Naicer Sheis!
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Naicer Sheis!

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Gedankenbrei. Akustiknonsens. LƤrmklumpen. Knoten im Kopf. Chaosgedƶns. Defekter Sortierapparat. Kognitive Degeneration. Intellektueller Verfall. Geistige Umnachtung. Dysfunktional. KollateralgeschƤdigt. Irreparabel. Endstadium. Implosion. Kollaps.
Mein Geist ist nicht mit diesem Kƶrper kompatibel.
Es ist alles nur ein einziger ERROR.
Im Alter von 40 bis 50 Jahren pflegen Menschen eine seltsame Erfahrung zu machen. Sie entdecken, daĆ die meisten derer, mit denen sie aufgewachsen sind und Kontakt behielten, Stƶrungen der Gewohnheiten und des BewuĆtseins zeigen. Einer lƤĆt in der Arbeit so nach, daĆ sein GeschƤft verkommt, einer zerstƶrt seine Ehe, ohne daĆ die Schuld bei der Frau lƤge, einer begeht Unterschlagungen. Aber auch die, bei denen einschneidende Ereignisse nicht eintreten, tragen Anzeichen von Dekomposition. Die Unterhaltung mit ihnen wird schal, bramabarsierend, faselig. WƤhrend der Alternde früher auch von den anderen geistigen Elan empfing, erfƤhrt er sich jetzt als den einzigen fast, der freiwillig ein sachliches Interesse zeigt. Zu Beginn ist er geneigt, die Entwicklung seiner Altersgenossen als widrigen Zufall anzusehen. Gerade sie haben sich zum Schlechten verƤndert. Vielleicht liegt es an der Generation und ihrem besonderen ƤuĆeren Schicksal. SchlieĆlich entdeckt er, daĆ die Erfahrung ihm vertraut ist, nur aus einem anderen Aspekt: dem der Jugend gegenüber den Erwachsenen. War er damals nicht überzeugt, daĆ bei diesem und jenem Lehrer, den Onkeln und Tanten, Freunden der Eltern, spƤter bei den Professoren der UniversitƤt oder dem Chef des Lehrlings etwas nicht stimmte! Sei es, daĆ sie einen lƤcherlichen verrückten Zug aufwiesen, sei es, daĆ ihre Gegenwart besonders ƶde, lƤstig, enttƤuschend war. Damals macht er er sich keine Gedanken, nahm die InferioritƤt der Erwachsenen einfach als Naturtatsache hin. Jetzt wird ihm bestƤtigt: unter den gegebenen VerhƤltnissen führt der Vollzug der bloĆen Existenz bei der Erhaltung einzelner Fertigkeiten, technischer oder intellektueller, schon im Mannesalter zu Kretinismus. Auch die WeltmƤnnischen sind nicht ausgenommen. Es ist, als ob die Menschen zur Strafe dafür, daĆ sie die Hoffnungen ihrer Jugend verraten und sich in der Welt einleben, mit frühzeitigem Verfall geschlagen würden.
 Theodor W. Adorno: Gezeichnet, In: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Fischer Taschenbuch Verlag, 2010, 288 Seiten.