âMiss Merkelâ alias Katharina Thalbach zu Gast in Neuruppin
Es wird gesödert und gemerzt, es wird gemerkelt, gescholzt und gespahnt. Es gibt blöde Witze und kluge Gedanken. Katharina Thalbach ist zu Gast am Hangar 312 und die Stuhl- und Bankreihen sind fast bis ganz hinten gefĂŒllt. Der Merkel-Stoff von David Safier lockt einfach an, zumal die populĂ€re Schauspielerin schon mal in Neuruppin weilte mit Leserei dieser Art. Kriminelle Verwicklungen, amateurhafte Ermittlungen, Grobheiten jeder GĂŒteklasse und reichlich politische Anspielungen, das kommt einfach gut an bei den vielen GĂ€sten. Von Volkmar Heuer-Strathmann Wer sich allein vom Plakat anlocken lieĂ, wird womöglich gedacht habe: Tournee ist Tortur. Was ist sie gealtert, die Thalbach, zwischen Profilfoto und Performance. Aber gut: Es geht ja nicht um Schönheit, nicht um Jugendwahn, es geht um âMiss Merkelâ. Die kleine GroĂe ist eben auf âaltâ geschminkt worden. Und ĂŒber die Merkel, die Ex-Kanzlerin, erfĂ€hrt man spĂ€ter, sie habe nicht allzu oft gehört in ihrem Leben, ein Typ stehe voll auf sie. AuĂer Joachim oder Achim - wie im Buch von Safier. Der braucht sie, wie sie ihn braucht. Man nennt es Ehe. Im Paradies fing es an. Ohne Trauschein. Heute kommunizieren Eheleute wie Joe und Angie per Handy oder Tablet. Dann hĂ€lt die Verbindung lĂ€nger. Und sie hat Zeit, sich um Verbrechen zu kĂŒmmern, diesmal auf dem Friedhof von Klein-Freudenstadt.
Es gibt so viel Getanes und Ungetanes aufzuklĂ€ren auf der Welt. Thalbach ist ein Stimmwunder. Sie kann krĂ€chzen und schreien. Sie kann piepsen und flĂŒstern. Alles, was dem Menschen entfĂ€hrt, ist ihr Metier. Da wird natĂŒrlich gelacht. Aber noch mehr Anklang findet sie als Alt-Kanzlerin, wenn sie eingesteht, dass es auch ihre Schuld ist, dass es im Osten noch Funklöcher gibt. Andere Defizite sind kein Thema. Neuer Wohlstand wohl. Durchs Programm braust ein Porsche. Ein Traum. Der Fahrer ein Idiot. Eben wie so oft im Leben, SUVs inbegriffen. Geschickt werden kleine Spitzen in ihre Ermittlungen auf dem Friedhof und in der Bestatterwelt eingefĂŒgt, ob gegen den eitlen Jens Spahn oder den wortkargen Kanzlerdarsteller Olaf Scholz. Lachsalven!
DemnĂ€chst dann mit Max Uthoff als Ex-Kanzler âMr. Blackrockâ? Fotos: VHS Ein SpaĂprogramm wird abgespult, die nĂ€chste Folge ist schon angedroht. Die Stimmung ist bestens. Niemand muss bereuen, schon Stunden vorher hergekommen zu sein wegen der freien Platzwahl. Bisschen Thalbach geht einfach immer. Und als die âMiss Merkelâ, die einfach alles schafft, auch in Sachen Migration, auf einen unterbelichteten âOpa von Rechtsâ trifft, springen die vermutlich auch anwesenden AfD-Liebhaber nicht hoch und verlangen ihr Geld zurĂŒck. Konkreter wird die Brechtin ja auch nicht. Sie liest, was von Safier verfasst worden ist. Besser wirdâs nicht. Schlechter auch nicht. Und es verkauft sich ja gut. Insider der Kleinkunstszene wollen gehört haben, dass Max Uthoff schon am Gerede des amtierenden Kanzlers sitzt, um bei erster Gelegenheit den Ex-Kanzler zu geben. Thalbach und Uthoff im Himmel - da wird viel zu beprechen sein, auch aus frĂŒheren Jahren der zwei Parteichristen. Doch statt daran zu arbeiten, schreibt dieser Safier einen Roman ĂŒber Theaterbesessene im Waschauer Getto. âDie Liebe sucht ein Zimmerâ? Hat dieser Bestsellerautor vergessen, was sehr viele Menschen hören und lesen wollen in Deutschland im Jahre 2025? Katharina Thalbach nicht. Zur Not muss es eben Brechtverschnitt sein oder bloĂ so Klamotten, statt das einzig Wahre im Walde alleine zu pfeifen und Recht zu haben, aber sonst nichts⊠Read the full article













