Tag 818 / Wein gehört nicht auf die Positivliste
Der Wildwuchs-Grünstreifen neben der Tramhaltestelle Mollstraße/Otto-Braun-Straße ist sehr schön. Die vielen Coca-Cola-Plakate im Stadtbild gefallen mir. Das Erdbeertörtchen vom freundlichen Bäcker schmeckt sehr lecker. Auf die guten Dinge gucken. Auf die Habenseite. Positivliste. Positivtagebuch. Darauf, dass der Doktor mir geholfen hat, auch wenn er mich wahrscheinlich nicht heiraten wird. Darauf, dass ich es versuche mit dem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben. Immerhin versuche ich es. Auch wenn der Doktor, die Hausärztin, Nick, vermeintlich alle anderen außer mir einen geradlinigeren Karriereweg gehen, auch wenn sie viel weiter vorn, erfahrener, abgrenzungsfähiger, erwachsener sein mögen. Die Sonne scheint für alle. Nicht nur für die Arbeitenden. Das erste Mal unterwegs ohne Kompressionsstrumpf. Nicht wieder angezogen nach der Untersuchung. Wenn ich im Oktober nicht schwanger bin, kommt höchstwahrscheinlich das andere Bein dran. Bis Oktober ist noch lang hin. Jetzt ist erstmal Sommer und die Werbung mit "Trinken und Fahren geht nie" ist so schlecht gelayoutet, dass Vorbeifahrende nichts lesen können. Die Schrift muss größer, das Bild prägnanter. Aber ich wollte mich doch auf die guten Sachen konzentrieren. Die Sonne, den Sommer, die neue Beinfreiheit, den auch schönen Mittelsteifen hier an der Kreuzung. Darauf, dass ich immerhin hingehe, teilnehme, mitmache, dass es mir gut tut, in dieser beruflichen Rehamaßnahme zu sein.
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Schnittmuster Nadelmaus (zu schwer für mich) https://www.pattydoo.de/blog/wp-content/uploads/2013/12/pattydoo_nadelmaus.pdf











