Aleksandar Dragovic (interview blick.ch)
Aleksandar Dragovic, Ihr Team ist gespickt mit Stars. Trotzdem steht Dynamo nur auf Platz 5. Warum? Das ist schwierig zu sagen. Man gewinnt ein, zwei Mal nicht und schon kommt der Druck. Aber ich glaube der Hauptgrund ist, dass im Sommer viele neue Spieler kamen. Wir müssen uns noch finden.
Was ist noch möglich mit diesem Millionen-Team? Vom Kader her muss ich sagen, dass ich wirklich noch nie in einer besseren Mannschaft trainiert habe. Wir haben hervorragende Individualisten. Aber was diese Saison noch drinliegt, das ist schwierig zu sagen. Wir nehmen einfach Spiel um Spiel und dann schauen wir am Schluss, was rauskommt.
Wie gut verstehen Sie eigentlich den Trainer Oleg Blochin? Ganz gut unterdessen. Ich gehe zwei Mal pro Woche in einen Russisch-Kurs. Ich verstehe eigentlich fast alles. Mit dem Sprechen tue ich mich noch schwer. Aber alle ausländischen Spieler hier haben einen eigenen Übersetzer.
Zuletzt haben Sie in der Meisterschaft gegen Zorya Lugansk 0:2 verloren. Ihr Trainer lief danach bei einem TV-Interview davon. Wie war er gegenüber dem Team? Sehr korrekt, er ist ganz ruhig geblieben. Wir haben unterdessen natürlich die Fehler analysiert und angesprochen. Während der 90 Minuten haben wir zwei Torschüsse zugelassen, sie haben daraus zwei Tore gemacht. Im Gegenzug haben wir sicher 20 Mal auf ihr Tor geschossen und nie getroffen. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Das wollen wir gegen Thun besser machen.
Mit welchen Ambitionen kommen Sie ins Berner Oberland? Wir wollen natürlich gewinnen. Aber das wird schwierig auf Kunstrasen. Wir sind das nicht gewohnt, obwohl wir zuletzt natürlich auf Kunstrasen trainiert haben. Aber es ist ein ganz anderer Fussball auf dieser Unterlage und ein kleiner Vorteil für Thun. Irgendwie finde ich es ein bisschen komisch, dass man auf europäischem Niveau überhaupt auf Kunstrasen spielt. Aber wir müssen das akzeptieren und das Beste daraus machen.
Themawechsel: Ukrainische Politik. Kennen Sie eigentlich den ukrainischen Premierminister? (Lacht) Nein, ich kenne ihn nicht. Ich konzentriere mich hier voll auf den Fussball. In der Schweiz habe ich Fehler gemacht, aber das ist vergessen und Vergangenheit. Ich habe meine Lehren daraus gezogen, es wäre dumm so etwas noch ein zweites Mal zu machen.
Thun liegt direkt neben Bern. Haben Sie Ueli Maurer eingeladen zum Spiel? Nein, wir haben keinen Kontakt mehr, aber er ist herzlich willkommen, wenn er kommen möchte. Er macht seine Aufgabe in der Politik sehr gut, ich versuche dasselbe im Fussball. Ich habe mich bei ihm entschuldigt, seither ist es für mich vergessen.