Wenn viele Menschen nicht nach der Wahrheit suchen, sondern sich nur einbilden, dass das, was sie über etwas denken, die Wahrheit ist, schafft das Probleme und zwar schon dadurch, dass es kein gemeinsames Ziel ist, nach der Wahrheit zu suchen.
Jeder hat dann eine Meinung, man ist unterschiedlicher Meinung usw.. Argument, Gegenargument etc..
Aber die Argumente, an die man auch tatsächlich glaubt, stehen oft im Dienst einer fortlaufenden Selbsttäuschung. Das eigene seelische Gebäude darf nicht allzu großen Erschütterungen ausgesetzt werden. Sich selbst zu hinterfragen, einzusehen, dass man vielleicht es sich zu einfach gemacht hat, auf Basis einer reduzierten Sicht auf die Wirklichkeit aus gehandelt oder gedacht hat, das zu erkennen, kann schmerzlich sein und Schmerz neigt man auszuweichen.
Man spielt mit gedeckten Karten und sieht nur das, was man bereit ist zu sehen. Wer ist schon bereit, sich schmerzlichen Erkenntnissen - auch über sich selbst - auszusetzen?
Man realisiert oft gar nicht, wie sehr man allgemeine Sichtweisen passiv übernommen hat und eigene Meinungen und Sichtweisen nichts anderes sind, als eine Wiederholung allgemeiner Sichtweisen.
Wenn etwas passiert, dann interpretiert man das Geschehene oft anhand solcher allgemeiner Sichtweisen.
Etwas aber mit eigenen Augen zu sehen, erfordert manchmal Anstrengung und oft auch Mut. Mut auch, sich Schmerzlichem zu öffnen.