In zwei Jahren gehts rund
Bereits in zwei Jahren können sich zehn 230 Meter hohe WindrĂ€der zwischen Herzfelde, Petznick und Mittenwalde drehen. Die Schatten der Rotoren reichen dann je nach Sonnenstand bis ans Westufer des Dolgensees (Dorfseite). Bis zu 39 Mal pro Minute wird sich ein Rotorblatt vor die Sonne schieben. Der LĂ€rmpegel der RĂ€der wird am Westufer des Sees 40 Dezibel betragen und in der Dorfmitte noch mit 25 Dezibel hörbar sein. Das sagten Lobbyisten der Unternehmen Enercon und Energiequelle, die die WindrĂ€der bauen wollen, am Mittwoch im Ortsbeirat Herzfelde. Im aktuellen Windplan der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim (RPG) sind 48 Eignungsgebiete Windenergienutzung mit einer GesamtflĂ€che von 9450 Hektar festgelegt, darunter das 144 Hektar groĂe Gebiet zwischen Herzfelde, Mittenwalde und Petznick. Die RPG hatte den Windplan im April 2016 beschlossen. Er war zuvor von August bis Oktober 2015 öffentlich ausgelegt worden. Der Einspruch der im Jahr 2011 gegrĂŒndeten BĂŒrgerinitiative Herzfelde im Rahmen des Planungsverfahrens hatte dazu beigetragen, dass das Windeignungsgebiet deutlich verkleinert wurde. Entgegen dem ursprĂŒnglichen Plan sind die Reiserberge am Trebowsee nicht mehr Teil des Eignungsgebietes. Der Plan ist seit seiner Veröffentlichung im Amtsblatt des Landes Brandenburg am 18. Oktober 2016 rechtskrĂ€ftig (Link: http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/76/Amtsblatt%2043_16.pdf ). Unterdessan hat die Enercon bereits PachtvertrĂ€ge mit den Landwirten (40.000 Euro pro Windrad und Jahr) geschlossen, wie ihr Vertreter im Ortsbeirat sagte. Die nĂ€chsten Schritte bis zum Bau der Windanlagen sind ein StĂ€dtebaulicher Vertrag und die Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz. Im Rahmen dieses Genehmigungsverfahrens gibt es nur noch eine sehr eingeschrĂ€nkte Möglichkeit der BĂŒrgerbeteiligung, weil Windkraft-Betreiber beim Landesamt fĂŒr Umwelt beantragen können, dass auf eine UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung verzichtet wird. Gerade bei kleineren Windparks (wie zuletzt in Uckerland und Uckerfelde) wird solchen AntrĂ€gen hĂ€ufig zugestimmt, wie im Amtsblatt zu lesen ist. Auch die Möglichkeiten, das Projekt durch eine Bauleitplanung zu stoppen, sind begrenzt. Wie ein Vertreter der Stadtverwaltung im Ortsbeirat sagte, mĂŒsste die Stadt einen solchen Bebauungsplan nicht nur aufstellen, begrĂŒnden und beschlieĂen. Sie mĂŒsste auch fĂŒr einen solchen Beschluss haften, was angesichts eines rechtskrĂ€ftigen Windplans, eines Streitwerts von sechs Millionen Euro pro Windrad und avisierten Gewerbesteuereinnahmen von 1,2 Millionen Euro fĂŒr Templin (je Megawatt 100.000 Euro/20 Jahre) höchst unwahrscheinlich ist. Die Windkraft-Lobbyisten veruchten am Ende ihres Vortrages mit vagen Versprechen die BĂŒrger auf ihre Seite zu locken und stellten um etwa zehn Prozent unter dem ortsĂŒblichen Niveau liegende Windstromtarife und die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung der Herzfelder an dem Windpark (BĂŒrgerwindpark) in den Raum. Pfarrerin Rosemarie Penz hat fĂŒr Sonntag, 30. Oktober, 17 Uhr, ein Treffen im Gemeindehaus vorgeschlagen, um das weitere Vorgehen auszuloten.








