Manchmal, wenn ich durch den Wald gehe, in dieser Stille, taucht alles wieder auf â mein Leben, die Menschen, die darin Platz fanden, das Jetzt und die ungewisse Zukunft.
Ich erkenne Parallelen bis zurĂŒck in meine Kindheit.
Schon frĂŒh war ich mit Verlusten vertraut, schon frĂŒh fehlte mir das GefĂŒhl einer echten, wahren Liebe.
Vielleicht ist es dieser Mangel, der mich immer wieder dazu brachte, mich festzuklammern an das, was mir Liebe versprach.
Ich wollte sie erleben, ich wollte glauben, dass sie irgendwann wirklich da ist.
Schon als Jugendlicher trug ich diesen Wunsch in mir:
einen Menschen an meiner Seite zu haben, mit dem ich alt werden darf.
Ich war nie einer fĂŒr Wechsel, nie einer, der sich treiben lieĂ von der Vielfalt, wenn es um GefĂŒhle ging.
Meine erste groĂe Liebe hat mich lange getragen â 17 Jahre.
Damals glaubte ich noch an das âfĂŒr immerâ.
Doch als es zerbrach, wurde mir der Boden unter den FĂŒĂen weggezogen, und trotzdem ging das Leben weiter, auch wenn es mich StĂŒck fĂŒr StĂŒck formte und prĂ€gte.
Es folgten weitere Jahre, eine weitere groĂe Verbindung, erneut der Glaube an Dauer, an VerlĂ€sslichkeit, an das Teilen des ganzen Weges. Doch was anfangs gut begann, verwandelte sich ins Gegenteil: Erniedrigung,
DemĂŒtigung,
Betrug.
Ich habe geschluckt, hingenommen, verdrĂ€ngt â weil ich nicht aufgeben wollte, weil ich nicht wahrhaben konnte, dass auch dies wieder zerbrechen wĂŒrde.
Als es zu Ende war, blieb kaum mehr als eine leere HĂŒlle von mir zurĂŒck.
Lange trug ich diesen Zustand mit mir.
Der Traum, einmal sagen zu können:
âDort sitzt sie â die Liebe meines Lebensâ,
war zu Staub zerfallen.
Ich wollte nie wieder etwas Festes, nie wieder dieses Auf und Ab, nie wieder die AbhĂ€ngigkeit vom âFĂŒr immerâ.
Und doch kam wieder jemand in mein Leben.
Ich lieĂ es zu, weil ich es tief in mir immer noch wollte â das Erleben, das Dasein, die Hoffnung.
Und wie so oft war der Anfang voller IntensitÀt, voller Versprechen. Doch auch diesmal endete es anders, als ich glaubte, anders, als ich hoffte.
ZurĂŒck blieb ich â mit mir selbst, meinen Narben, meinen unerfĂŒllten TrĂ€umen.
Heute stehe ich da, gezeichnet von all dem, was war.
In mir eine Mischung aus Sehnsucht und MĂŒdigkeit.
Sehnsucht nach NĂ€he, die nicht zerbricht.
Nach einem Menschen, der bleibt, wenn das Leben seine Schatten wirft.
Aber auch MĂŒdigkeit, weil so vieles schon verloren ging, weil jedes Vertrauen mich wieder kostete, weil meine Hoffnung immer wieder gegen die RealitĂ€t verlor.
Und doch weiĂ ich, dass Ruhe fĂŒr mich nur dort zu finden sein wird, wo ich das finde, wonach ich mein Leben lang gesucht habe:
eine Frau an meiner Seite, mit der ich das letzte, vielleicht sogar glĂŒckliche StĂŒck meines Weges gehen darf.
Vielleicht klammere ich mich deshalb noch so sehr an Versprechen, an Zeichen, an Hoffnungen, die aufblitzen.
Doch je öfter sie sich als Trugschluss erweisen, umso mehr geht von mir verloren â
bis ich mich irgendwann ganz in dieser Sehnsucht aufgelöst haben werde.