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German Vocab!
die Auswahl (Noun) ~ selection, choice, variety
In der Bibel findet man eine uferlose Auswahl von Meinungen. âIn the Bible one finds an endless selection of opinions.â
Message cloip, but not about the Lord
Die Anarchie, auf welche sich die beiden Erscheinungen, Atheismus und Kommunismus, zurĂŒckfĂŒhren lassen, die Negation aller Herrschaft, im geistigen wie im sozialen Leben, erscheint zunĂ€chst als schlechthinnige Vernichtung aller Bestimmung, mithin aller Wirklichkeit. Aber es ist in der That nur das Ă€uĂerliche Bestimmtwerden, die Herrschaft des Einen ĂŒber den Ăndern, was die Anarchie aufhebt. Die Selbstbestimmung wird hier so wenig negirt, daĂ vielmehr deren Negation (die durch das Bestimmtwerden von AuĂen gesetzt) wieder aufgehoben wird. Die durch den Geist geschaffene Anarchie ist nur eine Negation der BeschrĂ€nktheit, nicht der Freiheit, Nicht die Schranken, die der Geist sich selber setzt, werden in der Anarchie aufgehoben â denn die Schranken, welche der Geist sich selber setzt, bilden den Inhalt seiner freien ThĂ€tigkeit â also dieses Sichsetzen, Sichbestimmen oder SichbeschrĂ€nken ist es nicht, was vom freien Geiste negirt werden kann, sondern das BeschrĂ€nktwerden von AuĂen. Wenn ich eine Macht auĂer oder ĂŒber meinem Ich glaube, so bin ich von AuĂen beschrĂ€nkt. Wenn ich dagegen das Objekt denke, selbstbewuĂt nach dem Gesetze meines Geistes erzeuge, so beschrĂ€nke ich mich selber, ohne von AuĂen beschrĂ€nkt zu werden. Ebenso kann ich im sozialen Leben mich selber bestimmen, in dieser oder jener bestimmten Weise thĂ€tig sein, ohne eine Ă€uĂere Schranke meiner ThĂ€tigkeit anzuerkennen â ohne einem Ăndern das Recht einzurĂ€umen, mich zu beschrĂ€nken.
Moses Hess: Philosophie der Tat. In: Ders.: Philosophische und Sozialistische Schriften 1837-1850. Eine Auswahl. Berlin: 222.
Satanisten und Teufelsanbeter
FrĂŒher hĂ€tte ich gesagt wir mĂŒssten âtheistische Satanistenâ auch als Satanisten anerkennen, auch wenn es uns nicht gefĂ€llt. SchlieĂlich gibt es auch zum Beispiel vom Christentum viele verschiedene Varianten.
Jeder von ihnen behauptet alle anderen lÀgen falsch und seien keine (richtigen) Christen. Wir Satanisten wollen besser sein.
Doch: Die Lehre ist im Wesentlichen einheitlich. Der Kern bleibt erhalten: Jesus ist der Sohn Gottes und er starb fĂŒr die SĂŒnden der Menschheit.
Der positive Bezug zu Satan
Und im Satanismus? Welche Einigung gibt es? Könnte man sich nicht einfach an Wikipedia orientieren, wo es heiĂt âIm Satanismus bezieht man sich positiv auf Satanâ?
Die Beschreibung ist so schwammig, dass auch Menschen darunterfallen können, die gar nichts mit Satanismus zu tun haben (wollen).
In der Popkultur erfreuen sich Darstellungen der Hölle und deren Charaktere groĂer Beliebtheit. Serien wie âLuciferâ und âHazbin Hotelâ begeistern ein breites Publikum.
Der Teufel ist heutzutage aber auch im Allgemeinen ein Statement geworden. Ein Symbol, das hÀufig benutzt wird um sich bewusst gegen die Gesellschaft zu stellen, die viele eigentlich unproblematische Lebensweisen als verwerflich ansieht.
Sind all diese Leute, die offensichtlich mit dem Teufel sympathisieren, Satanisten?
SelbstverstÀndlich sind sie das nicht.
Fazit: der Positive Bezug auf Satan/Teufel/DÀmonen/Hölle/das Böse ist nicht geeignet um Satanisten von anderen zu unterscheiden.
Der gemeinsame Nenner der Teufelsanbeter
Es macht zunÀchst Sinn erstmal den gemeinsamen Nenner der Teufelsanbeter zu benennen.
Teufelsanbeter haben im Grunde nur eine Gemeinsamkeit, und es ist nicht mal die Anbetung des Teufels. Manche sehen Satan und DĂ€monen eher als potentielle VerbĂŒndete fĂŒr magische Rituale.
Ich benutze den Begriff âTeufelsanbeterâ der Einfachheit halber trotzdem.
Ihre Basis ist die Bibel.
Teufelsanbeter haben sich somit nicht vom Christentum bzw. von der Bibel emanzipiert.
Sie halten die Bibel wahlweise fĂŒr verfĂ€lscht, einseitig, fehlinterpretiert usw. Aber im Kern fuĂt ihr Glaube darauf. Und wenn man darĂŒber nachdenkt ist es sogar logisch.
Ihr Bild von Satan und den DĂ€monen ist christlich geprĂ€gt. Es fĂ€ngt an bei der Personifizierung von Satan und geht weiter zu seiner Rolle als König der Hölle und seinen Einfluss auf diese Welt. Wie christlich geprĂ€gt das Bild der Teufelsanbeter ist wird besonders bei einem Argument deutlich: âGott hat viel mehr Menschen auf dem Gewissen als Satanâ und âSatan greift nur im Auftrag Gottes einâ.
Versteht mich nicht falsch, als Atheist nutzt man diese Argumentation auch, um GlÀubige mal herauszufordern.
Der Punkt ist, dass diese Inhalte tatsÀchlich aus der Bibel abgeleitet werden können und die Teufelsanbeter selbst glauben, dass das wirklich so passiert ist.
Weitere Gemeinsamkeiten gibt es nicht.
Es gibt keine gemeinsame Philosophie oder Lehre. Manche denken, sie mĂŒssten das Christentum umdrehen, wie es von Kirche und Medien dargestellt wird, manche denken sich neue, zusĂ€tzliche Götter aus oder vermischen die christlichen Vorstellungen des Teufels mit anderen Religionen.
Menschen, die an die Bibel glauben, nenne ich (verirrte) Christen.
Abgrenzung zum Rest der Gesellschaft
Aber die satanische Philosophie kann man auch ausleben ohne Satanist zu sein. Der Unterschied liegt bei der Selbstbezeichnung. Warum reicht das nicht bei Teufelsanbetern, wenn sie sich als Satanisten bezeichnen wollen?
Weil Teufelsanbeter nun mal nicht die Kriterien erfĂŒllen um Satanist zu sein. Erst wenn man die Kriterien erfĂŒllt kann man entscheiden ob man sich zum Satanismus rechnet oder nicht.
Nach einer Philosophie kann man hĂ€ufig leben, ohne zu wissen, dass es ĂŒberhaupt eine Philosophie dazu gibt. Und wenn man herausfindet, dass es eine Lehre dazu gibt kann man sich entscheiden sich als AnhĂ€nger dieser zu bezeichnen.
Zur Verdeutlichung: es wĂ€re doch recht absurd wenn sich jemand als Kommunist bezeichnet, aber einen knallharten Kapitalismus befĂŒrwortet oder sogar auslebt.
So verhĂ€lt es sich fĂŒr einen Satanisten wenn ein Teufelsanbeter sich zum Satanismus rechnet.
Die Abgrenzung von Satanisten zu anderen Menschen erfolgt im Grunde in zwei Schritten.
Zuerst muss man bereits einen bestimmten Charakter und eine gewisse Weltanschauung haben. Satanisten mĂŒssen nicht in allem einer Meinung sein, aber ein Kern verbindet sie.
Wenn das vorhanden ist kann man sich als Satanist bezeichnen um sich von anderen abzugrenzen.
Oder man tut das nicht. Dann ist man eben kein Satanist und grenzt sich an dieser Stelle nicht von anderen ab.
Die Kodifizierung des Satanismus
Was man auch immer von ihnen halten mag: die Menschen, die an Satan und DĂ€monen glauben und sie verehren (oder sich mit ihnen verbĂŒnden wollen) existieren. Es gibt nicht so viele von ihnen wie man meinen mag. Dennoch ist das Versprechen verlockend, dass man mithilfe höllischer KrĂ€fte Vorteile erlangen könnte.
Aber man sollte sie nicht als Satanisten bezeichnen. Der Satanismus wurde nur ein einziges mal (als atheistisch) kodifiziert.
Man muss es so sagen: sie haben einfach Pech gehabt. LaVey war schneller damit eine anstĂ€ndige Lehre zu etablieren, zu dem der Begriff âSatanismusâ passt.
Bis heute konnten sich die Teufelsanbeter hingegen nicht auf ein paar Gemeinsamkeiten einigen und festlegen.
Wenn sie das eines Tages nachholen können sie einen Begriff wĂ€hlen. Doch fĂŒr âSatanismusâ sind sie zu spĂ€t dran.
Die Bezeichnung als Satanist
Teufelsanbeter und Satanisten werden in einen Topf geworfen.
Doch eine Unterscheidung ist wichtig. Wie bereits erlĂ€utert reicht die Gemeinsamkeit âpositiver Bezug zu Satanâ nicht.
Es gibt keine Ăhnlichkeiten bei Satanisten und Teufelsanbetern, und es kann sie auch nicht geben, wenn nicht einmal klar ist was den âtheistischen Satanismusâ ausmacht. Daher ist es irrefĂŒhrend pauschal alle als âSatanistenâ zu kategorisieren.

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brave soul?
manchmal glaube ich
an die bedeutung der seele
genauso wenig
wie an den mythos
des sonnenunterganges
(wir brauchen keinen gott,
um gute menschen zu sein.)
Warum heiĂt es Satanismus?
Diese Frage höre bzw. lese ich wirklich sehr hĂ€ufig. Nicht selten behauptet sogar jemand, es sei doch logisch, dass Satanisten den Satan anbeten âes heiĂt Satanismusâ. Kleingeistige GottglĂ€ubige tun sich schwer mit dem VerstĂ€ndnis von Symbolen auĂerhalb ihrer eigenen Religion, wie ich oft feststelle.
Der Widersacher
Ich möchte mit einem Zitat aus der satanischen Bibel beginnen. LaVey geht auf diesen Punkt nĂ€mlich ein. Und da er der BegrĂŒnder des Satanismus ist muss seine Sichtweise betrachtet werden:
Die Bedeutung des Wortes Satan ist âGegnerâ oder âWidersacherâ oder âAnklĂ€gerâ. [âŠ] Satan bedeutet Widerstand gegen alle Religionen, die den Menschen frustrieren und wegen seiner natĂŒrlichen Instinkte verurteilen.
Die Legende besagt, dass LaVey durch seine Arbeit erlebt habe wie Christen nach einer Doppelmoral lebten. Christliche Normen waren besonders in den 60er Jahren noch weit verbreitet und fest in der Moral der Gesellschaft verankert. Das bedeutete natĂŒrlich, dass von jedem, Christ oder nicht, erwartet wurde, dass er nach diesen moralischen Vorstellungen lebt, selbst wenn diese EinschrĂ€nkungen nicht nötig sind.
Nun möchte aber niemand völlig auf VergnĂŒgen verzichten. Auch Christen nicht. Also sĂŒndigt man einfach drauf los und beichtet es spĂ€ter dem Pfarrer, damit man den reservierten Platz im Himmel behĂ€lt.
Was ergibt das fĂŒr einen Sinn?Â
Mein lieber christlicher Freund, erklĂ€re mir mal wieso du denkst, dass sĂŒndigen schlecht sei und andere dafĂŒr verurteilst, wĂ€hrend du gleichzeitig daran glaubst, dass du die SĂŒnden ruhig begehen kann, wenn du das auch noch einer Person erzĂ€hlst, dem dein Privatleben absolut nichts angeht?
Und selbst wenn der Christ nicht selbst das tut was er verurteilt hat er nicht das Recht sich in das Leben anderer einzumischen.
Und hier kommt die Bedeutung des Widersachers ins Spiel.Â
Die christlich geprĂ€gte Gesellschaft verlangt von uns allen sich ihrer unnĂŒtzen Moral zu unterwerfen. Doch wie wir leben geht nur uns selbst etwas an. Es wird niemand verletzt wenn man eine sexuelle Beziehung mit dem gleichen Geschlecht eingeht oder nicht monogam lebt. Um nur zwei Beispiele zu nennen, die stark von christlicher Seite angeprangert werden.Â
Doch wieso sollte man seine Natur verleugnen? Das fĂŒhrt nur zu Frust und zu psychischen Problemen.
Die Kontrolle durch die Religion ist höchst fragwĂŒrdig. Wenn wir unsere psychische Gesundheit pflegen und echte Grenzen erkennen wollen sollten wir selbst die Kontrolle ĂŒbernehmen.
Satan als Symbol
Um weiter zu zitieren
 [Satan] wurde immer nur deshalb die Rolle des Bösen zugeteilt, weil er die fleischlichen, weltlichen und profanen Aspekte des Lebens verkörpert.
Hier geht er auf die biblische Figur Satan ein. Stimmt ihr dem zu, was LaVey sagt? Sind das zutreffende Beschreibungen fĂŒr Satan? Möglicherweise fĂ€llt euch dabei auf, dass diese Beschreibungen auch auf einen Menschen passen. Ist Satan also ein Mensch? Im Satanismus sieht man das so. Man ist selbst Satan, der Widersacher.Â
Aber auch die Gleichsetzung von Satan und Luzifer ist im Satanismus passend. Lucifer bedeutet âLichtbringerâ und wird gerne mit âWeisheit/Wissen bringenâ assoziiert. Satanisten bilden sich gerne weiter und legen Wert auf persönliche Weiterentwicklung. Zudem besagt der Mythos, dass Lucifer sich nicht weiterhin Gott unterordnen wollte und sich wehrte. So wie wir uns nicht dem unterordnen was ein angeblicher Vertreter Gottes â eines unbewiesenen Wesens â von uns erwartet bzw. fordert.
Satanismus als Religion
Es bringt nichts sich darĂŒber zu streiten, ob Satanismus nun eine Religion ist oder nur als Philosophie bezeichnet werden sollte. Ich habe selbst festgestellt, dass bereits das Oxford Dictionary Religion anders definiert als der Duden.
Doch zwei Dinge können wir festhalten: Der Satanismus ist atheistisch und LaVey sprach stÀndig vom Satanismus als Religion.
TatsĂ€chlich kann man nach satanischen Werten leben ohne ein Satanist zu sein. Das Etikett ist ja freiwillig. Also wieso gibt man sich den Ăberwurf âReligionâ und âSatanismusâ wenn das denn gar nicht notwendig ist?
LaVey sagt dazu Folgendes:
Der moderne Mensch hat einen langen Weg hinter sich; er wurde von den unsinnigen Dogmen vergangener Religionen ernĂŒchtert. Wir leben in einem Zeitalter der AufklĂ€rung. [âŠ] Die Psychiatrie hat, trotz allem Positiven, das sie erreicht hat, den Menschen der Wunder und der Phantasie beraubt, die frĂŒher von der Religion bereitgehalten wurden. Der Satanismus hat die heutigen BedĂŒrfnisse der Menschen erkannt und fĂŒllt die groĂe graue Leere zwischen Religion und Psychiatrie. [âŠ] Es ist höchste Zeit, dass die Menschen aufhören, sich selbst zu bekĂ€mpfen und stattdessen ihre Zeit dem Bau von Tempeln der Sinnesfreude widmen. [âŠ] Zweitausend Jahre lang tat der Mensch BuĂe fĂŒr etwas, fĂŒr das er sich gar nicht hĂ€tte schuldig fĂŒhlen mĂŒssen.
Der Satanismus ist ein Leitfaden fĂŒr das Leben, und fĂŒr die emotionale Kontrolle empfiehlt LaVey Rituale. Auch wenn sie ausdrĂŒcklich nur als Psychodrama gelten, also nur einen psychologischen Effekt auf die Anwesenden haben, bieten sie durchaus ein magisches GefĂŒhl. Doch auch wenn derlei Psychodramen definitiv Teil des Satanismus sind â verbreitet sind sie nicht (mehr). Es wird als Mittel zur Selbstkontrolle noch anerkannt, dennoch bevorzugen Satanisten eher andere Strategien der emotionalen Kontrolle.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Typus âSatanistâ einfach als rationaler herausgestellt als ursprĂŒnglich angedacht. Das spiegelt sich auch in der GrĂŒnderorganisation des Satanismus, der Church of Satan, wider. Peter H. Gilmore, der derzeitige Hohepriester der CoS, vertritt einen strengen Atheismus.
Der Satanist erfreut sich am Leben und weiĂ um sein GlĂŒck, entgegen aller Wahrscheinlichkeiten, existieren zu dĂŒrfen. Doch solche wissenschaftlich erklĂ€rbaren Wunder reichen ihm bereits aus.
Das Etikett âSatanistâ wird getragen, weil es ja ganz praktisch ist seinen Charaktertyp in einem Wort beschreiben zu können. Zudem findet man dank dieser Bezeichnung leichter Gleichgesinnte.
2000 Jahre und mehr an Einfluss durch Religionen gehen am Menschen nicht spurlos vorbei. Und auch wenn wir heute nicht mehr so sehr mit christlichen Normen zu kĂ€mpfen haben wie frĂŒher wirken die damaligen Moralvorstellungen und Erwartungen immernoch nach. Diese Strapazen sollten wir hinter uns lassen und endlich das Leben genieĂen.
Und das tun wir auch!
Ist Atheismus erfolgreich?
Ketzer 2.0 â Gottlose Gedanken zum LebenPodcast | Episode 160.4 vom 1.11.2025 Continue reading Ist Atheismus erfolgreich?