1 Jahr voller Veränderungen
wir ich bereits erwähnt habe, war ich die letzten Jahre kein „aktiver“ Diabetiker.
Ich ließ alles schleifen und habe mich gerne nur an die (oft nicht vorhandenen) Anweisungen meiner (genauso oft nicht vorhandenen) Ärzte gehalten.
Seit ungefähr einem Jahr hat sich das geändert und ich bin aus meinem Schneewittchen-Schlaf erwacht.
Mein Leben hat sich seitdem ziemlich verändert, da ich mich plötzlich für alles interessiere, was mit Diabetes – speziell Typ 1 – zu tun hat.
Die folgenden Punkte/Schlagworte waren für mich am wichtigsten:
Unerschrockenheit…
beim „Schrauben“ an Basal und Bolus. Korrigieren kann man immer und irgendwann hat man die richtige Mischung erwischt.
Interesse….
Mir war gar nicht bewusst, was sich in den letzten Jahren alles geändert hat und was es für Neuerungen gegeben hat. Inzwischen bin ich Mitglied des DDB, lese sämtliche Diabetiker-Hefte und Bücher und durchforste das Internet.
Training…
von Bewegung und vor allem Blutzucker! Bis vor einigen Jahren war ich fast jeden Tag auf dem Pferderücken unterwegs und hatte durch den Adrenalinschub (wer bremst verliert!) gute bis eher hohe Werte beim Sport.
Durch ein mehr an Arbeit und weniger Freizeit habe ich mich jetzt auf Laufen und Wandern verlegt und dabei leider immer extrem niedrigen Blutzucker. Ich kenne inzwischen viele Baumstämme und Bänke zum Rasten und Traubenzucker futtern. Langsam aber sicher bekomme ich aber auch dieses Problem durch massive Basalraten-Absenkung in den Griff.
Motivation…
durch Diabetes-Gruppen auf Facebook und Blogs von anderen Diabetikern.
Es macht Spaß, aus dem Diabetiker-Leben von anderen zu lesen und von deren Erfahrungen zu profitieren. Fragen werden schnell und hilfreich beantwortet. Ohne euch wäre ich noch genau so naiv und unerfahren wie zuvor. Danke!
Ohne Fleiss…
Nachdem ich vor Monaten wieder mit der Führung eines Tagebuches begonnen habe (ohne geht eine gute Einstellung einfach nicht!) habe ich verschiedene Produkte ausprobiert. Aktuell habe ich mich mit mysugr angefreundet und gebe brav meine Daten ein.
Zudem lese ich Pumpe und Messgerät online aus und drucke mir den Report aus. Der Besuch von Diadoc und Diafee gehören natürlich dazu. (Meine Werte habe sich seit März zum Glück gebessert!)
Technische Neuerungen…
Über 3 Jahre lag mein Accu-Check Aviva Combo im Schrank – denn, was der Bauer nicht kennt….
Irgendwann konnte mich meine Diafee überreden, es doch mal zu testen und was soll ich sagen: ich liebe den Bolusrechner und die Fernbedienung für die Pumpe. Verlorene Jahre!
Bei der Registrierung des Libre war ich leider spät dran und warte daher noch sehnsüchtig auf mein FGM.
Seit einiger Zeit checke ich verschiedene Pumpenmodelle, da meine Garantie abgelaufen ist. Daher bin ich seit kurzem mit dem Omnipod Demokit zu sehen. Mein Urteil steht noch aus – mein Mann ist tatsächlich begeistert und findet es sehr modern und mit der Zeit.
Zu guter Letzt…
habe ich einen Schwerbehinderten-Antrag beim Versorgungsamt gestellt.
Für mich ein schwerer Schritt. Ich war bisher der Ansicht, dass es mich kränker macht, als ich sein möchte. Inzwischen habe ich mir verinnerlicht, dass ich trotzdem ein normales Leben führen kann. Allerdings ist dieses mit mehr Aufwand und unguten Momenten verbunden, als das der „Normalen“.
Ich bin froh, dass ich mich endlich meiner Verantwortung gestellt habe und bin mit Spaß und Motivation dabei, mir mein Leben neue einzurichten.
Besucht mich doch auch auf Facebook.