18.11. / 19.11. - Olympia und die Kabinencrew
Abreisetag - die schönsten Zeiten gehen einfach immer zu schnell vorbei. Aber da es nun schon soweit ist, freue ich mich auf mein Zuhause und die Zurückgebliebenen.
Ich bin schon vor dem Weckerklingeln fertig mit den Restaurationsarbeiten an mir und habe die Spuren der letzten Nacht ausgebügelt. Es war nicht viel zu tun - alle mussten relativ früh wieder raus und dementsprechend waren wir schon gegen Mitternacht wieder im Hotelzimmer. Stefan lümmelt noch im Bett rum, während ich schon meine Sachen packe. Wir treffen uns heute nach dem Frühstück nochmal mit Sascha. Dieses Mal in der Schule seiner Kinder. Anlass ist die große, zeremonielle Eröffnung der Schulsportsaison, die jedes Jahr stattfindet.
Um 9:00 Uhr sind wir am Plaza Argentina verabredet. Britt kommt mit den Kindern dorthin, Sascha kommt später, da er in der Frühe noch eine Vorlesung geben muss. Wir sind mit dem Taxi gefahren und um 8:59 Uhr da (ja, ich weiß, wie spießig und naiv) - Britt kommt mit den Kindern um 9:20 Uhr an und entschuldigt sich sofort für die Verspätung (sie ist eben mit einem Deutschen verheiratet). Mir macht das nichts aus - Südamerika hat mich infiziert.
Am Schuleingang müssen wir 3$ Eintritt bezahlen und laufen dann auf den höhergelegenen Sportplatz. Dort haben schon unzählige Eltern, Verwandte, Bekannte und Freunde auf der Tribüne die besten Plätze gesichert, um das Spektakel hautnah mitzuerleben. Die Kinder der Schulsportgruppen präsentieren sich und ihre Sportart. Umrahmt wird das ganze mit einem kurzen olympischen Fackellauf, einer Entzündung des olympischen Schulsportfeuers und dem Singen der Nationalhymne. Da spotte einer noch über deutsche Schulveranstaltungen - hier ist das ganze noch Normaler im Quadrat.
Gegen 12:15 Uhr verabschieden wir uns von Britt. Sascha und Stefan begleiten mich zum Hotel und anschließend auch noch zum Flughafen. Wir trinken dort noch ein Abschiedsbier, Kaffee und Ingwertee. Der Abschied fällt fachMÄNNISCH aus - kurz und schmerzlos aber nicht minder herzlich und voller Wehmut. Ich gehe zum Sicherheitsbereich und anschließend zum Flieger. Die Maschine aus Europa ist schon da und steht zum Weiterflug nach Guayaquil bereit. Erst von dort geht es wieder zurück nach Hause. Nach 90 Minuten Aufenthalt in Guayaquil beginne ich um 20:10 die 10-stündige Heimreise über den Atlantik. Ich bin beim Einsteigen schon todmüde und hoffe auf viel Schlaf. Allerdings beginnen bereits zwei Stunden nach dem Abheben und kurz nach dem Abendessen die Turbulenzen. Anschnallpflicht. Ich habe keine Reisetablette genommen, im Flieger ist das Licht gedämmt und draußen ist es dunkel, so dass ich keinen Horizont sehen kann. Herumlaufen darf man auch nicht. Na das wird was werden.
Ich halte bis 3 Stunden vor der Landung durch. Ab da beschäftige ich dann nur noch die Kabinencrew und schenke ihnen fünf Tüten - im Austausch gegen neue Tüten, Feuchttücher, Tee, Wasser und einer Dose Cola. Soll helfen, so die Chefstewardess. Ich bin wieder die Ausnahme.
In Amsterdam angekommen, freue ich mich über fast 3 Stunden Aufenthalt. Tee, Vitamindrink, Salzbrezeln und Reisetabletten (meine sind logischerweise im Koffer) gekauft. Den Anschlussflug von Amsterdam nach Berlin vertrage ich dann wieder ohne Zwischenfälle.
Berlin zeigt sich am Sonntag, den 19.11., gegen 17:30 Uhr von seiner besten Seite: 5 Grad, Regen und stürmisch. Der Busfahrer lässt uns wegen 2 Metern, die er noch näher an das Terminal ranfahren muss (Vorschrift) aber wegen eines anderen Busses nicht kann, nicht aussteigen. Dafür bremste er dann heftig - das wiederum war sehr südamerikanisch.
Sandra und Annine sind das Empfangskomitee und wir drei freuen uns wahnsinnig, endlich wieder zusammen zu sein. Auf der Rückfahrt tauschen wir die wichtigsten Neuigkeiten aus. Zu Hause angekommen verteilen wir die Geschenke (Annine eine Begrüßungskarte und ein Bild für mich - ich wiederum die zahlreichen Mitbringsel) und setzen uns noch gemütlich kurz vor die Glotze.
Um 23 Uhr falle ich am Sonntag, nach 38 Stunden wach, ins Bett. Ich benötige 2,5 handgestoppte Sekunden zum Einschlafen - neuer persönlicher Rekord! Ich träume von der wuseligen Stadt, von der Höhenerfahrung am Berg, von den pazifischen Wellen, den abertausenden Tieren, den freundlichen Menschen und dem angenehmen Klima - und von Stefan, Derk und Olaf, die jetzt schon im Dschungel sein müssen. Ecuador - Du bist immer eine Reise wert!
Vielen Dank an meine Frau und meine Tochter, die mir die Reise ermöglicht haben. Vielen Dank an alle Blogleser*innen und das zahlreiche positive Feedback. Passt auf Euch auf und reist viel. Wie Stefan sagte: "Reisen müsste verpflichtend sein - dann würden die Leute nicht solche Vorurteile haben!" Richtig, sage ich.










