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Tarek Ben Ahmed, Pixabay Graviolapflanze
Wellness und Gesundheit: Wirkstoff der Graviolapflanze in Textilien eingebettet
Forschern des SĂ€chsischen Textilforschungsinstituts e.V. (STFI) ist es gemeinsam mit internationalen Partnern gelungen, den Wirkstoff der Graviolapflanze so aufzubereiten, dass dieser fĂŒr den Einsatz in Textilien verwendet werden kann. Die Stachelannone, wie die Pflanze auch genannt wird, ist in ihrer tropischen Heimat als Heilpflanze bekannt.
Motivation
Abgeleitet aus den Megatrends Gesundheit, Wellness und Nachhaltigkeit besteht allgemein ein sehr groĂes Interesse an Textilien mit integrierten natĂŒrlichen, pflanzlichen Wirkstoffen. In der Naturmedizin werden die BlĂ€tter des tropischen Graviolabaumes (Annona muricata) zur Verbesserung des Wohlbefindens und zur Behandlung zahlreicher Krankheiten eingesetzt. Die Wirkung der Graviolapflanze ist hauptsĂ€chlich auf die enthaltenen aktiven Wirkstoffe Acetogenine zurĂŒckzufĂŒhren. Gewinnung, Aufbereitung und Einsatz dieser Wirkstoffe fĂŒr textile Anwendungen waren bisher noch kein Forschungsgegenstand.
Lösungsweg und Ergebnisse
Ziel des Projektes GRAVIOLA war die Entwicklung neuartiger Textilien, die mit Wirkstoffen der Graviolapflanze ausgerĂŒstet sind. Das Aufbringen der aktiven Wirkstoffe wurde auf zwei verschiedenen Wegen untersucht: eine direkte AusrĂŒstung der Textilien mit Beschichtungssystemen, in die Graviolawirkstoffe integriert wurden, und die Applikation von Mikrokapseln, welche mit Acetogeninen beladen wurden. Bei der direkten Beschichtung wurden Dispersionssysteme mit verschiedenen Bindemitteln verwendet. Diese Systeme wurden anschlieĂend durch ImprĂ€gnierung per Foulard auf die TextiloberflĂ€chen aufgebracht. Bei der Mikrokapselmethode wurden die extrahierten Wirkstoffe aus Graviola in Mikrokapseln, kleiner als 100 Mikrometer, eingeschlossen. Textile FlĂ€chen wurden mit diesen Mikrokapseln und geeigneten Bindemittelsystemen ausgerĂŒstet. Durch die Einbindung von wĂ€ssrigen Mikrokapsel-Suspensionen in geeignete Bindemittelsysteme wurden die Mikrokapseln so fixiert, dass eine problemlose Verarbeitbarkeit des Textilmaterials gewĂ€hrleistet und die Freisetzung des Wirkstoffs ĂŒber einen definierten Zeitraum aufrechterhalten werden kann. Die entwickelte stabile AusrĂŒstung fĂŒr Maschenware und Vliesstoffe berĂŒcksichtigt wesentliche Textileigenschaften wie Farbechtheit, WasserbestĂ€ndigkeit und Reibung sowie humanökologische Anforderungen. Mit Inhaltsstoffen der Graviola ausgerĂŒstete Textilien bieten aufgrund ihrer entzĂŒndungshemmenden und gesundheitsfördernden Wirkung einen dermatologisch breit gefĂ€cherten Einsatz im Wellness- und Gesundheitsbereich sowie eine nachhaltige Verwendung im Textillebenszyklus.
Hergestellt wurden Funktionsmuster auf Basis a) von Mikrokapseln und b) von Graviola-Extrakten: âSheet Masksâ aus Viskosevliesstoffen fĂŒr den Beauty und Wellnesssektor sowie Single-Jersey-Gestricke mit Graviola-Extrakt und verkapselten Wirkstoffen, kombiniert mit Aloe Vera-Ăl, fĂŒr therapeutische Bekleidung zur Hautbehandlung.
Kooperationspartner
In diesem CORNET-Forschungsvorhaben kooperierten die deutschen Forschungsstellen SĂ€chsisches Textilforschungsinstitut e.V. (STFI), Chemnitz (Deutschland), und Fraunhofer-Institut fĂŒr Angewandte Polymerforschung (IAP), Potsdam (Deutschland) mit der tschechischen Forschungsstelle INOTEX, DvĆŻr Kralove n.L. (Tschechien). Das Projekt wurde von den Forschungsvereinigungen Forschungskuratorium Textil e.V. (FKT), Berlin (Deutschland) und Clutex - klastr technickĂ© textilie, Liberec (Tschechien) unterstĂŒtzt.
Ăber das SĂ€chsische Textilforschungsinstitut e.V. (STFI)
Das SĂ€chsische Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) ist seit seiner GrĂŒndung vor ĂŒber 30 Jahren ein starker Innovationspartner und zuverlĂ€ssiger Dienstleister im Auftrag seiner Kunden. Den technischen und gesellschaftlichen Fragen begegnet das gemeinnĂŒtzige Institut durch eine offene, interdisziplinĂ€re und zuverlĂ€ssige Herangehensweise. Textile Werkstoffe haben die Arbeit seit jeher geprĂ€gt. Themenschwerpunkte der Arbeiten am STFI liegen in den Bereichen Technische Textilien, Vliesstoffe, textiler Leichtbau, Funktionalisierung, Recycling, Digitalisierung und Industrie 4.0. Mit langjĂ€hriger Erfahrung und Kompetenz wartet das STFI darĂŒber hinaus in der PrĂŒfung und Zertifizierung Persönlicher SchutzausrĂŒstung (PSA) und der Zertifizierung von Geokunststoffen auf. Perspektivisch geht das STFI den Weg zeitgemĂ€Ăer wie anwendungsorientierter Forschung konsequent weiter und etabliert derzeit das Zentrum fĂŒr Textile Nachhaltigkeit. Unter dem Namen âSTFI Akademieâ bietet das STFI regelmĂ€Ăig Module und Kurse zur FachkrĂ€ftequalifizierung und -weiterbildung an, die Arbeitgeber der Textilbranche unterstĂŒtzen. Seit 2006 ist das STFI An-Institut der TU Chemnitz. DarĂŒber hinaus engagiert sich das STFI als Mitglied aktiv in der Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse e.V. und in der SĂ€chsischen Industrieforschungsgemeinschaft (SIG).
Textiler Garten: ZĂŒrich vom 15.07. bis 30.10.2022
Textiler Garten: ZĂŒrich vom 15.07. bis 30.10.2022
Mit SpitzenstĂŒcken der Fiber Art weckt die Ausstellung im Museum fĂŒr Gestaltung ZĂŒrich Seile, Garne und FĂ€den sind das Ausgangsmaterial internationaler TextilkĂŒnstlerinnen, die ab 1960 die Möglichkeiten der Kunst radikal erweitern. Mit Sisal, Wolle oder Mais lassen sie bewĂ€hrte Kulturtechniken indigener Völker neu aufleben und suchen den kreativen Dialog zwischen Material und Technik. GewebteâŠ
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