Ich glaube nicht an Kausalketten. Die sind kindisch, wie jene warum-warum-Fragen, mit denen die Kleinen ihre Eltern nerven. Jaja, es geht ewig so weiter, aber eben dann doch nicht. Man wird erwachsen und merkt, daß Wirklichkeit sich anders organisiert, und Kausalität nur ein Mittel ist, sich Orientierung zu verschaffen.
Unsere Treffen wurden, was die Orte angeht, teils mittels eines Zufallsverfahrens, teils pragmatisch bestimmt. Unsere Terminkalender voller Alltagspragmatik und der Zufall eines Mißverständnisses, dessen Quelle ich war, bestimmten die zeitliche Anordnung. Einmal festgelegt erweisen sich die Verabredungen als erstaunlich stabil. Wir suchen lieber neue Formen für das Ritual, so es denn auf diese Weise noch eines sein kann, als daß wir einen Termin umsetzen oder wiederholen. Die Übereinstimmung der Termine, der Aufwand und die Motivation dazu, resultiert aus komplexen Vorgaben, und bringt eine eigene Kostbarkeit hervor. Demgegenüber erscheinen die Orakelgespräche beliebig, in der offenen, unerfüllten Weite ihres Möglichkeitsraumes hohl, und in ihrem Mangel an Struktur und Relevanz unbedeutend. Soetwas wirkt zu leicht, um irgendein Beharren zu rechtfertigen. Wo ist der Erkenntnisgewinn, nicht etwa schon in den Vorüberlegungen abgeschlossen? Der Plan, das Konzept, drängt sich nach vorn, der Sockel will die Plastik dominieren. Bodenhaftung setzt sich von jener Flüchtigkeit ab, die ephemer und unwiederholbar gerade schon nicht mehr ist. Wem nutzen die Mühen der Dokumentationen, Relikte, Bild- und Tonmechaniken, öffentlichkeitswirksame Berichte? Wie schon diese Worte beschweren. Wie sehr sie dennoch infiziert sind. Wie sehr sie schon wolkig verrückt um ihren mißglückten Wert zu kämpfen meinen, und doch nur ein Ausatmen sind in der Kälte – und fliegen den Gedanken hinterher. Die Gangway, die man einholt, wenn das Schiff das Ufer verläßt. Bewußtsein kommt immer nach.