Guatemala hat es nicht leicht, nach Mexiko wäre es aber für alle anderen Länder sicher ebenso schwierig gewesen. Zuviel Weltkulturerbe und Natur in einem einzigen Land sind auch nicht fair.
Trotzdem: Es ist schön hier. Sehr schön. In Lanquin, dem kleinen Mayadorf in den Bergen, ist noch alles in Ordnung, obwohl neu angelegte Pisten baldige Straßen- und andere Neubauten vermuten lassen. Ob das dem Örtchen gut tun wird, ist schwer zu beurteilen.
Im Moment ist es so, dass das Ausflugsziel Semuc Champey, als drittschönster Ort Guatemalas sicher ein wenig überhöht, nur per Pickuptruck oder arg gebeuteltem Minibus über eine 10km lange Schotterpiste erreichbar ist. Dort angelangt kann man entweder zu den Kalkterassen des als “majestic river” ebenfalls übertrieben bezeichneten Flusses gehen, oder sich nach dem Erklimmen von gefühlt 2000 Stufen einen Blick übers Flusstal gönnen. Alles hübsch, alles auch gut gefüllt von überwiegend Guatemalteken und den ca 100 Backpackern, die es hierher verschlägt. Die Landschaft ringsherum ist atemberaubend, so viele verschiedene Grüntöne des Jungles, früh sind die Täler voller Nebel. Semuc Champey selbst ist hübsch, aber nicht spektakulär.
Das Dorf Lanquin selbst ist tagsüber sehr geschäftig, sei es auf dem Markt, den kleinen Kiosken oder in den Straßen, in denen die üblichen Tuktuks verkehrten.
Man wird, soweit wir das bevorteilen können, innerhalb des Ortes auf dem Markt oder an Streetfoodständen nicht übers Ohr gehauen, alles ist sehr günstig, in den Läden oder direkt am Eingang zum Park versucht man es dafür umso hartnäckiger.
Am Nachmittag hab ich nur noch ein kleines Höhlenabenteuer in den direkt am Ortseingang liegenden Kalksteinbergen gegönnt. Bis tief in die Berge hinein verfügt Lanquin über riesige Höhlensysteme, voller Tropfsteine und kathedralenartigen Grotten, es sind tausende Fledermäuse unterwegs. Anders als in anderen Höhlen gibt es aber keinerlei Beleuchtung, man ist auf die Taschenlampe angewiesen und sollte es vermeiden, sich zu verirren. Da ich diese Zeilen schreibe, habe ich das also nicht getan. :) Abends gegen 6 fliegen dann alle Fledermäuse aus dem Höhleneingang und jagen Mücken. Leider nicht alle.
Man kann hier alles selber organisieren, und muss sich keinerlei Touren oder Guides verkaufen lassen, das ist tatsächlich nicht notwendig. Dafür kann man mehr Geld auf dem Markt ausgeben.
Morgen geht es dann wieder 300 km , also mit dem Minibus ca 10-12 h, weiter zum Lago Atitlan, Vulkane ansehen und erwandern.