Linkssein ist nur denkbar als Feindschaft gegenĂźber dem Tod.
Thomas Ebermann: StĂśrung im Betriebsablauf. Systemirrelevante Betrachtungen zur Pandemie.
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Linkssein ist nur denkbar als Feindschaft gegenĂźber dem Tod.
Thomas Ebermann: StĂśrung im Betriebsablauf. Systemirrelevante Betrachtungen zur Pandemie.

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Linke SteigbĂźgelhalter des Kapitals
Linke Steigbßgelhalter des Kapitals
Die alten Mächtigen haben mit den neuen Linken einen Juniorpartner gefunden, um die Menschen und ihre Kultur in einem historisch einmaligen MaĂe zu zermalmen. [dropcap]K[/dropcap]atja Kipping, die FĂźhrerin der neuen Linken, jedenfalls der Partei, die diesen Namen trägt, schalt kĂźrzlich in einer Fernsehdiskussion Ăsterreichs AuĂenminister Sebastian Kurz: âIhre europäische LĂśsung bedeutet TränengasâŚ
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Menschen, die den Anspruch erheben, ideologiekritisch zu sein, haben nicht selten eine regelrechte Serie biographischer Reinfälle und bitter bereuter Besuche in linken Sackgassen hinter sich. Dass viele von ihnen einst in projektionsbegĂźnstigend fernen Regimes - zu denen auch das nun ums Ăberleben ringende Muammar al-Gaddafis zählt - einen Ankerplatz fĂźr ihre romantische Gegenpositionierung in einem vermeintlichen auĂerhalb des Ăźblen Ganzen fanden, erfĂźllt sie heute mit Scham und, teils zum Schaden ihrer Erkenntnisfähigkeit, mit ängstlicher Vorsicht. Gewiss ist es gut, die eigenen Gedankenfluchten durchschaut habend zur Besinnung gekommen zu sein, doch vieles, das sich als nach juvenilen Eskapaden nunmehr aufgeklärt gibt, ist in Wirklichkeit abgeklärt. Es gibt in der Tat kaum einen stärkeren Hinweis auf den beginnenden, selbstverschuldeten Kretinismus, als der als altersmilder Spott getarnte Hass auf die verzweifelten und meist fehlgeleiteten Fluchtversuche Anderer. Der Zynismus manifestiert sich nicht wegen ihres freilich fast sicher vorhersehbaren Misslingens, sondern wegen ihres beharrlichen Wiedererscheinens, das die eigene Einrichtung in der Welt der Erwachsenen stĂśrt. âEs gibt kein richtiges Leben im Falschenâ wird, wie so viele zu bonmots verstĂźmmelte Gedanken Adornos, ganz gegen die an den Gitterstäben wenigstens noch rĂźttelnde Intention in ein absolvierendes Einverständnis mit dem irdischen Jammertal umgemĂźnzt. Man kĂśnnte sich ebenso gut mit der beliebten Absage an etwaige GlĂźcksforderungen behelfen, die da lautet: âDas Leben ist kein Ponyhof.â Andere, die ebenfalls durch fortwährende Enttäuschungen und DemĂźtigungen zu einer den eigenen Verstand retten sollenden Grundskepsis gelangt sind, haben sich in der selbstauferlegten Abstinenz von spontaner Begeisterung dennoch etwas vom jungen Alexander erhalten, dem angesichts der unlĂśsbaren Verknotung der Realität das Schwert in den Sinn oder gar in die Hand gerät. Die mentalhygienische Disziplin, das intellektuelle Aushalten einer Ohnmacht, die die Jungen vergreist, die Alten verkindlicht und alle verdummt, die also bereits durch ihre bloĂe Fortsetzung Katastrophe ist, wird vom Wunsch reprimierter und unglĂźcklicher Massen, sich schreiend und schlagend aus ihrem gesellschaftlichen Alpdruck zu befreien, herausgefordert und gereizt, es erinnert an tief Empfundenes und lange unausgesprochen Gebliebenes. Der Vorsatz, sich nicht dumm machen zu lassen, akkumuliert unter der nĂźchternen Oberfläche manch ein abgespaltenes aktionistisches Verlangen, das droht, sich mit der plĂśtzlichen Heftigkeit einer aufgestauten und unterdrĂźckten Leidenschaft des Kopfes zu bemächtigen.
Richard Kempkens: Die Spatzen twittern es von den Dächern. In: prodomo. Zeitschrift in eigener Sache. #15, Juli 2011. S. 5f.