Innehaltung/ Spanne
1926 lässt Aby Warburg eine Kopie von Rembrandts Bild der Verschwörung des Claudio Civilis anfertigen. Die große Malerei sollte die Bibliothek schmücken, wurde aber später ins private Nachbarhaus gebracht. "As an emblem of the KBW in Hamburg, the copy of Rembrandt’s famous painting counterbalanced the term ΜΝΗΜΟΣΥΝΗ, which still adorns the building. As such the Rembrandt copy is a symptomatic work of art, revealing the roles of memory and history. The various ways it was received in each of its respective sites are a true crystallisation of Warburgian ‘afterlife’." (Yannis Hadjinicolaou). Claudia Wedephol nennt das Bild Warburgs "personal icon". Charlotte Schoel-Glass schreibt in Bezug auf die drei Werke Rembrandts, die Warburg in seinem Rembrandt-Vortrag aufgreift und zu denen auch dieses Bild gehört: "Die Bilder selbst stellen jeweils den Moment der Sammlung dar, den vor der eigentlichen Handlung liegenden Moment , in kompositorisch und ikonographisch neuartiger Weise. Der Künstler Rembrandt hat ebenfalls innegehalten, und in dieser Spanne der denkenden Wahl aus den zur verfügung stehenden Möglichkeiten der Darstellung jene gewählt und entwickelt, aus denen die Forderung zur besonnenen Haltung abzuleiten ist."
Tafel 72 vergleicht die Tafelszenen um Claudio Civilis mit Versionen des letzten Abendmahls. Bing nennt diesen Vergleich eine Kontrastierung. Auch die beiden Staatstafeln greifen dieses Thema noch einmal auf, Tafel 78 wiederholt mit seiner Initiale den Typus des Abendmahls, wie er auch bei da Vinci auftaucht; Tafel 79 wiederholt zwei Bilder von Tafel 72 (die aus dem Hamburger Fremdenblatt stammen).














