Highway 1 + Venice Beach + Rückreise + Fazit
Am Donnerstagmorgen ging es dann zurück nach Los Angeles über den Highway Number 1. Als wir an der Küste angekommen waren und ich den ersten Blick auf das Meer erhaschen konnte, wusste ich schon, dass es die absolut richtige Entscheidung war über den Highway 1 zu fahren und nicht wie von unserem Host in LA empfohlen, über den sicheren Highway 101. Derek, unser Host für die letzten Tage in LA, schrieb uns schon vor einer ganzen Weile, dass wir auf das Wetter achten sollten und uns genau überlegen sollten, ob wir tatsächlich den Weg über den Highway 1 nehmen, da dieser nicht der sicherste ist, besonders bei dem für diese Jahreszeit typischen El Niño Wetter. Aber wir dachten uns: „Quarki, wird schon schief gehen.“. Und wir hatten Glück.
Das Wetter war auf unserer Seite. Die Sonne schien direkt über dem Meer und kurz nach dem es dunkel wurde, kamen wir in Los Angeles an. Aber zurück zu Beginn. Der Big Sur war, wie ich vorher schon von vielen Besuchern hörte, ein absolutes Highlight. Es war recht windig und deswegen tobte das Wasser auch in den Brandungen. Die Wellen schlugen meterhoch und es sah schon etwas gefährlich aus wenn man am Straßenrand stand und nach unten aufs Wasser schaute.
Der Highway 1 ist eine normale zweispurige Straße, die sich der Westküste entlang durch Kalifornien schlängelt. Zur Linken hat man die Berge, die teilweise bis zum Straßenrand reichen und rechts das Meer. Teilweise gab es keine Straßenbarrieren, sodass man schnell mehrere Meter tief in den Abgrund fallen konnte, wenn man nicht aufpasste. Aus diesem Grund konnte ich mich auch die ganze Fahrt lang nicht richtig entspannen, weil ich mit meiner Höhenangst immer vor Augen hatte was passiert wenn wir uns verbremsen, rutschen oder Steine vom Berg fallen. Da konnte ich dann auch verstehen was unser Host meinte mit der gefährlichen Straße. Im Dunkeln hätten wir dort niemals lang fahren können oder nur mit maximal 10 km/h. Wenn man einmal auf dem Highway 1 ist muss man auch komplett durch fahren. Ich kann mich an keine Abzweigung erinnern über die man wieder ins Landesinnere gekommen wäre. Es ging immer nur geradeaus bzw. Kurve links, Kurve rechts,…
Auf der ganzen Straße gibt es alle paar Meter Einbuchtungen und an fast jeder Einbuchtung stand mindestens ein Auto und daneben standen die ganzen Leute und fotografierten und staunten was das Zeug hält. Natürlich haben wir das auch gemacht. Ich glaube, wir haben immer mindestens einmal pro Stunde angehalten und die Aussicht genossen. Man musste sich regelrecht zurück halten nicht an jeder Einbuchtung anzuhalten. An einer Stelle gab es auch ein Wiedersehen mit den Seelöwen, die dort gechillt am Strand lagen und sich sonnten.
Seelöwen chillen am Strand
Vom Highway 1 ging es dann über Santa Barbara und Malibu nach Venice Beach. Leider war es schon dunkel als wir in Malibu ankamen und so konnten wir nur noch schwer die ganzen Beach Villen bestaunen, die es dort zu Haufe gab.
Am Abend kamen wir dann bei unserer letzten Unterkunft in Venice an und unser Host Derek begrüßte uns sehr freundlich, zeigte uns gleich das Apartment und gab uns noch ein paar Tipps. Das Apartment war wahnsinnig schön. Für mich die schönste Unterkunft des ganzen Urlaubs. Es war groß, hell, modern und sauber. Natürlich ging es ganz nach Ritual unter die Dusche und dann in das superweiche und bequeme Bett.
Am Freitagmorgen frühstückten wir in Ruhe und ich fragte Derek nach Fahrrädern für eine Tour zum Venice Beach und zum Santa Monica Pier. Derek zeigte mir zwei Fahrräder und es ging los in Richtung Strand. Er gab uns noch den Tipp durch eine kleine Gasse zu laufen, die man als Tourist leicht übersehen konnte. Wir fanden sie und waren begeistert wie schön es in so einer großen Stadt sein konnte. Die Gasse war so schmal, dass man selbst mit dem Fahrrad hätte Probleme gehabt durchzufahren. Alles war grün und die kleinen Häuser wunderschön. Zu meiner Freude gab es dort auch viele Katzen und zwei kamen sofort angetigert und ließen sich erst einmal ausgiebig von uns kraulen. Auch Eichhörnchen kann man in Kalifornien sehr viele in den Gärten und auf den Bäumen sehen. Nur den Versuch sie zu streicheln sollte man besser lassen.
Nowita Pl - Geheimtipp von Derek
Nach einer kurzen Tour auf den Rädern kamen wir am Strand an und es überkam mich wieder das Gefühl alles richtig gemacht zu haben und dass sich die ganzen Strapazen doch mehr als gelohnt haben. Wir liefen direkt auf den Venice Skate Park zu und staunten nicht schlecht was die Skater dort alles drauf hatten. Direkt neben dem Skate Park sammelte sich eine Traube Menschen und wir schauten auch gleich was es dort zu sehen gab. Eine Gruppe junger Kerle bespaßte die Menge mit Witzen und Stunts. Einer der „Stuntman“ war auch der Skater, der vorher im Skatepark die besten Tricks zeigen konnte. Anscheinend ein Multi-Talent. Am Ende der Show ließen wir es uns nicht nehmen auch etwas Geld zu spenden, da die Show wirklich super aufgemacht war. Ich wollte dann noch kurz am Strand sitzen und einfach die Sonne genießen. Wieder stellte sich dieses tolle Gefühl ein, dass das Leben nicht besser sein kann. Stephan testete mit den Füßen die Wassertemperatur und stellte fest, dass es arschkalt war. Da ich seit dem vorigen Abend eine Erkältung hatte viel es für mich sowieso flach ins Wasser zu springen und Stephan ließ es dann auch. Von dort aus radelten wir dann ganz typisch den Venice Boardwalk entlang und hielten noch nach dem ein oder anderen Mitbringsel Ausschau. Ich fand dann auch etwas Tolles für uns, meine Eltern und eine gute Freundin (zu viel wird besser noch nicht verraten). In einem deutschen Restaurant gab es dann Käse Spätzle mit Bratwurst und danach ging es über den Radweg Richtung Santa Monica Pier. Auf dem Pier wollte Stephan dann unbedingt mit der Achterbahn fahren und filmte gleich die ganze Fahrt mit der Kamera. Es gab aber auch keine Loopings, sodass alles ganz ungefährlich war und ich mich nicht wieder um die Kamera sorgen musste. Es ging dann wieder zurück mit den Fahrrädern Richtung Venice noch einmal total romantisch den Sonnenuntergang genießen und wieder nach Hause. Unser Host Derek war ganz froh uns zu sehen, denn er meinte, dass es abends nicht ganz ungefährlich sei und man auf dem Fahrrad in LA nicht besonders viele Rechte hat.
Samstag. Unser letzter ganzer Tag in Cali. Da das Wetter nicht mehr ganz auf unserer Seite war entschieden wir uns ins Citadel Outlet zu fahren. Ich hatte die Hoffnung noch nicht ganz verloren doch noch etwas Ansprechendes zu finden. Mir ist aufgefallen, dass es in Los Angeles und wahrscheinlich auch in den ganzen USA sehr viele Outlets gibt. Man kann da schon ein paar Schnäppchen ergattern, vorausgesetzt die Sachen gefallen auch. Im Outlet haben wir wieder einige Stunden verbracht. Unser Ziel war es zum Essen nach Hause zu fahren um nicht wieder so viel Geld fürs Essen ausgeben zu müssen. Ich habe dann auch tatsächlich noch eine Jeans von Levis gekauft und zwei Taschen, eine in schwarz für mich und die Gleiche in grau-blau für meine Mutti. Stephan hat natürlich wieder mehr gekauft. Aber ganz so schlimm find ich es nicht, dass ich nicht so viel gefunden habe. Da kann ich in Deutschland ordentlich im Onlineshop und in den Läden durchdrehen. Als das Magenknurren dann schon unerträglich wurde fuhren wir nach Hause und haben lecker Nudeln mit Tomatensoße gegessen und dann die Koffer gepackt. Zum Glück haben wir alles verstaut bekommen und wir konnten die Kilos auch so verteilen, dass wir ohne nachzuzahlen durch gekommen sind.
Am Sonntag war es dann soweit. Es ging wieder zurück in die Heimat. Ich muss zugeben, dass ich mich sehr auf unser zu Hause gefreut habe. Die gewohnte Umgebung und das deutsche Essen hab ich schon ziemlich doll vermisst. Wir haben also noch in Ruhe gefrühstückt, die letzten Sachen zusammen gepackt und uns dann von Derek und dem kleinen Olli verabschiedet. Da wir um 11 Uhr auschecken mussten, der Flug aber erst 18 Uhr zurück ging hatten wir noch etwas Zeit LA unsicher zu machen. Stephan wollte unbedingt noch zum LA River (sehr ausgefallener Name für den Fluss in Los Angeles) um dort Bilder zu schießen. Es stellte sich aber heraus, dass es dort keine besonders sehenswerten Bilder zu schießen gab. Das Grün um den Fluss herum war derbe verschmutzt und es saßen nur ein paar Enten im Wasser und sonnten sich. Von dort sind wir noch einmal ins Dog Haus in Downtown gefahren und konnten ein letztes Mal in den Genuss der leckeren Hot Dogs kommen. Es war immer noch etwas Zeit also hab ich noch schnell eine Ecke gegoogelt an der man einige Bilder von Los Angeles‘ Streetart finden konnte. Ich konnte auch eine gute Gegend finden und so schossen wir noch ein paar mehr Bilder. Wenn ich Los Angeles noch einmal besuchen kann, würde ich mir auf jeden Fall mehr von der Streetart anschauen. Es gab dort echt wunderschöne Bilder zu entdecken.
Street Art in Downtown LA
Dann war es auch Zeit sich auf den Weg zu Sixt zu machen um unser Auto abzugeben. Es ging dann wieder per Shuttle zum Flughafen.
Schon vor Monaten hatten wir alle Flüge gebucht. Oslo – London – Los Angeles. Und auf zurück wieder Los Angeles – London – Oslo. Da wir uns aber auf dem Rückflug die Reise nach Oslo ersparen wollten, haben wir direkt bei dem Reiseveranstalter nachgefragt, ob es möglich wäre in London auszusteigen und von dort aus direkt nach Berlin oder Leipzig zu fliegen. Er meinte, es wäre kein Problem. Wir müssen nur in Los Angeles Bescheid geben, dass unserer Koffer von London aus nicht weiter nach Oslo fliegen. Also gingen wir zum Schalter von American Airlines und ich erklärte, dass unsere Koffer in London raus müssen, da wir von dort aus nach Berlin und nicht nach Oslo fliegen. Den Flug von London nach Berlin hatten wir natürlich auch schon lange im Voraus gebucht. Die Dame an dem Schalter meinte, sie müsste sich rückversichern, ob das überhaupt geht und fragte mich warum wir den Flug denn überhaupt so gebucht hatten. Ich antwortete ehrlich, dass es einfach günstiger war. Sie ging dann zu ihrer Vorgesetzten und als sie zurück kam meinte sie, dass wir nicht in London aussteigen können. Unser Gepäck geht wie gebucht nach Oslo und das kann nicht geändert werden. Ich dachte, ich hör nicht richtig. Wir haben dann eine ganze Weile mit der Dame diskutiert und alle vier Grazien dort von American Airlines waren nicht gerade nett oder hilfsbereit. Ich sah mich schon im Flieger von London nach Oslo sitzen, einen zusätzlichen Flug von Oslo nach Berlin buchen und im Hotel in Oslo eine weitere sinnlose Nacht verbringen, da erst am nächsten Tag ein Flieger nach Berlin geflogen wäre. Meine Laune sank mehr und mehr gen null und wie ich eben bin konnte ich das nicht mehr verbergen und war ebenso wenig nett zu den AA Tussen wie sie zu mir. Nach einem Telefonat mit der American Airlines Hotline und einem nochmaligen Gespräch mit der Dame am Schalter schlug sie vor, dass sie es veranlassen kann unsere Koffer in London raus holen zu lassen sodass wir sie abholen könnten. Man muss dazu sagen, dass die Koffer eh aus dem Flieger aus Los Angeles raus mussten und danach in den Flieger von Oslo. Nun sollte das aber 500 Dollar kosten die Koffer nicht in den Flieger nach Oslo zu transportieren, sondern zum Kofferband. Ich hätte dieser blöden Kuh am liebsten eine gescheuert und hab ihr sofort gesagt, dass wir natürlich keine 500 Dollar für so einen Scheiß bezahlen. Wir haben dann eingecheckt und gingen zum Gate. Dort überlegten wir was wir machen könnten. Stephan klingelte noch seine Schwester aus dem Bett und bat sie am nächsten Morgen zu versuchen etwas zu klären. Danach ging es mit der besten Laune in den Flieger, den 10 Stunden Flug überstehen. Ich empfand den Rückflug als noch drei Mal schlimmer als den Hinflug. Wahrscheinlich wegen meiner Laune, der Aussicht auf noch einer Nacht nicht im eigenen Bett und weil es ein Nachtflug war und ich wieder nicht schlafen konnte.
In London angekommen hatten wir eine Nachricht von Stephans Schwester bzw. deren Freund auf dem Handy, dass es eher schlecht aussieht die Koffer vor dem Weiterflug nach Oslo retten zu können. Aber wir sollten trotzdem zu British Airways gehen und dort nachfragen. (Der Flug von London nach Oslo wurde von British Airways durchgeführt.) Wir versuchten also so schnell wie möglich uns am Heathrow Airport zu Recht zu finden, da wir nur zwei Stunden Zeit hatten bis der Flieger nach Oslo ging. Wir fanden den Schalter von British Airways und ich erklärte Amanda, der Dame hinter dem Schalter, unser Problem. Ohne groß nachzudenken teilte sie uns mit, dass es gar kein Problem wäre die Koffer aufs Kofferband zu schicken, sodass wir sie abholen können. Sie telefonierte noch einmal kurz, bestätigte ihre Aussage und teilte uns das Kofferband mit wo wir die Koffer nach einer halben Stunde abholen konnten. Wir waren so was von froh, dass wir Amanda am liebsten umarmt hätten. Noch nicht einmal etwas bezahlen mussten wir dafür. Wieder besser gelaunt holten wir die Koffer ab und putzten uns erst einmal die Zähne. Danach ging es wieder zum Check In und in den Wartebereich, da wir ungefähr sechs Stunden Zeit zwischen beiden Flügen hatten. Im Wartebereich gab es dann noch Tomatensuppe und kostenfreies WLAN.
Um 19 Uhr wartete dann der allerletzte Flieger auf uns und der Flug dauerte zum Glück nur eineinhalb Stunden. Trotzdem wurde es für mich noch einmal mehr als unangenehm. Da ich mir in den letzten Tagen in Venice eine Erkältung eingefangen hatte, hatte ich ziemlich zu tun mit dem Druckausgleich auf den Ohren im Flugzeug. Die letzte halbe Stunde im Flieger nach Berlin war richtig schlimm. Ich bekam ordentlich Ohrenschmerzen und Kopfschmerzen und wusste nicht was ich machen sollte. Ich versuchte dauernd zu schlucken, hatte aber irgendwann keine Spucke mehr. Endlich gelandet ließen auch die Ohrenschmerzen nach und wir bekamen auch recht zügig unsere Koffer. Mein Vati wartete schon auf uns und so ging es gleich nach Leipzig. Endlich. Es war so wahnsinnig schön wieder in der eigenen Wohnung zu sein. Der gewohnte Geruch, wieder unter der eigenen Dusche zu stehen und in das geliebte Bett zu springen. Als Überraschung warteten auf dem Tisch Brötchen, Aufschnitt und Gemüse auf uns. Da wir mehr als hungrig waren entschieden wir uns um 12 Uhr nachts zu frühstücken. Ich konnte mir endlich wieder meinen geliebten Kakao machen und wieder das leckere krustige deutsche Brot und Brötchen genießen.
Mein Fazit ist, dass sich die ganzen Strapazen und die angespannten Nerven gelohnt haben. Wir haben viel gesehen, erlebt und gelernt. Einige Orte würde ich nicht noch einmal besuchen, andere wieder gern. In den nächsten Monaten möchte ich mir solch lange Flüge jedoch gern ersparen und als nächstes lieber einen Erholungsurlaub am Strand und in der Sonne machen. Aber die zwei Wochen waren wirklich überaus schön und ich bin froh sie erlebt zu haben, vor allem mit DIR. :* .