Wintertour 2023/2024
30.10.23 Rimini & San Marino
Der Tag beginnt feucht. In der Nacht hat es die Wolken um den Berg geschaart, früh ist es dunstig, man sieht nicht all zu viel, Zeit für einen Ausflug nach Rimini.
Am Strand der Adria gelegen, trägt die Stadt ihren Namen nach der alten Bezeichnung des hier mündenden Flusses Marecchia, der einst Ariminus hieß. 150000 Einwohner und Einwohnerinnen leben in dieser historisch sehr bedeutsamen Stadt, die eine wechselvolle Geschichte hat, die man bestenfalls selbst recherchiert, denn für dieses kleine Tagebuch wären das zu viele Fakten. Den größten historischen Fußabdruck nach den Römern hinterließ wohl die Adelssippe der Malatesta, daran erinnern auch heute noch viele Bauwerke. Ob Guido Malatesta mit denen verwandt war, entzieht sich meiner Kenntnis, letzter hinterließ der Nachwelt allerdings einige herrlich trashige Sandalenfilme aus den 60ern. Er kam aber nicht aus Rimini, der Filmmalatesta. Ganz im Gegensatz zu einem der großartigsten Filmemacher, die Italien je hatte, Federico Fellini. Der kam 1920 hier in Rimini zur Welt, und veränderte das italienische Kino. La Strada, vor 70 Jahren erschienen, gilt Zeit als absoluter Klassiker, und durch diesen Film kennen wir den Begriff Zampano. Der große Zampano, gespielt von Anthony Quinn.
Rimini spielte also auf der Landkarte schon immer eine große Rolle, von hier aus starte so manches militärische Unterfangen, manche missglückten, andere misslangen.
Auch San Marino sollte einst von hier aus eingenommen werden, dieses Abenteuer scheiterte. Viel später, Im zweiten Weltkrieg wurde das durch die Nazis besetzte Rimini bombardiert , ca 80% der Gebäude wurden zerstört. Nach der Befreiung und Besetzung durch kanadische und griechische Truppen erfolgte nach und nach der Wiederaufbau und das entstehen eines Badetourismusparadieses, später aufgrund der massiven Besucher aus Deutschland als Teutonengrill bekannt. Einen Eindruck gibt Gerhard Polts südlich von Rom gedrehte Satire Man Spricht Deutsh . Bis Ende der 80er Jahre blieb das so, dann gab es eine große Algenplage, und die Deutschen wichen nach Kroatien und andere Ziele aus. Abgelöst wurden sie durch die Russen und die einheimischen selbst. Mittlerweile wird die Zahl der Russen wohl stark zurückgegangen sein, seit Crazy Putin die Ukraine überfallen hat.
Die Stadt selbst ist, jedenfalls jetzt im Winter, sehr charmant und strahlt eine angenehme Gemütlichkeit aus.
Im Sommer ist das vermutlich nur bedingt der Fall.
Nach diesem Ausflug hinunter an die Küste geht es für mich am Nachmittag wieder aufwärts in die Wolken, und die Serpentinen, Berge und Wiesen sind getaucht in magisches Licht. Pastellmalerei muss hier erfunden worden sein. Leider ist es zu wechselhaft , um länger herumzulaufen, aller 2 Minuten ist alles anders, also lande ich letztlich wieder auf dem Berg in meiner Unterkunft. Es ist Januar, das Wetter wechselhaft aber mit 10-13° Celsius gut erträglich. Und was tut der Seele besser als ein Tag am Meer….














