Es ist, als müsste ich unbedingt die Erwartungen an mich erfüllen - aber ich weiß nicht mal, wie die aussehen.
Glaub mir, ich wäre so gern das brave Kind. Oder vielmehr, die erwachsene Person, die ihr Leben einfach im Griff hat. Ich wäre so gern jemand, der sich nicht selbstverletzt. Der zur Arbeit geht. Der seinen Haushalt hinkriegt. Der seine Ziele erreicht. Glaubt mir, ich wäre das so gerne.
Nachdem ich 15 Jahre lang nie aufgegeben habe, nie auch nur eine einzige Pause gemacht, nicht auf meine Bedürfnisse gehört habe, bin ich zusammengebrochen.
Ich kann nicht mehr das perfekte Etwas sein.
Also bin ich jetzt gar nichts mehr.
Vielleicht ist das jetzt das trotzige Kind in mir, aber nachdem ich seit meiner Kindheit nur noch funktioniert habe, und jetzt einfach keine Kraft mehr habe, habe ich kein Interesse mehr daran, irgendwas "richtig" zu machen. Schon gar nicht, weil man das in unserem Gesellschaftssystem so halt "muss".
Ich bin ein*e Rebell*in, die Angst vorm Rebellieren hat. Was ein lächerlicher Anblick.
Aber sind wir doch ehrlich, die meisten Dinge, die ich tun will, tu ich nicht aus Angst verlassenzuwerden. Wenn ich nur blöd genug, gefährlich genug, rücksichtslos genug bin, dann werden schon alle gehen.
Wenn ich nicht durchziehen kann, was ich durchziehen will, dann kann ich am Ende allein dastehen, weil ichs doch einen Schritt zu weit getrieben habe.
Wann kommt der Teil, wo ich ich selbst sein kann?











