Lyxor RAFI-ETFs: Altersvorsorge nur fĂŒr Eintagsfliegen
Warum leckt sich der SchÀferhund die Eier? Ganz einfach: weil er es kann! Das bringt uns wieder einmal zum Thema Investment-Gesellschaften.
Im Sommer 2008 kaufe ich bei Lyxor, einer Tochtergesellschaft der französischen Bank SociĂ©tĂ© GĂ©nĂ©rale, Anteile des âLYXOR ETF FTSE RAFI EUROPEâ. Bei anderen, an der Marktkapitalisierung der jeweiligen Werte orientierten Börsenindizes sind die Anleger tendenziell zu stark in teuren Aktien groĂer Konzerne investiert. Die Indizes der FTSE-RAFI-Gruppe versprechen dagegen, diese Verzerrung zu vermeiden, indem sie fundamentale Daten wie Umsatz, Cashflow, Dividendenrendite und Kurs-Buchwert-VerhĂ€ltnis berĂŒcksichtigen. Klingt plausibel, finde ich.
Im Sommer 2016 wird dieser ETF von Lyxor aufgelöst, natĂŒrlich mit Verlust fĂŒr Anleger, die zu frĂŒh eingestiegen waren. Davor waren schon der âLyxor ETF FTSE RAFI Japanâ und der âRAFI USAâ geschlossen worden, ebenfalls ohne Vorwarnung. (Bei anderen Banken, z.B. Deka, ist es ĂŒblich, Flop-Fonds mit anderen, weiter laufenden Fonds zu verschmelzen. Das ist nicht nur gut fĂŒr die Statistik, sondern vermittelt Anlegern auch das GefĂŒhl, die Welt drehe sich weiter und Verluste könnten mit der Zeit wieder aufgeholt werden. Lyxor aber nimmt auf die psychische Befindlichkeit der Anleger keine RĂŒcksicht.)
1. Investmentfonds können jederzeit von der ausgebenden Investmentgesellschaft zugemacht werden, ohne dass es dafĂŒr GrĂŒnde brĂ€uchte. Wobei Fondsmanager manchmal natĂŒrlich tatsĂ€chlich gute GrĂŒnde haben, zum Beispiel schlechtes Wetter, Magenkneifen, Ărger mit der Gattin oder dem Hund.
2. Lieber direkt in Aktien verschiedener Firmen investieren. Da hat man wenigstens nur ein Risiko - und muss sich nicht auch noch ĂŒber Banker Ă€rgern. Wer unbedingt Geld verlieren will, kann ja Banken-Aktien kaufen.
MĂŒlleimer in Paris, der Heimat von Lyxor