September 2018
El enrutador (span. „Der Router“)
Im Herbst 2018 ist es endlich soweit. Ich wage den großen Schritt und ziehe um mitten hinein in das Gewühl der Hauptstadt. Doch leider werden die anfängliche Begeisterung und die Vorfreude auf meinen neuen Lebensabschnitt in den ersten Tagen etwas gebremst.
Das Studium beginnt erst am 1. Oktober, so wie auch der Einzug meiner Mitbewohnerin. Kurzum, ich habe noch keinerlei soziale Kontakte und kenne mich in Berlin kaum aus. Und auf meinem Studentenzimmer gibt es kein WLAN, sondern zuerst einmal nur ein Modem der Marke telecolumbus mit Internetanschluss. Doch wenn man, wie vorgegeben, sein Handy oder seinen Laptop daran anschließt, hat man trotzdem keinen Zugriff darauf.
Darum fährt mein Onkel noch am ersten Tag mit mir zu Saturn, um mir für 48,99 € einen FRITZ!Box4020-WLAN-Router zu holen, da diese teurere Variante uns von dem netten und kompetent wirkenden Ladenmitarbeiter als bedienungsfreundlicher verkauft wird. („Geht ganz schnell. Jeder Schritt ist verständlich erklärt.“)
Leider können dann weder ich noch mein Onkel oder der Hausmeister meines Studentenwohnheimes diesen Router funktionsfähig an das Modem anschließen. Trotz mehrerer Versuche und akribischem Studieren der Gebrauchsanweisung (bei der es sich lediglich um ein vierseitiges Heftchen handelt), bekommen wir es alle drei nicht hin.
Als dann am 1. Oktober meine Mitbewohnerin einzieht und sie als Wirtschaftsinformatik-Studentin ebenfalls vor einem Rätsel steht, wenden wir uns als letzte Anlaufstelle an ihren Freund, der sein Informatikstudium schon erfolgreich absolviert hat. Übers Telefon erklärt er uns dann, dass wir über eine bestimmte Internetseite zuerst eine Sequenz einstellen müssen. Als wir dann allerdings den für uns entscheidenden Menüpunkt erreicht haben, stellt sich uns schon wieder ein Hindernis in den Weg. Genau dieser Punkt ist unverständlicherweise auf Spanisch, obwohl die restliche Website, also auch alles darüber und darunter, auf Deutsch eingestellt ist.
Somit müssen wir dann noch einmal ein paar Tage warten, bis ihr Freund uns besuchen kommt und er dann, nach einigem Ausprobieren, die notwendige Einstellung vornimmt. Und selbst er bekommt es nicht sofort hin, obwohl er ansonsten sehr technikbewandt ist – so viel also zu: „Geht ganz schnell.“
Was ich daraus mitgenommen habe: Teurer heißt nicht gleich bedienungsfreundlicher und manchmal spinnt die Technik einfach rum und es liegt nicht an einem selbst. Aber wenigstens weiß ich jetzt für die Zukunft, wie man einen Router an ein Modem anschließt – natürlich nur, wenn die Einstellung nicht auf Spanisch ist!
(Lilli Herrmann)











