Pigeon Island: Sonne, Haie, Badegäste
Ostküste, du bist so wunderbar. Endlich wieder Meer, Sonne, Strand. Frische King Coconuts schlürfen. Und schnorcheln. Heute auf Pidgeon Island, einem kleinen Mini-Nationalpark vor Trincomalee.
Leider hat das Korallenriff durch den Tsunami 2004 deutlich Schaden genommen. Doch wir können sehen: es lebt und wächst wieder. Ganz langsam “blüht“ es erneut unter Wasser, überall schillert es in zarten Pastell-Tönen. Größte Gefahr: Nicht-Schwimmer-Füße, die Halt suchen.
Haialarm im Nationalpark
Außer jenen Fußsohlen schwimmen uns unzählige bunte Meeresbewohner vor der Nase herum. Kleine, große, lange, runde. Dann plötzlich, links von uns: spitz zulaufendes Maul, scharf geschnitten Kiemen, schwänzelnde Bewegungen - ein Hai. Herzklopfen. Ich packe Steffen hektisch bei der Badehose, schiebe ihn in Richtung Strand. Aber er hat schon gesehen, verstanden, wir flüchten zum Ufer. Nicht weit von uns im Wasser schreit plötzlich jemand um Hilfe. Wir können ihn nicht verstehen, sehen, dass er wild zappelt. Panik, schneller, Sand unter den Füßen, raus. Dann der Blick zurück. Jemand ist bei dem Mann, mit Rettungsring. Keine Haiattacke. Nur ein Nichtschwimmer, der sich zu weit raus gewagt und dabei die Nerven verloren hat. Unsere Atmung normalisiert sich. Erst mal Schnorchel-Pause. Später erfahren wir, dass Riffhaie gar kein Interesse an Schnorchlerwaden haben, es ist tatsächlich ein glückliches Ereignis, sie aus der Nähe betrachten zu können. Naja. Wir beobachten lieber vom Strand aus, wie ihre Finnen die Wasseroberfläche durchbrechen. Ein faszinierender Anblick, ganz ohne (Panik-)Attacke.
Nachtrag Strandleben am Nilavelibeach
Auch die Sri Lanker machen hier gerne Urlaub. Gebadet wird in voller Montur, Frauen auch gerne mit Schleier und bodenlangen Wallekleidern. Und da ein Sri Lanker selten allein unterwegs ist, ist mächtig viel los. Allerdings recht geballt, d.h. auch auf einem Strand von fünf Kilometern Länge spielt sich alles auf einem Abschnitt von 50 Metern ab. Dort wird dann dicht an dicht gebadet, fotografiert - besonders beliebt sind Selfies mit weishäutigen Strandbesuchern -, Babys geschuckelt und Cricket gespielt. Laufen wir nur circa 100 Meter weiter, sind wir allein mit Blick auf eine dichte Masse von zappelnden Menschenkörpern. Auf die Frage nach dem Grund dafür, dass etwa 500 Menschen es vorziehen, so nah beieinander im Meer und am Strand zu tollen, antwortete unser Host mit: “They are too lazy to walk any further.“ Na, wenn’s Spaß macht. Ganz allein sind wir übrigens nicht. Neben uns: Plastikflaschen, Verpackungen, Teile von Fischernetzen. Häufchen von Müll, der hier leider überall herum liegt. In etwa 30 Minuten sammle ich alle an den Strand gespülten FlipFlops im Umkreis von 10 bis 15 Metern ein und binde sie auf eine verwaiste Leine. Ich komme auf 17 Badelatschen und einen Turnschuh. Und ich habe wohlgemerkt lediglich die Schuhe eingesammelt.

















