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Erste Bandwelle fĂŒr Hurricane & Southside Festival 2023
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ALLI NEUMANN
Nach der EP âHohes Fieberâ und ihrem SchauspieldebuÌt in Kim Franks Spielfilm âWachâ uÌberrascht Pop-Hoffnung Alli Neumann auf ihrer zweiten EP mit einem Sprungspagat zwischen Schwere und Charme, Scharfsinn und SpaĂ. Und das Ganze auch noch auf Deutsch. Im Titeltrack âMonsterâ slidet Alli Neumann nach einem epischen Old-Hollywood-Intro erstmal auffallend âexaltiert und populĂ€râ in die Tonspur â und das ist kein Zufall. Produzent Franz Plasa stand schon fuÌr Falcos âMutter, der Mann mit dem Koks ist daâ im Studio. Die Achtziger spuÌrt man im Vibe, aber thematisch erzĂ€hlt Monster von einem modernen Dilemma: Dass in einer neoliberalen Ellenbogengesellschaft meist leider der am weitesten kommt, der (oder die!) das Monster spielt, statt es zu fuÌrchten. Das klingt allerdings niemals verkopft oder akademisch, wie deutsche Popmusik leider oft daherkommt, sondern immer charmant-suÌffisant und von einer Koketterie begleitet, die einfach nicht too much wird, egal wie kritisch man hinhört. Denn Monster sein macht halt manchmal auch SpaĂ. âHatte ich nicht gesagt es tut mir Leid, aber das Monster ist da, a-ha-haâ und grinsende Neumann-Bonmots wie: âKönnâ wir bitte wieder spielen? Ich lass dich auch nicht verlierenâ machen klar: Die AttituÌde ist #sorrynotsorry. Und was willst du machen? Böse sein gilt nicht. Denn Allis Monster spielt in einem Arcade Game. Und der Controller gehört ihr. Auch âDie Schöne und das Biestâ (mit Betonung auf dem und) beginnt filmisch, wie ein Themesong zur Alli-Show, bis er auf funky Basslines eiskalt mit dem ausgelutschten Madonna-Whore-Klischee bricht, das Frauen so oft als eindimensionale Figuren zeichnet. Gut so. Denn warum nicht ein bisschen Nuance? Alli ist die Schöne UND das Biest. Keine Kategorien, lieber fluide, flexibel, gerne auch flirty. Und vor allem humorvoll: Die Botschaft wirkt doppelt, weil sie statt von Kampfesstimmung von gelösten Jungle-Moods und Kolibri-Querflöten begleitet wird (Flötist uÌbrigens ist Domingo Patricio, der mit KuÌnstlern wie Paco de Lucia spielt). Ein Song voller Richtungswechsel (âEs geht schon wieder besser, Babeâ), der trotzdem immer unbeirrt nach vorne treibt (âNur nicht mit dirâ). Durch die gesamte Monster-EP knacken Klischees auf wie Coladosen, aber trotzdem wedelt niemand mit dem Zeigefinger, sondern höchstens mit den HuÌften. Das macht am meisten SpaĂ, wenn Alli Neumanns Texte althergebrachte Perspektiven torpedieren, wie in âMaybe Babyâ, in dem der ObjektifizierungsspieĂ kurzerhand umgedreht und plötzlich der besungene Mann zum Schönling, zur Muse wird. So besingt man sonst eigentlich nur Frauen. Zeilen wie: âMein Maybe Baby, Zeit fuÌr dich, dich wieder anzuziehen, mein Maybe Baby, du wirst mich nie verstehenâ machen Schluss mit dem Male Gaze und dem Narrativ, dass Singlefrauen ungluÌcklich sein muÌssten. Vielmehr setzen sie oft schlichtweg PrioritĂ€ten. Ein Antizitat auf Rio Reiser, der fuÌr Neumanns Musik vor allem in ihrer Jugend stilprĂ€gend war, bringt den Blues auf den Punkt: âDenn ich / bin fuÌr immer und michâ. Klassische Perspektiven verdrehen sich auch in âWas ist denn losâ, einer Untreueballade, uÌber deren aufheulenden Nancy Sinatra-Gitarren bald klar wird: Wer hier mit dem Nachbarn fremdgeht ist sie, nicht er â und das ohne groĂe Reue. âMein Schatz, was soll denn jetzt der Hass?â ist vielleicht auch die einzig passende Reaktion auf die olle Kamelle, nach drei Jahren Beziehung hĂ€tte man einander eh nichts mehr zu sagen. Aber auch die Schwere des Lebens und die DĂ€monen, die uns schmerzlich heimsuchen, werden auf Monster verhandelt: âOrchideenâ handelt von der Hilflosigkeit die man spuÌrt, wenn man den Zugang zu einem geliebten Menschen, der psychisch krank ist, zu verlieren scheint. Und von der Akzeptanz, nur da sein, aber nicht helfen zu können, die DĂ€monen des anderen zu bekĂ€mpfen: âOrchideen sterben / doch erwachen zum Leben / du kannst nichts tun / auĂer zwischenzeitlich ruhenâ. Ob DĂ€monen, Biester oder Schönheiten: Alli Neumanns âMonsterâ beleuchtet die Wesen, deren Existenz wir nicht immer gerne zugeben mit Humor, genreuÌbergreifender Tanzbarkeit und, was auf Deutsch wirklich nicht einfach ist, Leichtigkeit. Endlich wieder deutsche Popmusik, die uns was zutraut und mit der man trotzdem in den Sonnenuntergang rasen will. Ready or not - Power Attack. VIDEOS Alli Neumann "Monster" (Musikvideo) https://youtu.be/k4ThwprvwIo Alli Neumann - Q&A Instagram Edition https://youtu.be/M6Z37OhyArI Alli Neumann Portrait (Diffus) https://youtu.be/KsUZda_cxYA LIVE 04. / 05.05.19 Köln C/O POP 31.05.19 Kaltenberg PULS OPEN AIR 01.06.19 Berlin PEACE X PEACE 05.07.19 Chemnitz KOSMONAUT 01.08.19 Diepholz APPLETREE GARDEN 02.08.19 Elend ROCKEN AM BROCKEN 03.08.19 Neukirchen SKANDALOS FESTIVAL 17.08.19 Bonn GREEN JUICE FESTIVAL 07.09.19 Berlin LOLLAPALOOZA Web: Facebook: https://www.facebook.com/alli.alli.alli.alli.alli.alli.alli/ Instagram: https://www.instagram.com/alli.alli.alli.alli/ Homepage: https://www.allineumann.com YouTube: https://bit.ly/2XTuA1B ADD ON MUSIC Read the full article
ALLI NEUMANN
aus Hamburg auf ihrer zweiten EP "Monster" (VĂ: 29.03.19) mit einem Sprungspagat zwischen Schwere und Charme, Scharfsinn und SpaĂ. Und das Ganze auch noch auf Deutsch. Ihr neues Musikvideo "Monster" wird am 22.03.19 erscheinen! Mit Monstern, Biestern und DĂ€monen spielen, statt gegen sie anzukĂ€mpfen: Nach der EP âHohes Fieberâ und ihrem SchauspieldebuÌt in Kim Franks Spielfilm âWachâ uÌberrascht Pop-Hoffnung Alli Neumann auf ihrer zweiten EP mit einem Sprungspagat zwischen Schwere und Charme, Scharfsinn und SpaĂ. Und das Ganze auch noch auf Deutsch. Im Titeltrack âMonsterâ slidet Alli Neumann nach einem epischen Old-Hollywood-Intro erstmal auffallend âexaltiert und populĂ€râ in die Tonspur â und das ist kein Zufall. Produzent Franz Plasa stand schon fuÌr Falcos âMutter, der Mann mit dem Koks ist daâ im Studio. Die Achtziger spuÌrt man im Vibe, aber thematisch erzĂ€hlt Monster von einem modernen Dilemma: Dass in einer neoliberalen Ellenbogengesellschaft meist leider der am weitesten kommt, der (oder die!) das Monster spielt, statt es zu fuÌrchten. Das klingt allerdings niemals verkopft oder akademisch, wie deutsche Popmusik leider oft daherkommt, sondern immer charmant-suÌffisant und von einer Koketterie begleitet, die einfach nicht too much wird, egal wie kritisch man hinhört. Denn Monster sein macht halt manchmal auch SpaĂ. âHatte ich nicht gesagt es tut mir Leid, aber das Monster ist da, a-ha-haâ und grinsende Neumann-Bonmots wie: âKönnâ wir bitte wieder spielen? Ich lass dich auch nicht verlierenâ machen klar: Die AttituÌde ist #sorrynotsorry. Und was willst du machen? Böse sein gilt nicht. Denn Allis Monster spielt in einem Arcade Game. Und der Controller gehört ihr. Auch âDie Schöne und das Biestâ (mit Betonung auf dem und) beginnt filmisch, wie ein Themesong zur Alli-Show, bis er auf funky Basslines eiskalt mit dem ausgelutschten Madonna-Whore-Klischee bricht, das Frauen so oft als eindimensionale Figuren zeichnet. Gut so. Denn warum nicht ein bisschen Nuance? Alli ist die Schöne UND das Biest. Keine Kategorien, lieber fluide, flexibel, gerne auch flirty. Und vor allem humorvoll: Die Botschaft wirkt doppelt, weil sie statt von Kampfesstimmung von gelösten Jungle-Moods und Kolibri-Querflöten begleitet wird (Flötist uÌbrigens ist Domingo Patricio, der mit KuÌnstlern wie Paco de Lucia spielt). Ein Song voller Richtungswechsel (âEs geht schon wieder besser, Babeâ), der trotzdem immer unbeirrt nach vorne treibt (âNur nicht mit dirâ). Durch die gesamte Monster -EP knacken Klischees auf wie Coladosen, aber trotzdem wedelt niemand mit dem Zeigefinger, sondern höchstens mit den HuÌften. Das macht am meisten SpaĂ, wenn Alli Neumanns Texte althergebrachte Perspektiven torpedieren, wie in âMaybe Babyâ, in dem der ObjektifizierungsspieĂ kurzerhand umgedreht und plötzlich der besungene Mann zum Schönling, zur Muse wird. So besingt man sonst eigentlich nur Frauen. Zeilen wie: âMein Maybe Baby, Zeit fuÌr dich, dich wieder anzuziehen, mein Maybe Baby, du wirst mich nie verstehenâ machen Schluss mit dem Male Gaze und dem Narrativ, dass Singlefrauen ungluÌcklich sein muÌssten. Vielmehr setzen sie oft schlichtweg PrioritĂ€ten. Ein Antizitat auf Rio Reiser, der fuÌr Neumanns Musik vor allem in ihrer Jugend stilprĂ€gend war, bringt den Blues auf den Punkt: âDenn ich / bin fuÌr immer und michâ. Klassische Perspektiven verdrehen sich auch in âWas ist denn losâ, einer Untreueballade, uÌber deren aufheulenden Nancy Sinatra-Gitarren bald klar wird: Wer hier mit dem Nachbarn fremdgeht ist sie, nicht er â und das ohne groĂe Reue. âMein Schatz, was soll denn jetzt der Hass?â ist vielleicht auch die einzig passende Reaktion auf die olle Kamelle, nach drei Jahren Beziehung hĂ€tte man einander eh nichts mehr zu sagen. Aber auch die Schwere des Lebens und die DĂ€monen, die uns schmerzlich heimsuchen, werden auf Monster verhandelt: âOrchideenâ handelt von der Hilflosigkeit die man spuÌrt, wenn man den Zugang zu einem geliebten Menschen, der psychisch krank ist, zu verlieren scheint. Und von der Akzeptanz, nur da sein, aber nicht helfen zu können, die DĂ€monen des anderen zu bekĂ€mpfen: âOrchideen sterben / doch erwachen zum Leben / du kannst nichts tun / auĂer zwischenzeitlich ruhenâ. Ob DĂ€monen, Biester oder Schönheiten: Alli Neumanns âMonsterâ beleuchtet die Wesen, deren Existenz wir nicht immer gerne zugeben mit Humor, genreuÌbergreifender Tanzbarkeit und, was auf Deutsch wirklich nicht einfach ist, Leichtigkeit. Endlich wieder deutsche Popmusik, die uns was zutraut und mit der man trotzdem in den Sonnenuntergang rasen will. Ready or not - Power Attack. Kein WohlfĂŒhl-Pop von der Stange (Portrait) | DIFFUS https://youtu.be/KsUZda_cxYA Web: Instagram: https://www.instagram.com/alli.alli.alli.alli/ Facebook: https://www.facebook.com/alli.alli.alli.alli.alli.alli.alli/ YouTube: https://bit.ly/2XTuA1B Homepage: https://www.allineumann.com ADD ON MUSIC Read the full article

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