie am Anfang, nur dass er am Ende dasitzt und Haikus zusammenkritzelt.
Rein erzĂ€hlerisch ist die Grundstory, also das, was dieses Buch eigentlich ausmachen mĂŒsste, eine einzige SchieĂbudenshow. Gilbert bleibt eine platte, fast peinliche Figur, Yosa bleibt eine fast schon beleidigende KlischeezusammenstĂŒckelung und erst ab Seite 99 kann man davon reden, dass die Geschichte an sich, zumindest etwas an Fahrt aufnimmt.
Ach ja, einen DDR-Zitat-Flachwitz gibt es auch noch: Seite 27
â-Niemand hat die Absicht, einen Scherz zu machen.â
TAAAAATAAAAA!!!! TAAAATAAAAAAAA!! TAAAATAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!
Und im Anschluss erzÀhlt uns AKK ihre hundert besten Gendertoilettenwitze!
Tja, wenn es das ist, was diese Leserklientel und auch die Autorin unter guter Unterhaltung verstehen, dann kann man auch gleich sein BĂŒcherregal und das E-Book im Garten verbrennen und einfach noch alle alle Staffeln âFRIENDSâ und âKING OF QUEENSâ gucken. Das ist in vielen Belangen vielleicht dĂŒmmer und platter aber auf alle FĂ€lle besser, vor allem was die Figuren und ihre Motive anbelangt.
Niveautechnisch ist dieses Buch in meinen Augen ein Auffahrunfall am Stauende auf der Autobahn mit mindestens zehn Toten und jeder Menge Gaffern, die am Unfallort Selfies schieĂen, anstatt zu helfen.
Schade um das bedruckte Papier eigentlich... HĂ€tte man besser Servietten fĂŒr ein Asia-Restaurant draus machen können oder Yu-Gi-Oh!-Karten.
Aber dann könnte die gute Frau vom Deutschlandfunk-Kultur nicht so tolle, inhaltlich komplexe, sich selbst aufschachtelnde, konreflexible Analysesynonyme zusammensetzen und diese dann kontextsensitiv im literarischen Raum ausbreiten.
(Mindestens einen der Begriffe habe ich mir ausgedacht, viel SpaĂ beim Suchen)
FAZIT
Ja, die Story ist scheiĂe.
Von vorne bis hinten.
Die Figuren sind daneben.
Der Gesamtkontext des Storyverlaufes ist unlogisch und widersprĂŒchlich von hier bis nach Meppen.
Aber ganz und gar schlecht ist das Buch aber dennoch nicht, denn es hat auch gute Seiten.
Da sind die vielen kleinen und GroĂen Dinge, die man ĂŒber Japan erfĂ€hrt, vor allem ĂŒber die Natur und den gedanklichen Umgang der Menschen in diesem Land mit ihrer Umgebung. Da ist auch immer wieder sehr deutliche und absolut zutreffende Kritik an der fortschreitenden âVerwestlichungâ und der immer weiter verfallenden WertschĂ€tzung des eigenen Erbes.
In der ebenso wirren Annahme von Gilbert, dass jener Pilgerweg, jene Reisestrecke, welche einst Basho und Sora um 1600 beschritten haben, wĂŒrde immer noch genauso romantisch existieren, landet er immer wieder an Orten, die damit nichts mehr zu tun haben.
Oftmals sind diese idyllischen Orte inzwischen schon lange verurbanisiert, vollgebaut, abgerissen, plattgemacht, zugebaut...
Ab und an hat man hier und da noch was stehen lassen, drumherum alles mit seelenlosem Beton zugekleistert und man hat das Erhaltene verkommen, vergessen, verfallen, sterben, vergessen lassen.
Diese bekannte, feine, peotische, tief respektvolle, anmutige Art der Wahrnehmung, der Anteilnahme und des Umgangs mit sich und ihrer Umwelt, er geht den modernen Japanern immer mehr und mehr, wie Sand in einer Sanduhr, Körnchen fĂŒr Körnchen verloren...
DarĂŒber mukiert sich die Autorin und damit hat sie auch vollkommen Recht!
Sie kann dem Leser dieses empfinden, dieses Tatsachen schon ein StĂŒckchen weit nĂ€herbringen, denn dann, wenn sie dies tut, dann ist dieses Buch tiefpoetisch, nachdenklich und in der Tat wunderschön und vor allem hochinteressant.
Leider aber ist die Story um Gilbert und Yosa und ihrer Pilgerreise die gar keine mehr ist, eine totale Katastrophe, von Anfang bis zum Ende.
Japanfans jedoch, die können dennoch gerne zugreifen! FĂŒr die lohnt es sich dennoch!
Deutschlehrer, die ihre SchĂŒler bestrafen wollen, weil diese freitags lieber demonstrieren gehen, anstatt HOMO FABER zu lesen... Ja auch die können gerne zugreifen und anschlieĂend ihre SchĂŒler mit diesem Schinken quĂ€len, bis sie sich freiwillig bei Audi oder BMW einen SUV vorbestellen.
Und KlugschwĂ€tzer, BildungsbĂŒrger und alle, die gerne damit angeben wollen oder mĂŒssen, wie groĂ ihre Gehirne sind, wie toll sie mit Fremdwörtern SĂ€tze bauen können, fĂŒr die der NormalbĂŒrger einen Volkshochschulkursus besuchen muss... Auch ihr könnt gerne zugreifen! Eure BĂŒhne zur Selbstdarstellung steht bereit!
Dem ganzen Rest empfehle ICH Haruki Murakami oder Banana Yoshimoto.
Ach ja!
âSEMIOTISCHâ bedeutet laut Wikipedia:
âSemiotik (altgriechisch ÏηΌΔáżÎżÎœ sÄmeÄ©on âZeichenâ, âSignalâ), manchmal auch Zeichentheorie, ist die Wissenschaft, die sich mit Zeichensystemen aller Art befasst (z. B. Bilderschrift, Gestik, Formeln, Sprache, Verkehrszeichen). Sie findet unter anderem in verschiedenen Geistes-, Kultur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Anwendung.â
Grob ĂŒbersetzt ist damit, im Falle von Gilbert und Yosa also deren Sozialverhalten untereinander gemeint oder auch einfach der Umstand, das eine Person, in dem Fall Gilbert in ein völlig Fremdes Land, also in ein ihm vollkommen fremdes Umfeld hineingerĂ€t und sich darin zurecht finden muss.
Mit den âSEMIOTISCHEN SYSTEMENâ ist somit jeweils die Kultur, die Lebenswelt der beiden gemeint, die sich ja dann doch grundsĂ€tzlich sehr stark voneinander unterscheiden.
HĂ€tte man als Kritiker so schreiben KĂNNEN, hĂ€tte dann aber nicht mal ansatzweise so oberschlau geklungen.
Und das ist schlieĂlich am Ende immer noch das Wichtigste dabei.
------------------------------
Marion Poschmann
âDie Kieferninselnâ
Taschenbuch
Suhrkamp
Ersterscheinung 2009
Preis: 9,00âŹ
PERSĂNLICHE NOTE: 4+
------------------------------
Letzter, immer noch nichtssagender Akt
Inzwischen ist der Wind, der die BĂ€ume mehr und mehr hin-und-her biegt, die Wellen im Wasser immer schneller vor sich herhetzt und die Wolken fast eine unsichtbare Schneeschaufel vor sich herschiebt, so richtig ungemĂŒtlich geworden...
Die Schwarzkiefern, unter denen Cayman und der Kameramann immer noch sitzen, sie Àchzen und knacken...
Der Kameramann schaut herĂŒber zu den Lichtern des Hotels:
âIst dir jetzt inzwischen was eingefallen?!â
Cayman, der immer noch entspannt auf seinem Stein sitzt und am Stamm einer der Kiefern lehnt, meint:
âNö du! Ich hab Urlaub! Der Witz kann sich auch mal um sich selber kĂŒmmern!â
Der Kameramann steckt die HĂ€nde in die Hosentaschen:
âHat dir dieses lahmarschige Buch so derartig alle Dummer-Humor-Energie geraubt?! Ich meine, das schreit doch geradezu nach einer passenden Verasche, in Richtung âWir schlĂ€fern jemanden damit ein!â oder nicht?!â
Cayman antwortet:
âDieses Buch ist wie Homo Faber von Max Frisch! Deutschlehrer und Bildungsmenschen werden es lieben! Und wenn man sich selber als schlau darstellen will, dann lĂ€sst man diese beiden Schinken einfach nebeneinander auf dem Tisch liegen oder im Regal stehen! Und alle werden beeindruckt sein, was fĂŒr anspruchsvolle BĂŒcher man doch liest!â
Dann schweigen beide...
Der Kameramann schaut Cayman an:
âTja also... Dass iss... Tschjoa... Kann man glaube ich so sagen... Joa!â
Dann erhebt sich Cayman, streckt sich und meint:
âUnd jetzt ab zurĂŒck ins Hotel! In ner halben Stunde ist All You Can Eat Buffet am AIRBNB-Reservistentisch!â
Cayman fĂŒgt noch hinzu:
Und AuĂerdem! Jedem das Seine! Du das eine, ich das meine!â
Dann geht Cayman zurĂŒck zum Hotel...
Der Kameramann bleibt noch eine kurze Weile an Ort und Stelle stehen...
Nachdenklich blickt er in den hektisch vobeiziehenden Wolken auf ihrer Reise zu...
Der Wind gibt sein gleichmĂ€Ăiges Dröhnen in der Ferne und das Rauschen der BĂ€ume und des Wassers zum besten...
Der Kameramann steht einfach nur da und wartet auf etwas...
Etwas, das nicht kommt, das nicht kommen wird, weil es heute nicht da ist, weil es nie da war...
Der Witz, die finale, dumme Poernte, sie will einfach nicht kommen...
Der Kameramann murmelt, schelmisch grinsend:
âZwölf! Man braucht genau zwölf Japaner um eine GlĂŒhbirne auszuwechseln!â
Dann geht auch er zurĂŒck zum Hotel...
Nichtssagendes Ende











