„(...) die Ausbeutung ist eine Destruktion, sofern sie auf Verlusten beruht. Verluste sind aber nur dann essentielle Verluste, wenn sie Wahrheit und Realität betreffen. Die Ausbeutung leitet die Destruktion ein. Ausbeutung verhindern heißt, der Destruktion der Wahrheit und der Realität, also ihren Verlusten, entgegenarbeiten. Die Destruktion der Wahrheit betrifft die Wahrheit der Aussagen, der Gedanken, demnach des Geistes. Nur in der Sphäre des Geistes spielt sich diese Art von Zerstörung ab, und sie äußert sich nicht sogleich in der vollendeten Unwahrheit, sondern sie schiebt die Halbwahrheiten, die emotionalen und vitalen Ausflüchte in der Gestalt von Scheinwahrheiten, Konventionen, Dogmen, Meinungen und Ideologien dazwischen, um durch metaphysische Leichtfüßigkeit wenigstens den Anschein des Beweises zu erwecken. Man begnügt sich mit der Täuschung, wenn man den Zweifel nicht auf sich nehmen will.“
in: Max Bense, Descartes und die Folgen. Ein aktueller Traktat, 1955, 22.