Mailbox.org, Posteo.de und 2 Factor Auth mit dem Yubikey - eine Mißerfolgsstory
Ich habe mir einen Yubikey NEO zugelegt, um künftig meine Onlinekonten - da wo möglich - mit einer 2 Faktor Authentifizierung abzusichern.
Ich muss zugeben: Ich habe mich vor dem Kauf nicht allzu umfassend informiert und den Yubikey einfach bestellt.
Erst nach dem Kauf habe ich dann recherchiert, wie ich den Yubikey bei meinen Mailkonten anwenden kann, um den Webzugriff abzusichern.
Um das schnell abzuhaken: Google und Yubikey und U2F waren nach 10 Minuten erledigt. Das funktioniert mit einem Chrome Browser einfach so. Ende.
Dann also mein Mailbox.org Postfach. Prinzipiell soll das eine einfache Sache sein: PIN festlegen und dann... Oh. Man benötigt dazu ja nicht irgendeinen Yubikey, sondern man muss ja den Yubikey von Mailbox.org bestellen. Allerdings kostet der Yubikey NEO dort etwa 15€ mehr kostet als woanders. Diese Mehrkosten rechtfertigen sich durch den Verwaltungsaufwand bei Mailbox.org für die Einrichtung, allerdings ist man als Besitzer eines Yubikeys kaum bereit, sich mal eben einen zweiten, teuren Key zuzulegen. Ein Mailbox Kunde hat dann gefragt, wie es denn mit vorhandenen Keys aussieht, und der Chef persönlich - Peer Heinlein - antwortete, dass man schon noch 3 Wochen benötigen würde, bis man so weit sei, weil das alles sehr aufwendig ist, nur um dann einige Zeit später zurückzurudern und den Zeitpunkt für die Zulassung eigener Yubikeys auf unbestimmte Zeit zu verschieben.
Also: Mailbox.org und Yubikey - nicht möglich, wenn man einen eigenen Key verwenden möchte. Doof.
Na gut. Dann eben mein Posteo Postfach.
Um es kurz zu machen:
Man muss sich als Mac OS Besitzer ein kostenpflichtiges Programm installieren. Ok, kann man machen, weil Sicherheit ja wirklich wichtig ist.
Aber: Man muss das Programm IMMER benutzen, wenn man sich mittels U2F einloggen will und das kontakariert den eigentlichen Sinn und Zweck des Ganzen, nämlich sich von unterwegs im Zweifel auch an nicht vertrauenswürdigen Rechnern mal in sein Postfach einloggen zu können - schließlich habe ich dort nicht die notwendige Software installiert.
Alles in allem ernüchternd. Der Wille mag zwar bei beiden Unternehmen vorhanden sein, Sicherheit und Komfort zu verbinden, aber wenn die Umsetzung nicht wirklich hundertprozentig ist, ist es am Ende nutzlos. Wie man es richtig macht, zeigt Google - ausgerechnet der Klassenfeind.